In Miersdorf brodelt es gewaltig! Die Pläne für den neuen EDEKA-Markt auf der Dorfstraße sorgen schon seit geraumer Zeit für Zündstoff in der Gemeinde. Initiativen wie die Bürgerinitiative und NABU-Aktivisten sind auf der Barrikade und wehren sich vehement gegen das Bauvorhaben. Unterstützt werden sie von den Grünen, der SPD und der fraktionslosen Christine Wehle, die alle denselben Tenor verfolgen: Ein neuer Markt sei nicht nötig.

Die Kritiker haben ein Modell des bisherigen Dorfkerns erstellt, das allerdings die Gegebenheiten stark verzerrt darstellt. Während Kirche, Bibliothek und andere offizielle Gebäude mit großen Details dargestellt werden, entspräche das Modell der geplanten EDEKA-Errichtung jedoch nicht der tatsächlichen Planung. Kerstin Bethke, die Modellbauerin, berichtet von erheblichen Schwierigkeiten während des Modellbaus, was die Wahrnehmung des Projekts angeht.

Ökologische Bedenken und Bürgerbeteiligung

NABU-Chefin Juliane Bauer äußert ernste Bedenken bezüglich der ökologischen Aspekte des Projekts. Neben der Sorge, dass eine Tiefgarage geplant ist und großkronige Bäume fehlen, betont sie, dass der bestehende Bioladen Löwenzahn ausreichend Waren anbietet. Ihrer Meinung nach ist der Neubau nicht nur ortsuntypisch, er könnte auch die unbebaute Wiesenfläche beeinträchtigen, die für die Kaltluftentstehung und den Klimaschutz wichtig ist. Die Diskussion über den EDEKA-Neubau zeigt, wie tief die Meinungen in der Gemeinde auseinandergehen.

Im Juli hat der Gemeinderat mehrheitlich beschlossen, den Projektentwurf weiterzuverfolgen und einen Bebauungsplan aufzustellen. Die Auslegungsfrist für Stellungnahmen und Einwendungen endete am 22. September 2025. Doch bereits jetzt bleibt die Frage, ob das Bauvorhaben den Bedürfnissen der Gemeinde gerecht wird, ohne dabei Umwelt und Gesellschaft zu schädigen. Viele Bürger können sich ein modernes Einkaufserlebnis in Form eines neuen Marktes vorstellen, während andere vor den möglichen ökologischen und gesellschaftlichen Folgen warnen.

  • Zusammengefasste Bedenken:
    • Beeinträchtigung der historischen „Keimzelle der Besiedelung“
    • Erhöhte Verkehrsbelastung, insbesondere auf den Schulwegen
    • Auswirkungen auf angrenzende Biotoppotentialflächen
    • Einfluss auf die Wasserhaltung in der Region

Während die Eigentümerin des bestehenden Marktes an einer Modernisierung interessiert zu sein scheint, bleibt offen, ob diese Pläne ausreichend dokumentiert sind, um die Kritiker zu besänftigen. Dr. Jens Burgschweiger von der SPD hat bereits angedeutet, dass er Zweifel an der Machbarkeit solcher Modernisierungen hat. Er vergleicht den Miersdorfer Markt mit einem EDEKA in Michendorf, der über Solarmodule und großzügige Parkmöglichkeiten verfügt. Solche Gegebenheiten scheinen in Miersdorf nicht umsetzbar.

Besorgnis sind auch wegen der Schulwege für Kinder laut geworden. Angesichts dieser Hintergründe haben einige Einwohner bereits die Durchführung einer öffentlichen Demonstration gegen das Projekt ins Auge gefasst. Bürgerbeteiligung wird als entscheidend erachtet, um sicherzustellen, dass die Meinungen der Bevölkerung in die Planung einfließen. Die Bedenken und Meinungen können, wie vom Bundesumweltministerium empfohlen, digital, per Brief oder zur Niederschrift eingebracht werden.

Zum aktuellen Zeitpunkt bleibt festzuhalten: Die Debatte um den EDEKA-Markt polarisiert und die Sorgen der Bevölkerung sind deutlich erkennbar. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickeln wird und ob die Stimmen der Bürger Gehör finden.

Weitere Details zu den Aktionen und Entwicklungen rund um das Bauvorhaben können auf den Seiten von Schulzendorfer und NAB nachgelesen werden.