Cottbus

Cottbus: Lehrkräfte alarmiert – Mehr Arbeitsstunden und Einstellungsstopp!

Am 2. April 2025 versammelten sich rund 500 Lehrerinnen und Lehrer zur Personalversammlung des Schulamtes in Cottbus. Ein zentrales Thema war die geplante Erhöhung der Pflichtarbeitszeit sowie ein Einstellungsstopp für Lehrkräfte in der Region. rbb24 berichtet, dass Günther Fuchs, der Landeschef der Lehrergewerkschaft GEW, erhebliche Bedenken äußerte. Er warnte, dass die verlängerte Arbeitszeit und der Einstellungsstopp die Attraktivität des Lehrerberufs weiter mindern könnten.

Im Schulamtsbezirk Cottbus arbeiten etwa 5.500 Lehrkräfte, darunter rund 1.600 Seiteneinsteiger. Fuchs bezeichnete diese als unverzichtbar für das Bildungssystem. Dennoch könnten die schlechte Gehaltsentwicklung und der angekündigte Einstellungsstopp dazu führen, dass die Arbeit dieser Lehrer als weniger wertvoll empfunden wird. Laut Zeit ist fast jede sechste Lehrkraft in Brandenburg ein Quereinsteiger; ein besorgniserregender Trend, der sich seit 2015 kontinuierlich verstärkt hat.

Steigende Zahlen der Seiteneinsteiger

Die Zahl der Seiteneinsteiger hat sich in Brandenburg von etwa 1.000 im Schuljahr 2015/16 auf 3.222 im aktuellen Schuljahr erhöht, was 15,4% aller Lehrkräfte entspricht. Insbesondere in Förderschulen liegt der Anteil der Seiteneinsteiger bei alarmierenden 32,6%. An Grundschulen sind es 17,0%, während nur 2,7% der Lehrkräfte an Gymnasien Quereinsteiger sind.

Die Situation wird noch erschwert durch eine auffällige Erhöhung der Arbeitszeiten. Hartmut Stäker, Präsident des Brandenburgischen Pädagogenverbandes, kritisierte die mögliche Erhöhung um fünf Stunden. Dies würde die ohnehin hoch belastete Arbeitswoche von 48 bis 60 Stunden zusätzlich anheben. Die GEW plant Protestaktionen in Potsdam, um auf diese Missstände aufmerksam zu machen.

Kritik an Quereinsteigern

Die Diskussion über Quereinsteiger führt auch zu einem grundsätzlich kritischen Blick auf deren Qualifizierung. Laut Deutschlandfunk gibt es Sorgen über die mangelnde Ausbildung und Vorbereitung der Quereinsteiger. Eine Studie von Dirk Richter zeigt, dass sich Quereinsteiger und ausgebildete Lehrkräfte in vielen Bereichen kaum unterscheiden, jedoch in Fragen der pädagogischen und psychologischen Fachkenntnisse sowie in der Klassenorganisation weniger gut abschneiden.

Der Lehrermangel ist ein Problem, das nicht nur Brandenburg betrifft. In vielen Bundesländern, darunter Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg, sind zehntausende offene Stellen zu besetzen. Kritiker warnen, dass das Bildungssystem unter den seit Jahren sinkenden Lernleistungen leidet. So erreichen 40% der Schüler nicht einmal die mittlere Kompetenzstufe in Lesen, Schreiben und Rechnen.

Die Kombination aus einem sich verschärfenden Lehrermangel, der Abhängigkeit von Quereinsteigern und der geforderten Erhöhung der Arbeitszeiten macht die Situation für Lehrkräfte und Schüler in Brandenburg äußerst komplex. Der Druck wächst, Lösungen zu finden, die nicht nur die Attraktivität des Lehrerberufs erhöhen, sondern auch die Bildungsqualität sichern.

Statistische Auswertung

Beste Referenz
rbb24.de
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zeit.de
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deutschlandfunk.de

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