Hugenotten-Geschichte: Kulturelles Erbe und Neuanfang in Potsdam

Transparenz: Redaktionell erstellt und geprüft.
Veröffentlicht am

Am 19.01.2026 fand in der Französischen Kirche Potsdam ein Neujahrsempfang des Kulturstadtvereins statt, gewidmet den Hugenotten.

Am 19.01.2026 fand in der Französischen Kirche Potsdam ein Neujahrsempfang des Kulturstadtvereins statt, gewidmet den Hugenotten.
Am 19.01.2026 fand in der Französischen Kirche Potsdam ein Neujahrsempfang des Kulturstadtvereins statt, gewidmet den Hugenotten.

Hugenotten-Geschichte: Kulturelles Erbe und Neuanfang in Potsdam

Am 19. Januar 2026 fand in der malerischen Französischen Kirche in Potsdam der Neujahrsempfang des Kulturstadtvereins statt. Diese besondere Veranstaltung wurde von Martin Peske, einem Vertreter der Französisch-Reformierten Gemeinde, und Fides Mahrla, der Vorsitzenden des Kulturstadtvereins, eröffnet. Sie blickten zurück auf die beeindruckende Geschichte der Hugenotten, die ab 1685 in Brandenburg ein neues Zuhause fanden.

Die Hugenotten, französische Protestanten, flüchteten aufgrund grausamer Glaubensverfolgungen, die mit dem Widerruf des Edikts von Nantes durch König Ludwig XIV. im Jahr 1685 einhergingen. Dies bedeutete das Ende ihrer religiösen Freiheit und führte zur Flucht von etwa 40.000 Menschen. Brandenburg-Preußen nahm rund 20.000 dieser Flüchtlinge auf, die eine entscheidende Rolle beim Wiederaufbau der stark dezimierten Bevölkerung nach dem Dreißigjährigen Krieg spielten. Migrationsgeschichten.de hebt hervor, dass Kurfürst Friedrich Wilhelm die Hugenotten mit dem Edikt von Potsdam einlud und ihnen zahlreiche Privilegien versprach.

Kultureller und wirtschaftlicher Aufschwung

Die Ankunft dieser talentierten Einwanderer brachte frischen Wind in die Region. Rund 4.500 von ihnen ließen sich in Berlin nieder und machten etwa ein Viertel der Stadtbevölkerung um 1700 aus. Dank ihrer vielseitigen Fähigkeiten als Handwerker, Gärtner, Textilexperten und Wissenschaftler trugen die Hugenotten erheblich zur wirtschaftlichen Wiederbelebung in der Region bei. Meetingpoint Potsdam erwähnt, dass sie den Grundstein für eine florierende Seidenproduktion in Berlin legten und traditionelle Berufe wie die der Gold- und Silberschmiede einführten.

Ein ganz besonders geschichtsträchtiger Name, der in diesem Zusammenhang häufig fällt, ist David Bouché. Er legte mit seiner Ankunft um 1695 den Grundstein für eine Gärtnerdynastie. Bouché erwarb ein Grundstück in der Nähe der Jannowitzbrücke und baute den Bouchégarten auf, der bis zur fünften Generation existierte. Seine Geschichte zeigt, wie erfolgreich die Ansiedlungspolitik der damaligen Zeit war.

Spuren der Hugenotten in der heutigen Zeit

Die kulturellen Einflüsse der Hugenotten sind auch heute noch sichtbar. So erinnern Straßennamen wie die Französische Straße an ihre Präsenz in Berlin. Die Französisch Friedrichstadtkirche am Gendarmenmarkt, die 1705 errichtet wurde, ist ein weiteres Denkmal ihrer Geschichte. Auch die französische Sprache und Traditionen sind Teil des Berliner Kulturerbes, wie die Einführung von Kaffee und den ersten Cafés belegen.

Neben der Förderung des Handwerks und der Landwirtschaft wagten die Hugenotten auch erste Schritte in die Bildungswelt. So wurden Schulen für französische Sprache und Naturwissenschaften gegründet, und das Französische Gymnasium entwickelte sich zur Eliteschule in der Region. Doch die Integration der Hugenotten war nicht immer problemlos. Viele der Flüchtlinge hielten an ihrer kulturellen Identität fest, was gelegentlich auf Skepsis bei der einheimischen Bevölkerung stieß.

Die Feierlichkeiten des Kulturstadtvereins gipfelten in einer Spende für die Neubepflanzung des ehemaligen Hugenottengartens der Französisch-Reformierten Gemeinde in der Gutenbergstraße 77. Musikalisch umrahmt wurde der Abend durch den Gemeindechor und ein prächtiges Orgelspiel an der Johann-Wilhelm-Grüneberg-Orgel.

Insgesamt zeigte die Veranstaltung, wie wichtig die Hugenotten für die Entwicklung Brandenburgs waren und wie ihre Spuren bis heute nachwirken. Diese Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart ist es, die auch heute noch zum Austausch und zur kulturellen Bereicherung beiträgt. Wikipedia ergänzt, dass die Hugenotten nicht nur handwerkliches Wissen mitbrachten, sondern auch zur kulturellen und wissenschaftlichen Entwicklung in Preußen maßgeblich beitrugen.