Wittstock kämpft um medizinische Zukunft: Millionen für neues MVZ!
Wittstock plant über eine Million Euro für ein neues medizinisches Versorgungszentrum. Krankenhaus schließt 2026.

Wittstock kämpft um medizinische Zukunft: Millionen für neues MVZ!
Die Situation rund um die Gesundheitsversorgung in Wittstock bleibt angespannt. Bürgermeister Philipp Wacker (CDU) berichtet, dass die Stadt bereit ist, über eine Million Euro in die Nachfolge des Krankenhauses zu investieren. Dieses Engagement folgt auf ein Treffen im Gesundheitsministerium in Potsdam, während dem die entscheidenden Weichen für ein geplantes medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) gestellt wurden. Dieses Zentrum soll in der ehemaligen Tuchfabrik entstehen und könnte mit über 20 Millionen Euro vom Land Brandenburg unterstützt werden, wie MAZ berichtet.
Allerdings bleibt das Projekt noch ungewiss. Aktuell ist offen, ob die Neuruppiner Uniklinik das MVZ betreiben wird. Ein Konzept, das auf einem Facharztzentrum basiert, fand zwar beim runden Tisch in Wittstock positiven Anklang, doch die konkreten Schritte zur Umsetzung stehen noch aus. Besonders besorgniserregend ist die Tatsache, dass in Wittstock derzeit vier Hausarztsitze unbesetzt sind. Ein weiteres Treffen zur Klärung dieser Situation ist am 26. Januar in Potsdam angesetzt, an dem auch Krankenkassen und die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KV) teilnehmen werden.
Schließung des Krankenhauses und ihre Folgen
Die Lage wird zusätzlich kompliziert durch die bevorstehende Schließung des Krankenhauses in Wittstock, die für den 1. Januar 2027 angekündigt ist. KMG, der Klinikkonzern, der das Krankenhaus betreibt, kündigte während einer Betriebsversammlung an, dass die Fachrichtungen Kardiologie und Gastroenterologie in den benachbarten Ort Pritzwalk verlagert werden. Dieser Schritt folgt auf die nicht erfüllten strukturellen Voraussetzungen nach der Krankenhausreform und sorgt für erhebliche Besorgnis über die künftige Gesundheitsversorgung vor Ort, wie Ärzteblatt berichtet.
Die Verlagerung von Leistungen nach Pritzwalk, das rund 24 Kilometer entfernt liegt, könnte für Wittstock bedeuten, dass wichtige medizinische Angebote fehlen. Gesundheitsministerin Britta Müller unterstreicht die Notwendigkeit, alternative Versorgungsangebote zu schaffen und die Schließung von Klinikstandorten als Gesundheitszentren zu vermeiden. Politische Reaktionen auf die Ankündigung sind relativ deutlich: Der CDU-Fraktionschef Jan Redmann fordert ein schnelles Handeln der Landesregierung, während Linken-Vorsitzender Sebastian Walter vor Gefahren für die Versorgungssicherheit warnt.
Ausblick auf die Zukunft
Die weitere Entwicklung wird entscheidend davon abhängen, wie das geplante MVZ in Wittstock genehmigt und umgesetzt wird. Spätestens bis Ende 2026 muss die Stadt Lösungen finden, um die gesundheitliche Grundversorgung ihrer 14.000 Einwohner auch nach der Schließung des Krankenhauses zu gewährleisten. Bisher gab es auch Vorschläge, zwei bestehende Arztsitze in Neuruppin (Kardiologie und Gastroenterologie) zu teilen, um diese in Wittstock zu nutzen, doch Landrat Ralf Reinhardt (SPD) lehnt diese Idee ab. Er hat Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) kontaktiert, um auf die Überlastung des kardiologischen Kassenarztsitzes in Neuruppin und die nicht geschaffenen Kapazitäten hinzuweisen.
Die kommenden Wochen werden entscheidend sein. Mit dem weiteren Treffen in Potsdam am 26. Januar könnte ein weiterer Schritt in die richtige Richtung unternommen werden, um die unbesetzten Hausarztsitze und die drohende medizinische Lücke in Wittstock anzugehen. Die Stadt steht vor der Herausforderung, den hohen Standards an Gesundheitsversorgung gerecht zu werden und gleichzeitig auf die Bedürfnisse ihrer Bürger zu reagieren.