In Potsdam wird ein bemerkenswerter Fokus auf die Unterstützung von Familien und intergenerationalen Begegnungen gelegt. Familienzentren und Mehrgenerationenhäuser sind dabei zentrale Akteure, die Begegnung, Unterstützung und Bildung bieten. Die Angebote dieser Einrichtungen sind vielfältig und reichen von Antragsberatungen bis hin zu kreativen Zirkusprojekten, die speziell auf die lokalen Bedürfnisse der Gemeinschaften zugeschnitten sind. Diese Initiativen sind offen für alle – unabhängig von Alter, Geschlecht, Lebenssituation, sexueller Orientierung, kulturellem Hintergrund oder Herkunft. Aktuell findet eine Ausstellung statt, die Themenbanner, multimediale Einblicke, Alltags-Exponate und Zitate zu den Wirkungsfeldern dieser wichtigen Einrichtungen präsentiert. Weitere Informationen zur Ausstellung können auf der Website der Stadt Potsdam einsehen werden.
Das Bundesprogramm „Mehrgenerationenhaus“, das seit 2006 besteht, fördert mittlerweile rund 530 Einrichtungen in Deutschland, darunter 39 in Brandenburg. Gleichzeitig wurde 2019 das Förderprogramm „Familienzentren“ in Brandenburg ins Leben gerufen, welches die bestehenden Strukturen der Mehrgenerationenhäuser nutzt. Derzeit gibt es 35 Familienzentren an Mehrgenerationenhäusern sowie 16 an anderen Einrichtungen. Zudem werden 7 Modellprojekte mit Landesmitteln unterstützt, deren Ziel es ist, einkommensschwache und armutsgefährdete Familien bei der Inanspruchnahme finanzieller Leistungen zu unterstützen.
Alphabetisierung und Grundbildung im Fokus
Ein zentraler Aspekt der Arbeit in Mehrgenerationenhäusern ist die Förderung von Lese-, Schreib- und Rechenkompetenzen. Dieser Sonderschwerpunkt ist Teil der Nationalen Dekade für Alphabetisierung und Grundbildung, die zum Ziel hat, das Grundbildungsniveau in Deutschland bis 2026 zu erhöhen. Der Fokus liegt dabei auf der gesellschaftlichen und beruflichen Teilhabe von gering literalisierter Menschen, wobei das soziale Umfeld als wichtiger Lernort dient. Mehrgenerationenhäuser fungieren hierbei als wichtige Anlaufstellen und Partner vor Ort. Im aktuellen Förderzeitraum können bis zu 14.000 Euro zusätzliche Fördermittel beantragt werden, um Projekte im Bereich Alphabetisierung und Grundbildung zu unterstützen. Diese Förderung ist in das Bundesprogramm „Mehrgenerationenhaus – Miteinander – Füreinander“ integriert, um den Verwaltungsaufwand zu verringern. Weitere Informationen zu diesem Programm sind auf der Website des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben verfügbar.
Die Zahlen sprechen für sich: Im Jahr 2022 stieg die Zahl der Angebote und der erreichten Lernenden in Mehrgenerationenhäusern. Insgesamt engagierten sich 169 Häuser in diesem Bereich, wobei über 4.000 Menschen mit Lernbedarf erkannt und in entsprechende Angebote einbezogen wurden – das sind 1.000 mehr als im Vorjahr. Erstaunliche 91% der aktiven Mehrgenerationenhäuser setzten niedrigschwellige Lernangebote um, und 88% boten Informations- und Beratungsangebote an. Zudem beteiligten sich 36% der Einrichtungen aktiv an der Bereitstellung von Räumen für Alphabetisierung und Grundbildung. Mit einem Mix aus offenen Lerncafés und der Unterstützung von Lernenden bei der Nutzung von Online-Portalen, wie dem VHS-Lernportal, zeigt sich das Engagement dieser Häuser in der Förderung der Grundbildung. Diese Initiativen sind nicht nur wichtig für die individuelle Entwicklung, sondern auch für die Stärkung der Gemeinschaft. Weitere Informationen zu den Erfolgen und Angeboten finden sich auf der Website der Mehrgenerationenhäuser hier.