In Potsdam brodelt es rund um den neuen Garnisonkirchturm. Bischof Christian Stäblein hat bei der Herbsttagung der Landessynode klargemacht, dass die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz keine weiteren Mittel für den Betrieb des beeindruckenden Turms bereitstellen wird. Die bereits in diesem Jahr genehmigten Gelder in Höhe von bis zu 950.000 Euro aus dem kirchlichen Krisenfonds sollen die letzten sein. „Wir brauchen ein Betriebskonzept oder eine Exitstrategie“, forderte er deutlich und mahnte zur Dringlichkeit, diese Maßnahmen in den kommenden zwei bis drei Jahren umzusetzen. Das Thema war von den Mitgliedern der Kirchenleitung und des Haushaltsausschusses intensiv diskutiert worden, berichtet der Tagesspiegel.

Der Turm, der am 22. August 2024 feierlich eröffnet wurde, hat viel zu bieten. Mit Unterstützung von rund 120 Gästen, darunter auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, wurde dieser historisch-kritische Ort ins Leben gerufen, der in der Vergangenheit weit mehr als nur ein Prachtbau war. Nach dem Brand der Garnisonkirche im Jahr 1945 und der späteren Abrissarbeiten in der DDR erblüht hier eine neue Facette der Geschichte Potsdams. Der neue Turm, aus etwa 2,4 Millionen Ziegelsteinen errichtet, dient nicht nur als Kirche, sondern auch als Aussichtspunkt, Bildungsort und historisches Museum. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf etwa 42,5 Millionen Euro, wobei 25 Millionen Euro von Bundesmitteln stammen, so die Informationen von ekbo.de.

Ein Blick in die Zukunft

Doch was kommt als Nächstes? Die Lösung für den Betrieb des Turms steht in den Sternen. Stäblein hat betont, dass zukünftige Mittelvergabe an Bedingungen geknüpft ist, die Transparenz und Effizienz verlangen. Der Stiftungsvorstand ist aktuell auf der Suche nach Partnern, um eine tragfähige Struktur zu schaffen. Gespräche mit der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten sowie die Einwerbung von Fördermitteln beim Bundeskulturstaatsministerium laufen bereits, um den Betrieb des Turms langfristig zu sichern.

„Friedensethische Arbeit“ ist eine Kernbotschaft des Projekts, die auch Schulklassen und verschiedene Gruppen ansprechen soll. So umfasst das aktuelle Bildungsprogramm in der Garnisonkirche Potsdam spannende Angebote wie Workshops, Projekttage und interaktive Rundgänge. Diese setzen sich kritisch mit der Geschichte der Garnisonkirche auseinander und fördern ein respektvolles Miteinander. Damit wird sowohl Frieden als auch Demokratie nicht nur thematisiert, sondern aktiv erlebt, wie auf garnisonkirche-potsdam.de nachzulesen ist.

Für alle, die mehr über die Programme erfahren möchten, sind die Kontakte bei Hana Hlásková stets offen. Ob per E-Mail unter bildung@garnisonkirche-potsdam.de oder telefonisch unter 0331 9513 3397 – die Garnisonkirche lädt alle Interessierten ein, Teil ihres Angebots zu werden.