Potsdam ehrt BarriereBusters: Inklusion für alle wird zur Realität!
Potsdam ehrenvoll: Der Inklusionspreis 2025 würdigt kreative Projekte zur Barrierefreiheit und Teilhabe in der Stadt.

Potsdam ehrt BarriereBusters: Inklusion für alle wird zur Realität!
Im Herzen von Potsdam fand kürzlich die mit Spannung erwartete Preisverleihung zum Inklusionspreis statt. Bereits zum zweiten Mal unter dem Motto „Heute ausgezeichnet – Morgen selbstverständlich!“ wurden Initiativen gewürdigt, die sich für Barrierefreiheit und Teilhabe stark machen. Oberbürgermeisterin Noosha Aubel und weitere hochrangige Vertreter begrüßten die zahlreichen Gäste.
Unter den 15 Projekten, die sich um den Inklusionspreis bewarben, stach das Projekt BarriereBusters der Potsdamer Bürgerstiftung besonders hervor. Dieses Engagement, das seit 2024 aktiv für Barrierefreiheit sensibilisiert, erhielt den Hauptpreis. Die BarriereBusters haben nicht nur die digitale Karte „Barrierefrei in Potsdam“ erstellt, sondern auch die Barriere-Challenge 2025 ins Leben gerufen, an der sich über 180 Menschen beteiligten. Ein starkes Zeichen dafür, wie Engagement und Gemeinschaftsarbeit unsere Stadt lebenswerter machen können.
Zweiter und dritter Preis
Die Jury hatte die Qual der Wahl, denn auch die anderen Projekte überzeugten. Der zweite Platz ging an das Wortkarussell, einen kreativen Schreibkreis im Haus der Begegnung, der seit 1990 einen barrierefreien Raum für alle Altersgruppen bereitstellt. Der dritte Platz wurde dem Stammtisch Inklusion zugesprochen, der seit 15 Jahren Menschen aus verschiedenen Bereichen zusammenbringt und einen offenen Austausch fördert. Dr. Tina Denninger, Beauftragte für Menschen mit Behinderung, unterstrich die Vielfalt und Kreativität der ausgezeichneten Projekte. Ein Sonderpreis wurde zudem an das Akzeptanzfestival der Einzelfallhilfemanufaktur e.V. vergeben, das im Jahr 2025 über 12.000 Besucher anzog und inklusive Angebote präsentierte.
Die Dotierung des Inklusionspreises beträgt insgesamt 3.000 Euro und wurde erstmals 2022 vergeben. Ziel ist es, Engagement sichtbar zu machen und Inklusion als integralen Bestandteil unseres Alltags zu fördern. Neben dem städtischen Inklusionspreis wurde auch der Inklusionspreis der Universität Potsdam verliehen, welcher Projekte auszeichnet, die Barrieren im Hochschulalltag abbauen. Hier ging der erste Preis an den Lehrstuhl für Schulentwicklung, gefolgt von Leonie Rath für die Herstellung von Metallrampen sowie Gesine Wegner, Jojo Petters und Zsuzsa Pozorski, die innovative Vorschläge für barrierefreie Toilettenschilder und Treppenaufgänge einreichten.
Aktuelle Herausforderungen und Entwicklungen
Doch während in Potsdam große Schritte in Richtung Inklusion unternommen werden, zeigen aktuelle Zahlen auch die Herausforderungen, mit denen Deutschland konfrontiert ist. Laut dem Deutschlandfunk leben Ende 2023 etwa 7,9 Millionen Menschen mit schwerer Behinderung in Deutschland, was einem Anteil von fast 10% der Bevölkerung entspricht. Die UN-Behindertenrechtskonvention fordert eine gleichberechtigte Teilhabe in der Gesellschaft und ist ein Grundpfeiler für die Forderungen vieler Organisationen. In diesem Sinne ist die Inklusion ein zentrales Thema, das weit über den schulischen Bereich hinausgeht.
Obwohl mehr als 60% der Lehrkräfte Inklusion für wünschenswert halten, glauben nur 30%, dass sie realistisch umsetzbar ist. Hier zeigt sich der Widerspruch zwischen gut gemeinten Absichten und der Realität im Bildungswesen. Zudem sind nur 50% der ambulanten Arztpraxen barrierefrei, was den Zugang zu medizinischer Versorgung für viele Menschen mit Behinderung weiter erschwert. Eine umfassende Reform des Bildungssystems und eine gesetzlich verankerte Barrierefreiheit in der Privatwirtschaft sind unumgänglich, um echte Teilhabe zu gewährleisten.
Insgesamt bleibt zu hoffen, dass die ausgezeichneten Projekte nicht nur einen Anstoß geben, sondern auch Ideengeber für weitere Initiativen sind. Just wie der Inklusionspreis zeigt, liegt die Zukunft der Teilhabe in unseren Händen – und sie beginnt schon heute.