Eindringlinge im Spreewald: Fünf invasive Arten bedrohen Ökosysteme!
Entdecken Sie die fünf invasiven Arten im Spreewald, ihre Auswirkungen auf die Umwelt und notwendige Schutzmaßnahmen.

Eindringlinge im Spreewald: Fünf invasive Arten bedrohen Ökosysteme!
Was macht der Spreewald da bloß? Ein Blick auf die Tierwelt zeigt, dass invasive Arten zunehmend zum Problem werden. Aktuell sind fünf besonders präsente Eindringlinge in der Region: Waschbär, Marderhund, Nutria, amerikanischer Flusskrebs und der Katzenwels. Diese nicht heimischen tierischen Neuankömmlinge haben bereits negative Auswirkungen auf die lokale Fauna und Flora.
Der Waschbär, der ursprünglich aus Amerika stammt, nutzt gerne die Ressourcen der Menschen, von Mülltonnen bis zu Obstbäumen. Er ist besonders gefährlich für Boden- und Höhlenbrüter, da er deren Nester plündert und so die heimische Vogelpopulation gefährdet. LR Online berichtet, dass der Waschbär mittlerweile die Spitze der häufigsten invasiven Arten in Deutschland einnimmt.
Die anderen Eindringlinge
Der Marderhund, der seine Wurzeln in Ostasien hat, ist als weniger problematisch einzustufen, da er vor allem pflanzliche Nahrung bevorzugt und für eine gewisse „Putzfunktion“ in seinem Lebensraum sorgt. Dennoch kann auch er heimische Arten gefährden, insbesondere Vögel, die in den gleichen Lebensräumen nisten. Die Nutria, auch als Sumpfbiber bekannt, stammt aus Südamerika und gräbt unterirdische Baue in Uferböschungen. Dabei kommt es häufig zu Fraßschäden an Nutzpflanzen und eine Gefährdung der Ufervegetation.
Eine weitere kritische Art ist der amerikanische Flusskrebs, der nicht nur einheimische Flusskrebse verdrängt, sondern zudem Krebspest überträgt und die Fortpflanzung von Fischen und Amphibien gefährdet. Der Katzenwels, ursprünglich aus Nordamerika, ist äußerst anpassungsfähig und drängt heimische Fischarten zurück. Er hat auch eine Vorliebe für das Fressen von Libellenlarven und anderen Kleintieren, was negative Auswirkungen auf das lokale Ökosystem hat.
Insgesamt sind über 10.000 gebietsfremde Arten in Europa verbreitet, und mindestens 15 Prozent davon gelten als invasiv mit ernsthaften negativen Einflüssen auf die Umwelt und die Wirtschaft. Die EEA hebt hervor, dass über 60 Prozent aller Artenausrottungen auf diese invasiven Arten zurückzuführen sind.
Folgen und Maßnahmen
Das Aussterben einheimischer Arten wird durch invasive Arten massiv beschleunigt und stellt ein ernsthaftes ökologisches Problem dar, da sie nicht nur einheimische Arten verdrängen, sondern auch Krankheiten verbreiten. In Deutschland gibt es eine EU-Liste, die 47 invasive gebietsfremde Tier- und Pflanzenarten enthält, für die spezifische Maßnahmen zur Regulierung, Kontrolle und Aufklärung erforderlich sind. Einen Überblick über die Top Ten invasiven Tiere bietet artensterben.de.
Besonders hervorzuheben sind weitere invasive Arten wie der Kamberkrebs und die asiatische Hornisse, die nicht nur das ökologische Gleichgewicht stören, sondern auch ökonomische Schäden verursachen können. Um dem Einfall dieser Arten entgegenzuwirken, gibt es seit 2015 eine EU-Verordnung, die den Handel, Transport und die Freisetzung invasiver Arten reguliert.
Die Faszination für exotische Arten kann zwar verlockend sein, doch die negativen Folgen für unsere heimische Biodiversität sind nicht zu ignorieren. Ein verantwortungsbewusster Umgang mit gebietsfremden Arten ist unerlässlich, um die biologische Vielfalt zu erhalten und zukünftige ökologischen Katastrophen abzuwenden.