Zahlungsverzögerungen werden zur Gefahr: Unternehmen in der Krise!
Der Creditreform Zahlungsindikator zeigt 2025 Rückgänge bei B2B-Rechnungswerten und längeren Zahlungsfristen in Frankfurt (Oder).

Zahlungsverzögerungen werden zur Gefahr: Unternehmen in der Krise!
In Brandenburg macht der Wirtschaftssektor erneut auf sich aufmerksam: Laut den aktuellen Daten von Creditreform zeigen sich deutliche Veränderungen im Zahlungsverhalten von Unternehmen. Im ersten Halbjahr 2025 lag der durchschnittliche Rechnungswert im B2B-Geschäft bei 1.960 Euro, ein Rückgang im Vergleich zu 2024, als dieser noch bei 2.072 Euro lag. Diese Entwicklung ist ein direktes Abbild der angespannten Konjunkturlage, die sich negativ auf die Geschäftstransaktionen auswirkt. Hierbei wird deutlich, dass die Außenstände von Kreditgebern und Lieferanten zurückgegangen sind, was auf eine geringere Anzahl an Transaktionen hinweist. Ein weiteres Augenmerk liegt auf der Tatsache, dass Gläubiger aktuell deutlich erhöhte Aufmerksamkeit zeigen, um Zahlungsausfälle zu vermeiden. Der nächste „Creditreform Zahlungsindikator Deutschland“ wird im Februar 2026 vorgestellt, um weitere Entwicklungen zu beleuchten.
Ein Blick auf die Zahlungsfristen zeigt, dass große Unternehmen mit über 250 Beschäftigten nun im Durchschnitt 33,97 Tage auf ihre Zahlungen warten müssen, was 0,75 Tage länger ist als im Vorjahr. Im Kontrast dazu sank die durchschnittliche Zahlungsfrist für kleine Unternehmen auf 26,19 Tage. Diese Wandlung deutet darauf hin, dass vor allem Großkunden von großzügigeren Zahlungszielen profitieren, was eine Folge der aktuellen Wirtschaftskrise ist. Daher wird die Differenzierung der Finanzierungskonditionen nach Kundengruppen für viele Lieferanten zur neuen Herausforderung. Creditreform hebt hervor, dass diese unterschiedlichen Zahlungsziele dringend Beachtung erfordern.
Trend zu längeren Zahlungsfristen
Im zweiten Halbjahr 2024 war zu beobachten, dass die Forderungsaußenstände bei Kreditgebern und Lieferanten stark angestiegen sind. Die Kombination aus höheren Rechnungsbeträgen und einer steigenden Anzahl verspäteter Zahlungen hat zu einem Anstieg des Forderungsvolumens geführt. Der Zahlungsindikator zeigte für überfällige Rechnungen ein durchschnittliches Volumen von 22.239 Euro pro Kreditnehmer an, was einen klaren Anstieg im Vergleich zu 20.847 Euro im Vorjahr darstellt. Kreditgeber und Lieferanten sehen sich zunehmend wachsenden Risiken ausgesetzt und reagieren darauf mit verkürzten Zahlungsfristen. So betrug die durchschnittliche Zahlungsfrist im Jahr 2024 31,22 Tage, ein Rückgang von 0,83 Tagen im Vergleich zum Vorjahr.
Besonders groß war der Druck auf Unternehmen aus dem Großhandel sowie der Metall- und Elektrobranche, wo schnellere Zahlungsfristen gefordert wurden. Im Vergleich dazu blieben in der Chemieindustrie die Zahlungsziele tendenziell länger. Die durchschnittliche Überfälligkeit im B2B-Geschäft sank jedoch leicht auf 8,41 Tage, was einige Positiveffekte mit sich bringt. Trotz dieser Verschiebung müssen Unternehmen nach wie vor im Schnitt fast 40 Tage für Waren und Dienstleistungen vorfinanzieren. Beck informiert, dass Insolvenzzahlen in Deutschland 2024 um etwa 25% anstiegen, was die Sorgen um weitere Zahlungsausfälle verstärkt.
Warnsignal für die Wirtschaft
Noch besorgniserregender ist die allgemeine Lage, die sich in den rücklaufenden Wachstumsraten der Geschäftstransaktionen widerspiegelt. Trotz Effekten wie Preissteigerungen, die oft die wahre wirtschaftliche Situation in vielen Industrien verdecken, ist die Notwendigkeit eines soliden Forderungsmanagements unverkennbar. Laut Retail News sind Lieferanten und Kreditgeber gefordert, die Überwachung ihrer Forderungen zu intensivieren und in der gesamten Planung Anpassungen vorzunehmen, um den steigenden Herausforderungen der Branche gerecht zu werden. Die Notwendigkeit, sich an die neuen Gegebenheiten anzupassen, wird für alle Akteure zur obersten Priorität.