Heute ist der 2.03.2026, und die Luftqualität in Potsdam steht erneut im Fokus. An einer Messstation im Potsdamer Zentrum werden die Werte für die Luftqualität kontinuierlich erfasst, insbesondere die Belastung durch Feinstaub (PM10). Der Grenzwert für PM10 liegt bei 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft, welcher jährlich bis zu 35 Mal überschritten werden darf. Um die Luftqualität zu bewerten, werden zudem Stickstoffdioxid und Ozon in Betracht gezogen.
Die Grenzwerte für diese Schadstoffe sind klar definiert: Werte über 200 μg/m³ für Stickstoffdioxid, 100 μg/m³ für Feinstaub und 240 μg/m³ für Ozon gelten als sehr schlecht. Bei schlechter Luftqualität wird empfohlen, dass empfindliche Personen körperliche Anstrengungen im Freien vermeiden sollten. Bei mäßiger Qualität sind kurzfristige gesundheitliche Auswirkungen unwahrscheinlich, jedoch könnten empfindliche Personen dennoch betroffen sein. Auf der anderen Seite signalisiert eine gute Luftqualität, dass keine gesundheitlich nachteiligen Wirkungen zu erwarten sind.
Feinstaubbelastung und Silvesterfeuerwerk
Ein besonderes Augenmerk gilt der Feinstaubbelastung, die auch durch Feuerwerke, insbesondere zu Silvester, kurzfristig ansteigt. Jährlich entstehen durch Feuerwerk 2050 Tonnen Feinstaub, wobei 1500 Tonnen, also 75%, allein in der Silvesternacht freigesetzt werden. Interessanterweise beeinflussen die Wetterbedingungen die Verteilung des Feinstaubs erheblich. Der Feuerwerksqualm besteht größtenteils aus unsichtbarem Feinstaub, der gesundheitsschädlich sein kann.
Die Messdaten zur Luftqualität werden stündlich aktualisiert, etwa 20 Minuten nach der Messung, und sind vorläufig, das heißt, sie sind nicht zur Weiterverarbeitung geeignet und Änderungen der Daten sind jederzeit möglich. Die endgültigen Ergebnisse werden nach einer Qualitätssicherung veröffentlicht, in der Regel im Jahresbericht zur Luftqualität. Für detaillierte Informationen zu den Luftgütedaten stehen Kontaktmöglichkeiten zur Verfügung, wobei ein Verweis auf das Impressum nicht fehlen darf (Quelle).
Gesundheitliche Auswirkungen und politische Forderungen
Die gesundheitlichen Auswirkungen von Luftschadstoffen sind nicht zu unterschätzen. Im Jahr 2022 gab es in Deutschland 69.865 Todesfälle durch Feinstaub (PM2,5), 28.464 durch Stickstoffdioxid und 22.924 durch Ozonbelastung. Laut einem Bericht der Europäischen Umweltagentur (EEA) hätten durch die Einhaltung der WHO-Empfehlungen 32.628 Todesfälle durch Feinstaub und 9.442 durch Stickstoffdioxid vermieden werden können (Quelle).
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) fordert die Umsetzung der WHO-Grenzwerte von 5 µg/m³ für Feinstaub und 10 µg/m³ für Stickstoffdioxid bis spätestens 2035 in Deutschland. Zudem wird eine Vorziehung der neuen EU-Grenzwerte für Luftschadstoffe von 2030 auf 2028 gefordert. Die Neufassung der EU-Luftqualitätsrichtlinie tritt am 10. Dezember 2024 in Kraft, und bis spätestens 11. Dezember 2026 muss diese in die Bundesimmissionsschutzgesetzgebung übertragen werden. Die DUH sieht die Notwendigkeit, die neuen Standards rasch umzusetzen, um die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen und den Methanausstoß zu reduzieren, um die Ozonbelastung weiter zu verringern.