Schwarze Jule: Ein historisches Meisterwerk zieht ins Forster Museum!
Am 18. Juli 2025 wird die Lokomotive „Schwarze Jule“ im Museum Forst (Lausitz) eröffnet, Teil einer neuen Dauerausstellung.

Schwarze Jule: Ein historisches Meisterwerk zieht ins Forster Museum!
Die historische Lokomotive „Schwarze Jule“ wird am Freitag, dem 18. Juli, endlich ein festes Zuhause im neuen Museum Forst (Lausitz) finden. Der Transport der Lok, die unter der Nummer 36 firmiert, beginnt um 10 Uhr an der Hochstraße, wobei Schaulustige herzlich eingeladen sind, das Spektakel zu beobachten. Ab 12 Uhr erwartet die Besucher ein umfangreiches Rahmenprogramm auf dem Museumsvorplatz in der Sorauer Straße, das Informationen, Souvenirs und auch unkomplizierte Imbissangebote bereithält. Die „Schwarze Jule“ wird das Herzstück der neuen Dauerausstellung, die sich mit der Geschichte des Forster Stadtverkehrs befasst, präsentiert von Niederlausitz Aktuell.
Bereits im November 2023 wird die Dauerausstellung eröffnet und verspricht multimediale Einblicke in die Stadteisenbahn und die Rollbocktechnik, die eine große Rolle in der Entwicklung des Stadtverkehrs spielten. Interessanterweise stand die „Schwarze Jule“ bis jetzt im Verkehrsmuseum Dresden und ist seit 2012 als Dauerleihgabe in Forst untergebracht. Die Schenker Deutschland AG hat den Transport organisiert, was zeigt, dass auch moderne Logistikunternehmen zur Aufwertung des kulturellen Erbes beitragen können.
Ein Stück Forster Geschichte
Die „Schwarze Jule“ hat eine lange und bedeutende Geschichte, die im Jahr 1893 begann, als die Münchener Lokalbahn-Aktiengesellschaft die Forster Stadteisenbahn einrichtete. Diese Schmalspurbahn mit einer Spurweite von 1 Meter diente primär der Belieferung örtlicher Textilfabriken mit Braunkohle. Forst hat sich seit 1821 zu einem der bedeutendsten Standorte der Textilindustrie in Deutschland entwickelt. Im Jahr 1896 zählte man hier bereits 460 Unternehmen, von denen 302 in der Textilindustrie tätig waren. Zu diesem Zeitpunkt erhöhte sich die Einwohnerzahl auf ca. 24.000 und die Stadt war für ihre produktiven Fabriken bekannt, die alle auf die effiziente Anlieferung von Rohstoffen angewiesen waren, wie kuladig.de erklärt.
Die „Schwarze Jule“ transportierte an ihren besten Tagen bis zu 120.400 Tonnen Braunkohle im Jahr, und es ist nicht verwunderlich, dass die Bevölkerung auf die Errichtung des Schmalspurnetzes drängte. Diese innovative Lösung war die Antwort auf die Überlastung der Pferdefuhrwerke, die den steigenden Rohstoffbedarf nicht mehr bewältigen konnten.
Von der Vergangenheit zur Zukunft
Die spannende Geschichte der „Schwarzen Jule“ zeigt, wie wichtig Mobilität für die Entwicklung einer Stadt ist. Über die Jahre hat sie sich als wichtiges Transportmittel etabliert, auch wenn es in der Nachkriegszeit schwieriger wurde. Am 31. August 1965 fuhr sie schließlich ihre letzte Runde, und viele ihrer Bauartbrüder wurden demontiert. Doch die „Schwarze Jule“ überlebte und wird nun in einem neuen Licht erstrahlen. Die Wiederbelebung dieses beeindruckenden Erbes ist nicht nur eine Hommage an die industrielle Vergangenheit Forsts, sondern auch ein klares Zeichen der Wertschätzung gegenüber den Anstrengungen generationsübergreifender Arbeit in der Stadt.
Die Lokomotive wird nicht nur als technische Errungenschaft gefeiert, sondern ist auch ein Symbol für den Fortschritt und die geschichtliche Transformation der Stadt Forst, die von einer kleinen Tuchmacherstadt zu einem blühenden Zentrum der Textilproduktion gewachsen ist, und die von der leidenschaftlichen Arbeit ihrer Bewohner geprägt wurde. Ein Besuch im Museum wird daher nicht nur für Technikliebhaber, sondern für alle Geschichtsinteressierten ein spannendes Erlebnis.