Gemeinsam gedenken: Stolpersteine putzen und jüdisches Leben ehren
Am 9. November 2025 putzt die Paul-Gerhardt-Kirchengemeinde die Stolpersteine in Lübben zum Gedenken an die Opfer der Reichspogromnacht.

Gemeinsam gedenken: Stolpersteine putzen und jüdisches Leben ehren
In Lübben wird am 9. November 2025 ein bewegender Abend stattfinden, der die Erinnerung an die Opfer der Reichspogromnacht lebendig hält. Um 17:00 Uhr sind Interessierte eingeladen, gemeinsam die Stolpersteine zu putzen, die an die jüdischen Mitbürger erinnern, die während des Nationalsozialismus verfolgt und ermordet wurden. Veranstaltet wird dieses Ereignis von der Evangelischen Paul-Gerhardt-Kirchengemeinde Lübben und findet an der Paul-Gerhardt-Kirche statt. Im Anschluss an die Putzaktion wird es in der Kirche ein gemeinsames Gebet geben, das die Gedenkfeier abrundet. Niederlausitz Aktuell berichtet, dass Marianne Wenzel vom Museum Schloss Lübben in einer Ansprache über das jüdische Leben in Lübben erzählen wird.
Dieser besondere Gedenktag ist nicht nur eine Erinnerung an die grausamen Ereignisse der Reichspogromnacht in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938, als mehr als 1.000 jüdische Menschen ermordet und zahlreiche Synagogen in Deutschland, darunter auch in Lübben, in Brand gesetzt wurden. Es ist der Beginn einer systematischen Verfolgung und Vernichtung des europäischen Judentums, die später im Holocaust gipfelte. Infolge dieser Pogrome wurden etwa 30.000 jüdische Menschen verhaftet und viele in Konzentrationslager deportiert. Geschichtlich gesehen hat die Reichspogromnacht eine zentrale Rolle in der Erinnerungskultur, die das kollektive Gedächtnis zur Aufarbeitung des Holocaust prägt, der das Leben von rund sechs Millionen europäischer Juden forderte, wie Wikipedia darstellt.
Stolpersteine als Zeichen der Erinnerung
Insgesamt gibt es in Lübben 11 Stolpersteine, die an die Opfer des Holocausts erinnern. Dazu zählen unter anderem:
- Sophie Charlotte Astrich (1893–1941)
- Albert Bock (1870–1943)
- Julius Burchadi (1877–1941)
- Minna Burchadi (1878–1941)
- Werner Dielmann (1921–1940)
- Erwin F. (1928–1940)
- Bruno Klingbeil (1920–1940)
- Julius Moses (1883–1944)
- Frieda Moses (1893–1943)
- Johanna Wolff (1859–1942)
- Rosalie Kassel (1911–1942)
Die Stolpersteine sind weit mehr als nur Gedenkplatten; sie halten die Geschichten der Menschen wach, deren Leben durch das nationalsozialistische Regime brutal zerstört wurde. Bei der Putzaktion kommt der Gemeinschaft eine tragende Rolle zu, denn das gemeinsame Handeln symbolisiert nicht nur die Wertschätzung der Opfer, sondern auch das Engagement der Lübbener Bürger für ein friedliches Miteinander und gegen das Vergessen.
Ein Orte des Gedenkens
Nach dem Putzen der Stolpersteine wird es ein Licht und Gebet in der Paul-Gerhardt-Kirche geben, gefolgt von einem Gedenken am Ort der ehemaligen Synagoge, wo eine tragische Geschichte ihren Lauf nahm. Dies ist nicht nur ein Zeichen des Respekts, sondern auch ein wichtiger Schritt zur Aufarbeitung der lokalen Geschichte. Bei der Erinnerung an diese dunkle Zeit ist es essenziell, dass sowohl die jüngeren als auch die älteren Generationen die Lektionen der Vergangenheit verstehen. Am 9. November haben alle die Möglichkeit, ihren Teil zur Mahnung beizutragen und ein Zeichen gegen Antisemitismus zu setzen.
Für weitere Informationen über die Veranstaltung bietet die Stadt Lübben auf ihrer Website umfassende Details an: Lübben.de.