Emotionaler Totensonntag: Bestattungen mit Bierflasche und Co.
Erfahren Sie alles über Bestattungen in Wittstock/Dosse am Totensonntag: Regelungen, Kosten und persönliche Abschiednahmen.

Emotionaler Totensonntag: Bestattungen mit Bierflasche und Co.
Am heutigen Totensonntag, dem 23. November 2025, gedenken viele Menschen in Brandenburg ihrer verstorbenen Angehörigen. In Wittstock berichten Bestatter von den emotionalen Momenten, die bei Bestattungen erlebt werden. Tilo Brüsehafer vom örtlichen Bestattungshaus erzählt von persönlichen Abschieden, bei denen Hinterlassenschaften wie Bierflaschen oder Zigaretten in den Sarg gelegt werden. Ein Brauch, der Raum für individuelle Erinnerungen schafft.
Das brandenburgische Bestattungsgesetz sieht vor, dass zwischen dem Todesfall und der Bestattung höchstens zehn Tage liegen dürfen. Daher ist eine schnelle Organisation entscheidend. Die Leiche wird zunächst in ein Kühlfach gebracht, das sich im Wredenhagen befindet, wo sie auch für die spätere Sargposition vorbereitet wird. Eine wichtige Information für angehörige Personen: Für einen Beratungstermin sind drei Dokumente erforderlich: die Geburtsurkunde, ein Ehe-Nachweis, falls der Verstorbene verheiratet war, und die Rentennummer, sofern der Verstorbene im Rentenalter war.
Auf die Beisetzungsart kommt es an
Die Angehörigen haben die Entscheidungen über die Art der Beisetzung in der Hand. Ob Erdbestattung oder Feuerbestattung – in Wittstock zeigt sich ein klarer Trend zu Urnenbeisetzungen. Monika Geyer vom Bestattungshaus Geyer stellt fest, dass lediglich 20 Prozent der etwa 150 bis 180 jährlichen Bestattungen in Erdgräbern stattfindet. Dies spiegelt sich auch in den aktuellen Zahlen wider: pro Monat gibt es etwa 28 Erdbestattungen und rund 15 Urnenbeisetzungen.
Für Feuerbestattungen erfolgt die Überführung ins Krematorium nach Schwerin, was in der Regel eine Woche in Anspruch nimmt. Die Aufbereitung des Verstorbenen, das Ankleiden, Schminken und Frisieren, dauert etwa drei Stunden und schlägt mit 110 Euro zu Buche. Angehörige entscheiden zudem, ob der Sarg bei der Trauerfeier geöffnet wird und welche Musik gespielt wird. Beliebt sind hierbei Lieder von Unheilig, neben weniger klassischer Musik.
Kosten und Vorschriften im Überblick
Ein weiterer wichtiger Punkt sind die Kosten, die mit einer Bestattung verbunden sind. Die Preisspanne für eine Beisetzung liegt zwischen 4000 und 6500 Euro, während eine Grabrede bis zu 700 Euro kosten kann. Die Gebühren für Grabstätten sind in der Friedhofsgebührensatzung der Stadt Wittstock festgelegt, und so kostet eine Reihengrabstätte 750,56 Euro, während eine Erdgemeinschaftsanlage mit 1121,85 Euro zu Buche schlägt. Laut dem brandenburgischen Bestattungsgesetz beträgt die Ruhefrist 20 Jahre für Sarggräber und 15 Jahre für Urnengräber.
Nun ist es an der Zeit, Bestattungsvorsorge zu betreiben, so Monika Geyer. Diese Vorsorge kann Angehörige von emotionalen und finanziellen Belastungen entlasten, besonders in solch schwierigen Zeiten.
Das Bestattungswesen in Brandenburg unterliegt strengen Vorschriften, die sicherstellen, dass die letzte Ruhestätte mit Würde und Respekt behandelt wird. Ein wichtiger Bestandteil ist die ärztliche Leichenschau, die Pflicht ist und zumindest einmal durchgeführt werden muss, bevor eine Bestattung stattfinden darf. Das Gesetz regelt auch, dass Bestattungen innerhalb von zehn Tagen nach dem Todesfall erfolgen müssen und dass eine Einäscherung nur nach einer zweiten Leichenschau zulässig ist. Diese Punkte sind allesamt in den Paragraphen des Brandenburgischen Bestattungsgesetzes verankert.