Am 14. Februar 2026 wird Potsdam erneut ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen setzen. Im Rahmen der internationalen Aktion „One Billion Rising“ versammeln sich Menschen auf dem Luisenplatz vor dem Brandenburger Tor, um gemeinsam zu tanzen und ihre Solidarität auszudrücken. Diese Veranstaltung, die um 14 Uhr beginnt, steht unter dem Motto „Ni Una Menos – Nicht eine weniger“ und wird vom Autonomen Frauenzentrum Potsdam e.V., dem Frauenpolitischen Rat Brandenburg sowie dem Netzwerk der brandenburgischen Frauenhäuser organisiert. Oberbürgermeisterin Noosha Aubel wird anwesend sein und die Teilnehmenden begrüßen.
Die Aktion „One Billion Rising“ wurde 2012 von Eve Ensler ins Leben gerufen und findet seither jährlich am Valentinstag statt. Sie zielt darauf ab, ein starkes Zeichen gegen die Gewalt zu setzen, die jede dritte Frau oder jedes dritte Mädchen im Laufe ihres Lebens erlebt – eine erschreckende Zahl, die etwa einer Milliarde Frauen weltweit entspricht. Die Tanzperformance ist niedrigschwellig gestaltet, sodass keine Vorkenntnisse erforderlich sind. Alle FLINTA* (Frauen, Lesben, intersexuelle, nicht-binäre, trans und agender Personen) sind herzlich eingeladen, teilzunehmen und Teil dieser wichtigen Bewegung zu werden.
Hintergrund zur Gewalt gegen FLINTA
Gewalt gegen FLINTA ist ein zentrales Thema, das feministischen Bewegungen am Herzen liegt. In Brandenburg wurden im Jahr 2024 insgesamt 6.790 polizeilich erfasste Straftaten häuslicher Gewalt registriert, wobei die Dunkelziffer weitaus höher sein dürfte. Wie Katrin Aechtner betont, ist es von großer Bedeutung, dieses Problem offensiv anzugehen und auf die Notwendigkeit von Gleichberechtigung und Gerechtigkeit hinzuweisen. Jessika Grunow ergänzt, dass geschlechtsspezifische Gewalterfahrungen oft bereits in der Jugend beginnen und somit präventive Maßnahmen von großer Bedeutung sind.
Das Motto „Ni Una Menos“ hat seinen Ursprung in Mexiko und wurde 1995 von Susana Chávez geprägt, um gegen Feminizide und geschlechtsspezifische Gewalt zu protestieren. Die NiUnaMenos-Bewegung hat sich seither weltweit verbreitet und kämpft für Menschenrechte sowie gegen die Gewalt, die FLINTA* erleben. Die Veranstaltung am 14. Februar ist nicht nur eine Tanzperformance, sondern auch ein kraftvolles Zeichen der Gemeinschaft und des Widerstands.
Der internationale Kontext
Die Aktion „One Billion Rising“ steht im Kontext des Internationalen Frauentags, der am 8. März gefeiert wird und 1975 von den Vereinten Nationen institutionalisiert wurde. Dieser Tag fordert die Bekämpfung von Gewalt, Diskriminierung und Ausbeutung sowie die Gleichstellung der Geschlechter. Laut Berichten der UN Women gibt es zwar Fortschritte in der Gleichstellung, doch diese werden als „zu langsam, zu fragil und zu ungleichmäßig“ beschrieben. In Deutschland ist jede dritte Frau mindestens einmal Opfer von physischer oder sexualisierter Gewalt geworden. Im Jahr 2023 wurden 167.639 Fälle von Partnerschaftsgewalt angezeigt, was einen Anstieg von 6,4% im Vergleich zum Vorjahr darstellt.
Die Statistiken zeigen, dass Frauen und Mädchen häufig unter Armut, Hunger und unzureichender Gesundheitsversorgung leiden. Der Gender Pay Gap bleibt ein drängendes Problem, und der Zugang zu Bildung ist für viele Frauen noch eingeschränkt. Der Kampf um Gleichberechtigung ist also noch lange nicht gewonnen. In diesem Zusammenhang ist die Teilnahme an der Veranstaltung in Potsdam ein wichtiger Schritt, um auf die Herausforderungen aufmerksam zu machen und gemeinsam für eine bessere Zukunft zu kämpfen. Weitere Informationen zur Veranstaltung sind auf der Webseite des Autonomen Frauenzentrums Potsdam zu finden.