Die Mieter im Bad Belziger Wohngebiet Klinkengrund erleben seit Jahresbeginn eine unschöne Überraschung: Ihr Zugang zu Wasser und Toiletten ist stark eingeschränkt. Bei den laufenden Sanierungsarbeiten müssen sie auf ein Dixi-WC ausweichen, was besonders bei Schnee und Eis als unzumutbar empfunden wird. Die Belziger Wohnungsgesellschaft (Bewog) führt derzeit einen Stresstest durch, der bis zum 6. März läuft und Strangsanierungen beinhaltet. Die maroden Leitungssysteme in den betroffenen Häusern sind die Ursache für häufige Rohrbrüche und Wasserschäden.
Für die Mieter bedeutet dies nicht nur Unannehmlichkeiten, sondern auch eine Reihe von Beschwerden über die mangelnde Rücksichtnahme der Bewog auf ihre Belange. Während die Instandsetzung der Hans-Marchwitz-Straße 2 und 4, die von Volland-Bau aus Wollin durchgeführt wird, etwa 140.000 Euro kosten soll, sind die Instandhaltungsarbeiten auf einen Monat für alle 20 Mietparteien pro Haus angelegt. Eine Ankündigungsfrist von drei Monaten gilt zwar für Modernisierungen, jedoch nicht für Instandhaltungsarbeiten, was die Situation für die Mieter zusätzlich kompliziert macht.
Strangsanierung: Ein notwendiges Übel
Die Strangsanierung ist in solchen Fällen unerlässlich, insbesondere in älteren Gebäuden, um Wasserschäden und Rohrbrüche zu vermeiden. Sie umfasst die Sanierung oder Erneuerung von veralteten Wasser- und Abwasserrohren, wie auf schramm.de erläutert wird. Bei den Sanierungsarbeiten wird in mehreren Schritten vorgegangen: Zuerst erfolgt eine Voruntersuchung, gefolgt von der Auswahl der geeigneten Sanierungsmethode und schließlich der praktischen Umsetzung.
In Bad Belzig wird ab 2024 der Fokus auf den Austausch von Rohren und Armaturen in Beständen aus den 70er Jahren gelegt. Die Bewohner der betroffenen Wohnungen haben während der Arbeiten die Möglichkeit, frisches Wasser im Haus zu holen und bei Nachbarn die Toilette zu benutzen. Dennoch empfinden viele das Dixi-WC als unwürdig, obwohl die Bewog versichert, dass regelmäßige Reinigungen stattfinden.
Langfristige Vorteile und gesetzliche Rahmenbedingungen
Die langfristigen Vorteile einer Strangsanierung sind nicht zu unterschätzen: Sie führt nicht nur zu einer Wertsteigerung der Immobilie, sondern auch zur Vermeidung zukünftiger Schäden und potenzieller Wasserschäden, die für Versicherungen ein großes Risiko darstellen. Aufgrund von Korrosion und Verkalkung der Wasserleitungen, die besonders in älteren Gebäuden vorkommen, ist ein Austausch unabdingbar.
Zusätzlich zu den technischen Aspekten spielen gesetzliche Rahmenbedingungen eine Rolle. Gemäß § 48 GEG sind bei der Erneuerung von Außenbauteilen Anforderungen zu beachten, die auch die energetische Sanierungspflicht betreffen. Bei der Sanierung von mehr als 10 % einer Außenwand besteht die Pflicht zur gleichzeitigen Dämmung der gesamten Wand, was die Kosten und den Aufwand für die Mieter weiter erhöhen könnte. Eine ausführliche Erklärung dazu finden Sie auf energie-experten.org.
Insgesamt zeigt sich, dass die laufenden Instandhaltungsarbeiten in Bad Belzig nicht nur notwendig sind, um den Wohnstandards gerecht zu werden, sondern auch eine Herausforderung für die betroffenen Mieter darstellen. Nach Abschluss der Bauarbeiten wird es notwendig sein, über mögliche Entschädigungen oder Mietminderungen zu entscheiden, um die Unannehmlichkeiten für die Mieter abzumildern.