Eugen Ernst: Ein Lebenswerk für die Sozialdemokratie in Werder!
Am 5. Juni 2025 wurde in Werder (Havel) das Buch über Ehrenbürger Eugen Ernst vorgestellt, das seine soziale und politische Bedeutung beleuchtet.

Eugen Ernst: Ein Lebenswerk für die Sozialdemokratie in Werder!
Am 5. Juni 2025 wurde in Werder (Havel) ein ganz besonderes Buch vorgestellt: „Eugen Ernst – Ein Leben für die Ideale der Sozialdemokratie“. Die Autorin Ingrid Felgner übergab gemeinsam mit Dr. Klaus-Peter Meißner vom Heimatverein Werder das Werk an die Bürgermeisterin Manuela Saß. Es handelt sich dabei um die erste umfassende biografische Skizze über das Leben von Eugen Ernst, der von 1864 bis 1954 lebte. Die Publikation ist nicht nur ein spannendes Stück Literatur, sondern auch ein wertvoller Beitrag zur Erinnerungskultur der Stadt, wie Bürgermeisterin Saß betonte. Laut wirsindwerder.de hilft das Buch, die Geschichte dieser Region lebendig zu halten.
Eugen Ernst wurde am 20. September 1864 in Murowana-Goslin, einer Stadt in der Provinz Posen geboren. Er war der Sohn eines Tischlermeisters und erlernte das Schriftsetzerhandwerk. Neben seiner beruflichen Tätigkeit engagierte sich Ernst bereits früh in der Sozialdemokratie. 1884 trat er den freien Gewerkschaften und nur zwei Jahre später der SPD bei. Sein politisches Wirken umspannte viele Jahre, in denen er unter anderem als Mitglied des Preußischen Ministeriums des Innern und Polizeipräsident von Groß-Berlin sowie Breslau tätig war. Die Verstrickungen in die politischen Umstände seiner Zeit waren nicht ohne Folgen – unter dem NS-Regime musste er schwere Verfolgungen erdulden, bevor sich seine politische Karriere nach dem Zweiten Weltkrieg wieder beleben ließ.deutsche-biographie.de schildert diesen Weg detailliert.
Ein Leben für die sozialen Belange
Besonders prägend war für Eugen Ernst sein Einsatz in Werder (Havel), wo er seit 1926 tätig war. Hier setzte er sich vor allem für die Linderung der Not unter Kindern ein. Diesen sozialen Aspekt seiner Arbeit hebt auch die neue Biografie hervor, wobei die Autorin Felgner auf umfangreiche Archivmaterialien und persönliche Dokumente aus dem Familienbesitz zurückgriff. Schließlich war Eugen Ernst der Patenonkel ihres Vaters, Karl Heinz Kassens.
Im Jahr 1948 wurde Ernst für seinen unermüdlichen sozialen Einsatz mit der Ehrenbürgerwürde der Stadt Werder ausgezeichnet. Diese Auszeichnung ist nun Teil des heutigen Gedenkens und der Anerkennung seines Engagements. Die Biografie bietet auch Einblick in seine Rolle in der Weimarer Republik und seine Teilnahme an Wahlrechtsdemonstrationen sowie seine Positionen innerhalb der Partei und der Nationalversammlung.
Eine Reihe zur Stadtgeschichte
Die Neuerscheinung ist der Auftakt zu einer geplanten Buchreihe über Ehrenbürger der Stadt, die weiterhin die Werderaner Zeitgeschichte dokumentieren soll. Die Stadt selbst hat zehn Exemplare des Buches erworben, die in der Stadtbibliothek zur Ausleihe bereitstehen. So gibt es für jede Leserin und jeden Leser die Möglichkeit, in die Geschichte zu tauchen und die Zeit von Eugen Ernst nachzuvollziehen.wirsindwerder.de bietet zudem Informationen zum Erwerb des Buches im Buchhandel.
Eugen Ernst starb am 31. Mai 1954 in Werder (Havel) und hinterließ ein Erbe, das sowohl politisch als auch gesellschaftlich bedeutend war. Sein Wirken bleibt unvergessen und stellt einen wichtigen Teil der politischen und sozialen Geschichte sowohl der Stadt Werder als auch der Region dar.