Cottbus: Demo gegen rechte Gewalt nach Angriffen auf Jugendprojekt!

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Mehrere Angriffe auf alternative Projekte in Cottbus führen zu einer Demonstration gegen rechte Gewalt am 16. Januar 2026.

Mehrere Angriffe auf alternative Projekte in Cottbus führen zu einer Demonstration gegen rechte Gewalt am 16. Januar 2026.
Mehrere Angriffe auf alternative Projekte in Cottbus führen zu einer Demonstration gegen rechte Gewalt am 16. Januar 2026.

Cottbus: Demo gegen rechte Gewalt nach Angriffen auf Jugendprojekt!

In Cottbus, einer Stadt, die sich durch ihre kulturelle Vielfalt auszeichnet, brodelt es gewaltig. Mehrere Angriffe auf das alternative Wohnprojekt Zelle 79 und einen Jugendklub haben die Gemüter erhitzt und ein deutliches Zeichen für die Notwendigkeit einer Solidarisierung gegen rechte Gewalt gesetzt. Die Vorfälle haben nicht nur die Betroffenen und Anwohner erschreckt, sondern auch die Aufmerksamkeit der Polizei und örtlicher Initiativen auf sich gezogen.

Am Freitagabend um 18 Uhr wird eine Demonstration in der Cottbuser Innenstadt stattfinden, um gegen die wachsende rechte Gewalt zu protestieren. Unter dem Motto „Ihr greift uns an – wir stehen zusammen“ organisiert die Initiative Unteilbar Südbrandenburg diese Bewegung, die mit rund 300 Teilnehmenden rechnet. Tagesspiegel berichtet, dass die Polizei die Veranstaltung begleiten wird, um ein sicheres Umfeld für alle Teilnehmenden zu gewährleisten.

Hintergrund der Angriffe

Die letzten Monate haben für die Zelle 79 und den Jugendklub Chekov kein gutes Bild gezeichnet. So wurde Zelle 79 Ende Dezember mit Pyrotechnik angegriffen, ein Briefkasten wurde gar mit einem Böller gesprengt. Im Mai ereignete sich ein weiterer versuchter Brandanschlag, wobei Böller und Fackeln auf das Gelände geworfen wurden. Diese Vorfälle stellen nur einen Teil der angestiegenen rechtsextremen Angriffe dar, die auch andere Jugendeinrichtungen in Südbrandenburg betreffen, wie taz berichtet.

Zusätzlich wurden Ende November am Jugendklub Chekov rechte Parolen gesprüht. Diese Aggressionen gegen alternative und integrative Räume treffen besonders People Of Colour, Menschen mit Behinderung sowie die LGBTIQ*-Gemeinschaft, die für eine diskriminierungsfreie Gesellschaft eintreten. Die gesammelten Übergriffe alarmieren den Staatsschutz, der nun für politisch motivierte Straftaten zuständig ist.

Rechtsextremismus in Zahlen

Die Situation ist nicht isoliert, sondern spiegelt einen besorgniserregenden Trend wider. Laut aktuellen Statistiken des Verfassungsschutzes hat sich das Personenpotenzial gewaltorientierter Rechtsextremisten auf rund 15.300 Personen erhöht. Mehr als 37.835 rechtsextremistische Straftaten wurden im Jahr 2024 registriert, was einen Anstieg um 47,4 % im Vergleich zu 2023 darstellt. Diese Zahlen verdeutlichen die drängende Notwendigkeit, diesem Problem entschieden entgegenzutreten und lokal wie national aufzuklären Verfassungsschutz.

Da liegt ganz klar was an für die Gesellschaft in Brandenburg. Die heutige Demonstration steht als Zeichen des Widerstands und der Solidarität, gerade auch für die betroffenen Gruppen, die immer wieder Ziel solcher Angriffe werden. Die Stadt und ihre Bürgerinnen und Bürger sind aufgerufen, sich lautstark gegen diese Ungerechtigkeiten zu positionieren und ein klares Zeichen gegen rechte Strukturen zu setzen. Es bleibt zu hoffen, dass die Demonstration heute Abend nicht nur gut besucht wird, sondern auch nachhaltige Wirkung zeigt, um die kulturelle Vielfalt Cottbus‘ zu schützen und zu fördern.