Am 23. Februar 2026 wurde die Geschwister-Scholl-Grundschule in Bad Belzig als 5000. Schule in das Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ aufgenommen. Diese bedeutende Auszeichnung erfolgte einen Tag nach dem Gedenktag für die Geschwister Scholl, die am 22. Februar 1943 hingerichtet wurden. Die Schule würdigt die Erinnerungen an Hans und Sophie Scholl mit weißen Rosen und hält deren Zivilcourage lebendig. Landrat Marko Köhler gratulierte der Schule, den Schülerinnen und Schülern sowie den Lehrkräften zu diesem besonderen Anlass.
Das Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ wurde 1995 vom Verein Aktion Courage e. V. gegründet. Sein Ziel ist es, gegen Rassismus zu kämpfen und für Demokratie, Gleichwertigkeit, Respekt und Zivilcourage einzutreten. Schulen, die Teil dieses Netzwerks werden möchten, müssen sich aktiv gegen Diskriminierung einsetzen. Dieses Engagement wird durch verschiedene Projekte und Aktionen unterstützt, die vor Ort von Kindern, Jugendlichen und Lehrkräften entwickelt werden. Die Geschwister-Scholl-Grundschule wird in dieser Tradition stehen und dazu beitragen, dass die Werte von Respekt und Gleichheit in der Gesellschaft verankert bleiben.
Feierliche Aufnahme in Bad Belzig
Zur Urkundenübergabe waren zahlreiche Vertreterinnen aus der Politik anwesend, darunter der Ministerpräsident von Brandenburg, Dietmar Woidke, und die Landeskoordinatorin für Brandenburg, Andrea Rauch. Schülerinnen des Fläming-Gymnasiums Bad Belzig, einer bereits etablierten Courage-Schule, nahmen ebenfalls an der Veranstaltung teil. Das Programm wurde von den Schülerinnen der Grundschule gestaltet und umfasste Musik, Redebeiträge sowie Kunstexponate. Nach der offiziellen Übergabe des Schildes führten die Schülerinnen ein Theaterstück auf und legten weiße Rosen am Gedenkstein nieder.
Die Vorstandsvorsitzende von Aktion Courage e. V., Sanem Kleff, betonte die Bedeutung der Demokratiebildung bereits in der Grundschule. Zonya Dengi, Geschäftsführerin von „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, hob die Wichtigkeit der 5000. Schule als Beispiel für gelebte Vielfalt und couragiertes Handeln hervor. Carsten Völtzke, Geschäftsführer von „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, sprach über die Verantwortung der Schule und das Engagement der Schülerinnen.
Das Netzwerk in Zahlen
Das Netzwerk umfasst mittlerweile rund 3 Millionen Schülerinnen und Lehrkräfte und wird von 130 Koordinierungsstellen unterstützt. Es ist wichtig zu betonen, dass der Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ keine Auszeichnung, sondern eine Verpflichtung zur Bekämpfung von Rassismus und Diskriminierung darstellt. Um Mitglied zu werden, müssen mindestens 70% der Schulangehörigen in geheimer Abstimmung zustimmen, sich gegen Diskriminierung einzusetzen. Diese Mitgliedsschulen können staatliche Grund- und Oberschulen, Berufsschulen, Waldorfschulen und Förderschulen sein.
Ein zentrales Element des Netzwerks ist die Durchführung mindestens eines Projekts gegen Gewalt und Diskriminierung pro Jahr. Diese Projekte können von Konzerten über Gespräche mit Zeitzeugen bis hin zu Diskussionsrunden oder Fußballturnieren reichen. Das Netzwerk fördert auch den Austausch durch Publikationen, wie die Zeitung „q.rage“ und die Reihe „Bausteine“. Es ist ein überparteiliches Engagement, das bereits seit der Gründung des Netzwerks im Jahr 1995 besteht, als es zunächst den Titel „Schule ohne Rassismus“ trug, bevor es 2001 in „Schule mit Courage“ umbenannt wurde.
Die Geschwister-Scholl-Grundschule in Bad Belzig ist somit nicht nur ein weiterer Schritt im Wachstumsprozess des Netzwerks, sondern auch ein wichtiges Zeichen für die Zukunft der Demokratiebildung in Schulen. Ihre Aufnahme in das Netzwerk ist ein ermutigendes Beispiel für zivilgesellschaftliches Engagement und die aktive Auseinandersetzung mit den Themen Rassismus und Diskriminierung.