Die Potsdamer Tourismusbranche hat das Jahr 2025 mit Rekordwerten abgeschlossen. Laut einer aktuellen Bilanz, die auf der Website der Stadt Potsdam veröffentlicht wurde, konnten in Beherbergungsbetrieben mit mindestens zehn Betten insgesamt 1,5 Millionen Gästeübernachtungen verzeichnet werden, was einem Anstieg von 5% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Besonders erfreulich ist die Tatsache, dass die Zahl der Übernachtungsgäste erstmals die 600.000-Marke überschreitet und mit 638.518 Gästen ein Plus von 8,9% im Vergleich zum Vorjahr erreicht.
Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Gäste belief sich auf 2,4 Tage, wobei die Monate Juli und Oktober mit einem Wachstum von 8,5% und 9,9% die positivsten Entwicklungen zeigten. Auch die Nebensaison-Monate November mit 13,5% und Dezember mit 17,0% konnten erstmals über 100.000 Übernachtungen erzielen. Die nachfragestärksten Monate waren der Oktober, August und September, die jeweils über 64.000 Gäste verzeichneten. Dies zeigt, dass Potsdam nicht nur in der Hauptsaison, sondern auch in der Nebensaison immer attraktiver wird.
Ausländische Gäste und Bettenangebot
Die Übernachtungen ausländischer Gäste erreichten im Juli und August Höchstwerte, mit einem Anstieg von 1,9% bzw. 27,9%. Trotz dieser positiven Entwicklung sank der Gesamtanteil der Auslandsübernachtungen auf 10% (2024: 10,5%). Die Top 3 der Herkunftsländer sind Polen mit 8.780 Gästen, gefolgt von den Niederlanden mit 6.216 Gästen und den USA mit 4.686 Gästen.
Das Bettenangebot in Potsdam hat sich seit 2015 um etwa 2.200 Betten erhöht und beträgt nun zwischen 7.133 und 7.829 Betten in 57 Beherbergungsbetrieben. Die durchschnittliche Bettenauslastung lag 2025 bei 51,3%, im Vergleich zu 57,4% im Jahr 2019. Diese Zahlen verdeutlichen das Wachstum des touristischen Angebots in der Stadt.
Besucherzahlen und wirtschaftliche Einordnung
Die Besucherzahlen der Sehenswürdigkeiten in Potsdam zeigen eine gemischte Entwicklung. Das Museum Barberini verzeichnete mit 348.937 Besuchen einen Rückgang von 7,5%, während das Schloss Sanssouci mit 291.363 Besuchen ein Plus von 0,3% verzeichnen konnte. Der Filmpark Babelsberg erlebte einen Rückgang um 8,6% auf 229.743 Besucher, während das Waschhaus einen Zuwachs von 28,1% auf 183.410 Besucher verzeichnete. Auch die Biosphäre Potsdam musste einen Rückgang um 5,5% auf 168.387 Gäste hinnehmen.
Zusätzlich zu den Übernachtungen sind die Tagesreisen zu erwähnen. Im Jahr 2024 wurden 16,3 Millionen Tagesreisen mit durchschnittlichen Ausgaben von 35,70 Euro pro Person getätigt, was zu einem Bruttoumsatz von 581,9 Millionen Euro führte. Dies macht 67% des gesamten touristischen Bruttoumsatzes von 868,3 Millionen Euro aus und zeigt die große Bedeutung des Tagesreiseverkehrs für die lokale Wirtschaft.
Die über die neue Übernachtungssteuer, die seit dem 1. April 2025 mit 7,5% des Übernachtungspreises erhoben wird, generierten Einnahmen von 5,595 Millionen Euro könnten ebenfalls einen Beitrag zur weiteren Entwicklung des Tourismus in Potsdam leisten. Ein Kurzbericht mit dem Titel „Tourismus im Blick: Angebot und Nachfrage“ wird bald auf der Website der Stadt Potsdam verfügbar sein, um weitere Einblicke in die touristischen Entwicklungen zu geben.
Die SHD-Ergebnisse bieten zudem wirtschaftspolitisch relevante Informationen über Unternehmensstrukturen im Gastgewerbe, die für die Beurteilung von Rentabilität und Produktivität entscheidend sind. Sie unterstützen nicht nur wirtschafts- und strukturpolitische Entscheidungen, sondern auch die Berichtspflichten der EU und die konjunkturelle Darstellung im Dienstleistungsbereich in Deutschland. Die monatlichen Erhebungen im Gastgewerbe erfassen wichtige Kennzahlen wie Umsatz und Beschäftigtenzahlen, die für die Analyse der Konjunkturentwicklung von Bedeutung sind. Dies zeigt, wie wichtig die Tourismusbranche für die wirtschaftliche Stabilität und das Wachstum der Region ist.