Erster Öllieferung aus Kasachstan: Schwedts Raffinerie in der Zwickmühle!
Am 7. September 2025 erhielt die PCK-Raffinerie in Schwedt die erste Charge kasachischen Öls nach einem Ukraine-Angriff auf die Druschba-Pipeline.

Erster Öllieferung aus Kasachstan: Schwedts Raffinerie in der Zwickmühle!
Am Freitagmorgen machte die PCK-Raffinerie in Schwedt einen wichtigen Schritt: Die erste Charge kasachischen Öls erreichte das Werk über die Druschba-Pipeline. Dieser Transport kommt nur zwei Wochen nach einem Angriff der Ukraine auf die russische Pipeline, die zu einem vorübergehenden Lieferstopp führte, wie die Märkische Allgemeine berichtet. Trotz dieser Schwierigkeiten hat die Raffinerie den Vorfall relativ unbeschadet überstanden, auch wenn die Unsicherheit über die Zukunft des Unternehmens weiterhin besteht.
Der Ausblick auf die kommenden Wochen wird besonders spannend, denn am Mittwoch läuft die Treuhand für die PCK-Raffinerie aus, die vor drei Jahren vom Bund für den Mehrheitseigner Rosneft Deutschland eingerichtet wurde. Gerüchte aus Berlin deuten darauf hin, dass eine Verlängerung der Treuhand wahrscheinlich ist, auch wenn Rosneft formal dagegen ist. Ein Anwalt von Rosneft äußerte sich jedoch nicht zu den Erfolgschancen etwaiger Klagen gegen eine Verlängerung.
Rosnefts Herausforderungen und mögliche Enteignung
Das letzte Jahr war für Rosneft mehr als turbulent, und dies hat auch Auswirkungen auf die Mitarbeiter der PCK-Raffinerie. Seit Jahresbeginn haben rund 50 Mitarbeiter das Unternehmen verlassen, und auch der Anteilseigner Shell plant, sich zurückzuziehen. Berlin hat bereits zweimal den Vorkauf dieser Anteile durch Rosneft verhindert, während ein Kauf durch das Land Brandenburg derzeit nicht auf der Agenda steht. Die Sorgen in der Hauptstadt gehen dahin, dass Rosneft eine Enteignung möglicherweise als vorteilhafter ansieht als einen Verkauf, was die Situation zusätzlich kompliziert.
Laut Berichten bezieht die PCK-Raffinerie überhaupt kein russisches Öl mehr, sondern ist auf Importe aus Kasachstan angewiesen. Monatlich importiert Rosneft rund 120.000 Tonnen des kasachischen Erdöls, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Ein Sprecher der Raffinerie bestätigte, dass die Auswirkungen der Angriffe auf die Druschba-Pipeline auf die eigene Lieferkette weiterhin geprüft werden.
Unterdessen presst der Druck aus Russland, wo ukrainische Drohnen kontinuierlich Angriffe auf die Infrastruktur ausführen. Die anhaltenden Angriffe auf die Druschba-Pipeline, die bis zu 2,5 Millionen Barrel pro Tag transportiert und seit den 1960er-Jahren als wichtige Lebensader für viele osteuropäische Länder fungiert, werfen Schatten auf die zukünftige Stabilität der Energieversorgung in Europa. Die Berichterstattung von T-Online verdeutlicht die komplexe Lage und die möglichen globalen Auswirkungen dieser Konflikte.
Künftige Perspektiven
Die Situation der PCK-Raffinerie bleibt damit angespannt. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche kündigte an, an einem langfristigen, zukunftsfähigen Konzept für die Raffinerie zu arbeiten, um die wirtschaftliche Basis des Standorts zu sichern. Doch der scheidende Geschäftsführer von Rosneft Deutschland, Udo Giegerich, sieht die Notwendigkeit einer Verstaatlichung, um für Stabilität zu sorgen. Hierbei gibt es große Bedenken, ob der Staat tatsächlich die Fähigkeiten hat, als Gesellschafter zu agieren.
Die Belegschaft und die Zukunft der PCK-Raffinerie in Schwedt werden sicherlich ein zentrales Thema in den kommenden Wochen sein, während die Entwicklungen in der Ukraine und die globale Energiesituation weiterhin mit Spannung verfolgt werden. Die nächst Schritte könnten darüber entscheiden, ob die Raffinerie als stabiler Standort erhalten bleiben kann oder ob die Schwierigkeiten überhandnehmen.