Fleischcenter Perleberg schließt: 150 Jobs in Gefahr!
Das Fleischcenter Perleberg schließt Ende Dezember 2025 aufgrund wirtschaftlicher Herausforderungen, betroffen sind 150 Mitarbeiter.

Fleischcenter Perleberg schließt: 150 Jobs in Gefahr!
Das Fleischcenter Perleberg, als größter Schlachtbetrieb in Brandenburg bekannt, wird Ende Dezember schließen. Diese bedauerliche Entscheidung wurde am Freitag in einer Pressemitteilung bekannt gegeben. Die Schließung erfolgt aufgrund wirtschaftlicher und marktbedingter Herausforderungen, die die Geschäftsführung als unüberwindbar erachtete. Geschäftsführer Ringo Beinroth sah keine positive Prognose für die Fortführung des Betriebs und beginnt nun mit der Einstellung der Produktion sowie der aus betriebsbedingten Gründen notwendigen Kündigungen der rund 150 Mitarbeiter. Die Gespräche zwischen der Geschäftsführung und dem Betriebsrat, die bereits Ende Oktober starteten, zielen darauf ab, einen Interessenausgleich zu schaffen. Ein freiwilliger Sozialplan für die Belegschaft wird umgesetzt, dessen Details allerdings vertraulich bleiben.
Der Landrat des Landkreises Prignitz, Christian Müller, äußerte tiefes Bedauern über die Entwicklungen. Er betont, dass die Schließung nicht nur die Mitarbeiter hart treffen wird, sondern auch negative Auswirkungen auf das gesamte wirtschaftliche Umfeld des Landkreises und die Geschäftskunden nach sich ziehen könnte. Der Landkreis war bereits seit Januar 2025 über die angespannten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Fleischsektor informiert und hat in intensiven Gesprächen mit dem Unternehmen und der Ministerin Hanka Mittelstädt versucht, Lösungen zu finden. Leider ohne den gewünschten Erfolg. Trotz aller Bemühungen gelang es nicht, eine tragfähige Lösung zu finden, um den Betrieb zu erhalten.
Die Folgen für die Beschäftigten
Von der Schließung betroffen sind nicht nur die Produktionsmitarbeiter, sondern auch etwa 25 Beschäftigte der Landkreisverwaltung, die im Schlachthof tätig sind. Der Landkreis prüft derzeit die möglichen Folgen dieser Schließung, wobei die Ergebnisse noch ausstehen. Laut Ringo Beinroth werde der gesamte Schließungsprozess transparent gestaltet, was für viele Mitarbeiter, die um ihre Zukunft bangen, von Bedeutung ist.
Diese Schließung ist nicht nur ein weiteres Beispiel für die Herausforderungen, mit denen die Fleischbranche konfrontiert ist. Im Kontext der aktuellen Marktlage zeigt sich ein klarer Trend: Immer mehr Schlachthöfe in Deutschland kämpfen ums Überleben. Hintergrund sind nicht nur eine starke Konkurrenz, sondern auch gesundheitliche Krisen, wie der Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest. Viele Schlachtbetriebe, darunter auch solche in anderen Bundesländern, stehen vor ähnlichen Problemen. Vion plant beispielsweise die Schließung weiterer Betriebe, während in Niedersachsen eine Strategie verfolgt wird, um kleinere, dezentrale Schlachtereien zu fördern.
Die anhaltende Krise zeigt, dass es an der Zeit ist, die Rahmenbedingungen und Strukturen in der Fleischindustrie zu überdenken. Experten wurden bereits für mögliche Lösungen einbezogen, doch die Umsetzung bleibt eine Herausforderung. Ob dies der Branche und den betroffenen Mitarbeitern helfen wird, bleibt fraglich.
Für die Betroffenen im Fleischcenter Perleberg stand die Hoffnung auf ein erneuertes Konzept, das eine sichere Zukunft verspricht. Doch diese Hoffnungen zerschlugen sich nun, und die Schließung wirft viele Fragen über die Weiterentwicklung der Branche und die Zukunft der Mitarbeitenden auf. Die Situation bleibt angespannt, und es bleibt abzuwarten, welche Maßnahmen nun ergriffen werden, um den Übergang für die betroffenen Mitarbeiter zu gestalten.
Weitere Informationen über die Schließung und deren Auswirkungen finden Sie in den Berichten von Nordkurier und Landkreis Prignitz, sowie über die allgemeinen Herausforderungen in der Branche bei Agrarheute.