In den letzten Tagen hat die Polizei im Landkreis Barnim eine besorgniserregende Häufung von Einbrüchen registriert. Am 7. Februar 2026 wurde ein Einbruch in ein unbewohntes Wohnhaus in der Brennerstraße, Panketal, gemeldet. Die Täter verschafften sich gewaltsam Zutritt zu den Räumlichkeiten, in denen Bauarbeiten stattfanden, und entwendeten Bauwerkzeug. Der Schaden wird derzeit von Kriminalisten ermittelt. Diese Entwicklung steht im Kontext einer allgemeinen Zunahme von Einbrüchen in der Region, die zuletzt in verschiedenen Orten wie Wandlitz und Bernau verzeichnet wurden.
Am 9. Februar 2026 wurde die Polizei zudem zu einem Vorfall in der Angermünder Straße in Oderberg gerufen. Unbekannte hatten sich gewaltsam Zugang zu mehreren Garagen verschafft. Bei ihrer Flucht wurden drei Tatverdächtige im Alter von 20 bis 42 Jahren identifiziert. Besonders auffällig war ein 20-Jähriger, der mit einem Atemalkoholwert von 1,4 Promille versuchte zu flüchten. Am Tatort fanden die Beamten vier aufgebrochene und zwei beschädigte Garagen, aus denen unter anderem zwei Notstromaggregate entwendet wurden. Insgesamt wurden sechs Anzeigen aufgenommen und Spuren gesichert. Die Polizei erhielt um 23:30 Uhr einen Zeugenhinweis zur Fluchtrichtung der Täter, was auf eine engagierte Nachbarschaft hinweist.
Einbruchsituation in Barnim
Die Einbrüche sind nicht auf einen isolierten Vorfall beschränkt. Laut einem Bericht von Bernau Live wurden in Panketal am Freitag mehrere Wohnhäuser angegriffen. Zwei Einfamilienhäuser in der Linzer Straße und Grazer Straße waren betroffen. In diesen Fällen ist unklar, ob etwas entwendet wurde, da die Täter sich gewaltsam Zutritt verschafften und die Häuser durchsuchten. Ein weiterer Vorfall in Schönow endete mit einem misslungenen Einbruch in der Pestalozzistraße, wobei erheblicher Sachschaden am Gebäude entstand. Diese Vorfälle verdeutlichen die aktuelle Einbruchsituation in Barnim und das wachsende Bedürfnis nach Sicherheitsmaßnahmen.
Im Rahmen der verstärkten Bemühungen um Einbruchschutz bietet die Polizeiinspektion Barnim kostenlose Beratungen zu Sicherheitsmaßnahmen an. Tipps zur Sicherung des Zuhauses umfassen unter anderem die Verwendung hochwertiger Schließsysteme und die Förderung einer aufmerksamen Nachbarschaft. Ein kostenfreies Präventivkonzert des Landespolizeiorchesters in Ahrensfelde am 6. November wird ebenfalls Themen wie Einbruchschutz und Täterbanden behandeln.
Kriminalitätsstatistiken und gesellschaftliche Auswirkungen
Die aktuellen Vorfälle in Barnim sind Teil eines größeren Trends in Deutschland. Laut Statista gab es 2023 etwa 119.000 Diebstähle in und aus Wohnungen, von denen rund 77.800 als Wohnungseinbruchdiebstahl klassifiziert wurden. Dies stellt den höchsten Stand seit 2019 dar, obwohl die Zahlen über 50% niedriger sind als 2015. Besonders in städtischen Bundesländern wie Bremen, Berlin und Hamburg ist das Einbruchsrisiko hoch, während Bayern die niedrigsten Raten aufweist.
Die Folgen von Einbrüchen sind nicht nur materieller Natur. Sie beeinträchtigen das Sicherheitsgefühl der Betroffenen und können zu psychischen Folgeschäden führen. Die Polizei hat 2023 rund 9.890 Tatverdächtige ermittelt, was zeigt, dass diese Problematik sowohl lokal als auch national ernst genommen werden muss. Die Aufklärungsquote bei Wohnungseinbruchdiebstahl liegt bei alarmierenden 14,9%, was die Notwendigkeit von präventiven Maßnahmen und einer besseren Nachbarschaftsüberwachung unterstreicht.
Die jüngsten Vorfälle in Barnim sind ein eindringlicher Aufruf, die Sicherheitsvorkehrungen zu überprüfen und sich aktiv um den Einbruchschutz zu kümmern. Die Polizei appelliert an die Bürger, wachsam zu sein und verdächtige Aktivitäten sofort zu melden.