Erinnerungskultur in Prenzlau: Entdeckung der jüdischen Friedhöfe!

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Erfahren Sie mehr über die Geschichte der jüdischen Friedhöfe in Prenzlau, ihre Bedeutung und den Erinnerungsrundgang.

Erfahren Sie mehr über die Geschichte der jüdischen Friedhöfe in Prenzlau, ihre Bedeutung und den Erinnerungsrundgang.
Erfahren Sie mehr über die Geschichte der jüdischen Friedhöfe in Prenzlau, ihre Bedeutung und den Erinnerungsrundgang.

Erinnerungskultur in Prenzlau: Entdeckung der jüdischen Friedhöfe!

Die Entdeckung der jüdischen Geschichte Prenzlaus wird durch einen eindrucksvollen Rundgang greifbar. In der Stadt, die einst als Heimat von jüdischen Gemeinschaften diente, sind zwei Friedhöfe von großer Bedeutung. Wie berlin.de berichtet, ist der jüdische Friedhof im heutigen Stadtpark das tragische Symbol des Verlusts – er wurde in der Reichspogromnacht 1938 mit Gewalt zerstört. Doch der zweite Friedhof am Süßen Grund überdauerte diese schrecklichen Zeiten und gilt als einer der schönsten und besterhaltenen jüdischen Friedhöfe in Brandenburg.

Die Grabsteine auf dem erhaltenen Friedhof erzählen die Geschichten der jüdischen Bürger Prenzlaus und zeugen von deren lebendiger Gemeinschaft. Ein Rundgang lädt die Teilnehmer dazu ein, die eindrucksvollen Spuren jüdischen Lebens in der Stadt nachzuspüren, und fördert damit das Bewusstsein für die Zerstörung und den Verlust, den die jüdische Gemeinde erlitten hat. Dieser Weg des Erinnerns ist eine Einladung, innezuhalten und die Geschichte hautnah zu erleben.

Eine lange Geschichte

Die jüdische Gemeinde in Prenzlau hat eine bewegte Geschichte, die bis ins Jahr 1309 zurückreicht, als Juden erstmals urkundlich erwähnt wurden. Laut uni-potsdam.de gab es bereits 1321 ein „Joden Dorpe“ innerhalb der Stadtmauern von Prenzlau. Diese frühen Ansiedlungen erlebten viele Höhen und Tiefen, insbesondere nach 1571, als Juden offiziell in der Mark Brandenburg nicht mehr erlaubt waren. Einzige Ausnahme war der Geldverleiher Löwenhagen in Prenzlau.

Nach einer langen Durststrecke erhielt die jüdische Gemeinde 1671 die Erlaubnis zur Ansiedlung von 50 jüdischen Familien. Dies führte 1698 zur Wiedergründung der Gemeinde. Über die Jahrhunderte hinweg blühte das jüdische Leben auf, und es wurden Gewerbe wie Tabak- und Lederhandel etabliert. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wuchs die Zahl der jüdischen Familien stetig. 1847 wurde die Prenzlauer Synagogengemeinde offiziell gegründet und zählte zu diesem Zeitpunkt bereits 434 Mitglieder.

Traurige Wende

Doch die Geschichte nahm einen tragischen Turn: Im Jahr 1933 begannen die SA-Boykotte gegen jüdische Geschäfte, und die Gemeinde nahm rapide ab. Zwischen 1932 und 1934 fiel die Zahl der jüdischen Einwohner von 174 auf lediglich 86. Weitere antisemitische Ausschreitungen folgten, die ihren Höhepunkt in den Novemberpogromen 1938 fanden, als man jüdische Geschäfte zerstörte und die Synagoge plünderte.

Wie die uni-bamberg.de darauf hinweist, sind etwa 2.400 jüdische Friedhöfe in Deutschland seit dem 11. Jahrhundert erhalten und stellen bedeutende Zeugnisse jüdischer Kultur dar. Gedacht sind sie nicht nur als Ruhestätten, sondern auch als kulturelle Orte des Gedenkens. Ein interdisziplinäres Forschungsprojekt unter dem Titel „Steinerne Zeugen digital“ hat sich zum Ziel gesetzt, 35 solche Friedhöfe zu dokumentieren und die letzten Ruhestätten der jüdischen Gemeinschaft als Zeugen eines jahrhundertelangen Miteinanders zu erschließen.

Die Veranstaltung in Prenzlau ist somit mehr als nur ein Rundgang; sie ist ein wichtiges Stück Erinnerungskultur, das die Teilnehmer mit der Geschichte und dem Erbe der jüdischen Gemeinde verbindet und Raum für Reflexion und Innehalten schafft.