Streit um Stellen bei Märkisch-Oderland: KKJR schlägt Alarm!
Der Streit um die Neuausschreibung von Stellen im Kinder- und Jugendring Märkisch-Oderland sorgt für Aufregung und möglicherweise Einschnitte.

Streit um Stellen bei Märkisch-Oderland: KKJR schlägt Alarm!
In Märkisch-Oderland brodelt es: Der Kinder- und Jugendring Märkisch-Oderland (KKJR) steht im Kreuzfeuer aufgrund geplanter Neuausschreibungen zweier zentraler Stellen in der Kinder- und Jugendarbeit. Seit über einem Jahrzehnt leistet der KKJR wertvolle Arbeit, doch jetzt regt sich Widerstand. 35 Vereine und Bündnisse haben bereits einen Appell gegen die Ausschreibung aufgesetzt, was über die Grenzen der Region hinaus für Aufsehen sorgt. RBB24 berichtet, dass die beiden betroffenen Stellen die Jugendverbandsarbeit und eine Demokratie-Fachstelle betreffen, die im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ gefördert werden. Der Sozialdezernent Friedemann Hanke (CDU) plant, die Neuansetzung bis zum 1. Januar 2026 abzuschließen.
„Wir haben über 30 Jahre Erfahrung, und so eine Entscheidung trifft man nicht einfach aus der Hüfte“, äußert sich der Vorstandsvorsitzende Erik Goldschmidt besorgt. Die Kündigungen der beiden Stellen sind nicht nur ein Aufreger. Sie könnten weitreichende Konsequenzen für die Kinder- und Jugendarbeit in der Region haben, möglicherweise sogar die Schließung des KJR-Büros in Trebnitz zur Folge haben. Der KKJR fungiert als Berater in finanziellen Angelegenheiten und organisiert zahlreiche Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche. Die Verunsicherung ist groß – nicht nur im KKJR, sondern auch bei den Antragstellenden im Rahmen des Programms „Demokratie leben!“. Leben in MOL berichtet, dass die Fördermittel für die Koordinierungs- und Fachstelle (KuF) ohne Rücksprache gestrichen wurden, was rechtlich fragwürdig ist.
Widersprüche und Bedenken
„Eine transparente Kommunikation sieht anders aus“, wird aus den Reihen des KKJR zu hören. Die Erwartungen auf eine kooperative Zusammenarbeit scheinen in der jüngsten Vergangenheit nicht erfüllt worden zu sein. Sozialdezernent Hanke führt mangelnde Zufriedenheit mit der Arbeit des KKJR sowie eine neue Förderphase für die Demokratie-Fachstelle als Gründe für die Neuausschreibung an. Doch der KKJR hat keine nachvollziehbare Begründung für die Kündigung der Stellen erhalten. Demokratie leben zeigt sich ebenfalls besorgt, dass der Landkreis durch diese Maßnahmen sogar seine Förderwürdigkeit verlieren könnte, was für die gesamte Region nicht nur eine langfristige Krise in der Jugendarbeit, sondern auch einen Rückschritt in der Demokratieförderung zur Folge hätte.
Mit den Entlassungen der beiden Stelleninhaber und dem Übernehmen des Jugendamts wird die Situation noch prekärer. Philipp Jünemann, der die Jugendverbandsarbeit leitet, ist nicht untätig und plant bereits ein Projekt zur Förderung von Jugendgruppen, das jetzt jedoch auf der Kippe steht. Der KKJR will sich selbstverständlich um die Neuausschreibung bemühen und prüft sogar rechtliche Schritte. „Da liegt was an“, findet Goldschmidt, denn die Existenz und Handlungsfähigkeit des KKJR stehen auf der Kippe. Die nächsten Wochen werden entscheidend sein.