Eberswalde bereitet sich auf CSD unter starkem Polizeischutz vor
Eberswalde bereitet sich auf den CSD 2025 vor, unter erhöhtem Polizeischutz, angesichts rechter Angriffe und politischer Spannungen.

Eberswalde bereitet sich auf CSD unter starkem Polizeischutz vor
In Eberswalde, Brandenburg, spitzt sich die Lage für den kommenden Christopher Street Day (CSD) am Samstag zu. Die queere Community hat viel vor und erwartet eine Teilnahme von 1.500 bis 2.000 Menschen, mehr als doppelt so viele wie bei der ersten Veranstaltung in der Stadt, wo etwa 1.000 Teilnehmer anwesend waren. Doch die Vorfreude wird von einem erhöhten Sicherheitsaufgebot überschattet: Die Polizei wird verstärkt eingesetzt, um möglichen Übergriffen zu begegnen. Anlass hierfür sind die angespannte Sicherheitslage und ein gewaltsamer Angriff auf ein Fest für Vielfalt in Bad Freienwalde, der große Besorgnis auslöste. Die Zeit berichtet, dass auch der Verfassungsschutz die AfD beobachtet, die mit einer Veranstaltung am Samstag auf dem Marktplatz in Eberswalde auftritt.
Die Organisatoren des CSD in Eberswalde haben kreative Ideen, um die queere Kultur zu feiern. Im Rahmen von zwei „Queeren Wochen“ sind insgesamt 28 Veranstaltungen geplant, darunter Workshops, Konzerte und Ausstellungen, die alle auf das große Finale, die CSD-Parade am 21. Juni, hinarbeiten. Max Armonies, der Initiator des CSD, äußert sich besorgt über die vermehrten Drohungen an queere Personen in der Region. Tatsächlich ist eine feindliche Stimmung gegen die LGBTQ+-Gemeinschaft spürbar, wie er berichtet. Dies wird durch Angriffe und Beleidigungen in der Öffentlichkeit deutlich. Die taz nennt es eine „feindliche Grundstimmung“, die die CSD-Organisatoren vor große Herausforderungen stellt.
Für die Sicherheit ist vorgesorgt: Polizei und Staatsschutz werden präsent sein, darunter auch Einsatzkräfte mit Hunden, um die Veranstaltung zu schützen und mögliche Störungen zu verhindern. Eine große Rolle spielt hier, dass die AfD die öffentlichen Institutionen in Eberswalde unter Druck setzt. In einer weiteren Dimension haben sie sogar ein Verbot der Regenbogenfahne an öffentlichen Gebäuden gefordert und ihre eigene Gegenkundgebung organisiert. Es hat sich gezeigt, dass die Rechte in vielen Teilen Ostdeutschlands stark vertreten sind. Laut Tagesschau ist die AfD in einigen Regionen sogar die stärkste politische Kraft.
Die Situation rund um LGBT-Rechte in Ostdeutschland ist angespannt. Immer mehr CSD-Veranstaltungen werden von aggressiven Protesten begleitet. In diesem Jahr gibt es bereits 17 CSD-Paraden in Brandenburg, viele davon zum ersten Mal, und das übergreifende Thema bleibt die Sicherheit. Ana Klumb vom CSD Rheinsberg berichtet von ähnlichen Erfahrung und Sicherheitsbedenken wie die in Eberswalde. Während CSD-Organisatoren in ganz Ostdeutschland sich vernetzen, um vor der drohenden Gewalt zu schützen, haben auch Gruppen wie Pride Soli Ride Unterstützung angeboten.
Eberswalde, nur etwa 50 Kilometer nordöstlich von Berlin gelegen, hat eine gewisse Alternativkultur, die durch die Hochschule für nachhaltige Entwicklung gefördert wird. Jedoch müssen die Veranstaltungsteilnehmer auch hier auf die Nachwirkungen von rechtsextremistischer Gewalt vorbereitet sein. Um zu lernen, wie man sich in kritischen Situationen verhalten kann, werden Aktionstrainings angeboten.
Die Queeren Wochen und der CSD stehen für ein starkes Bekenntnis zur Vielfalt, trotz aller Widrigkeiten. Armonies und seine Mitstreiter sind entschlossen, ihre Werte zu vertreten und sich nicht von der Angst leiten zu lassen. Der CSD in Eberswalde ist mehr als ein Fest; er ist ein Zeichen gegen Diskriminierung und für die Akzeptanz unterschiedlichster Lebensweisen.