Die Brandenburgischen Frauenwochen 2026 stehen vor der Tür und versprechen, ein außergewöhnliches Ereignis zu werden. Unter dem Motto „WTF – Wut trifft Feminismus“ wird vom 1. bis 31. März ein umfassendes Programm geboten, das Frauen und weiblich gelesene Personen in den Fokus stellt. Ziel ist es, Emotionen aus geschlechtlicher Abwertung zu befreien und den Austausch über gesellschaftliche Ungleichheiten zu fördern. Claudia Sprengel, die Gleichstellungsbeauftragte von Potsdam, hebt hervor, dass Emotionalität und Rationalität keine Gegensätze sind, und betont die Wichtigkeit, auch Wut als legitime Emotion zuzulassen. Während Männer oft öffentlich wütend sein dürfen, werden Frauen und weiblich gelesene Personen in ihrer Emotionalität häufig delegitimiert.

Das Programm der Potsdamer Frauenwochen umfasst eine Vielzahl an Veranstaltungen, darunter Lesungen, Diskussionsabende, Kinoabende, Konzerte, Workshops, Gründungsberatungen und Partys. Zudem gibt es Self-Care-Formate und Angebote zur Gendermedizin. Die Themen reichen von der Sichtbarmachung von Diskriminierung bis hin zu konkreten Handlungsmöglichkeiten zur Förderung von Empowerment und Vernetzung. Ein zentrales Highlight wird das Podiumsgespräch am 7. März sein, bei dem die Musikerin Sookee und die Künstlerin Patricia Vester über Wut als Kraftquelle für Solidarität und gemeinsames Handeln diskutieren werden. Die Veranstaltung wird von der Oberbürgermeisterin Noosha Aubel und der Landesgleichstellungsbeauftragten Dr. Uta Kletzing eröffnet. Weitere Informationen und das vollständige Programm sind unter www.potsdam.de/frauenwochen-programm zu finden.

Einzigartiges politisches Format

Die Brandenburgischen Frauenwochen sind ein einzigartiges politisches Format in Deutschland und bieten jährlich über 200 Veranstaltungen in ganz Brandenburg an. Das Ziel ist nicht nur die Thematisierung von Diskriminierungen und Missständen, sondern auch die Vernetzung und das Empowerment von Frauen. Aktuelle gesellschaftliche Themen, wie die Abschaffung geschlechterneutraler Sprache im Kreistag Potsdam-Mittelmark oder die Bedrohung von Schwangerschafts-Beratungsstellen in Brandenburg, werden in den Veranstaltungen aufgegriffen.

Wut wird hier als berechtigt und als Motor für Veränderung betrachtet. Feminismus wird als Weg zur Sichtbarmachung ungleicher Machtverhältnisse und zur Förderung von Solidarität beschrieben. Der Frauenpolitische Rat Land Brandenburg e.V. (FPR) koordiniert die Frauenwochen und lädt Veranstalter ein, ihre Events im interaktiven Veranstaltungskalender einzutragen. Anträge zur finanziellen Förderung müssen bis zum 14. November 2025 eingereicht werden. Der Zugang zu den Veranstaltungen ist barrierefrei, und es wird auch eine Kinderbetreuung angeboten.

Gesellschaftliche Relevanz

Die Brandenburgischen Frauenwochen sind nicht nur eine Plattform für den Austausch, sondern auch ein Spiegel der gesellschaftlichen Realität. In Deutschland ist die Gleichberechtigung von Männern und Frauen im Artikel 3 (2) des Grundgesetzes verankert, doch die Umsetzung lässt oft zu wünschen übrig. Studien der Hans-Böckler-Stiftung zeigen, dass Frauen 2020 durchschnittlich 7,9 Stunden weniger arbeiteten als Männer und häufig die Hauptlast der Kinderbetreuung tragen. Auch in der Berufswelt sind Frauen benachteiligt: Der Gender Pay Gap betrug 2020 18%, und nur 11% der Vorstandsposten in großen Unternehmen sind mit Frauen besetzt.

Die Corona-Pandemie hat zudem Rückschritte in der Gleichstellung mit sich gebracht, da Mütter häufiger ihre Arbeitszeit reduzieren mussten als Väter. Vor diesem Hintergrund sind die Brandenburgischen Frauenwochen ein wichtiger Schritt in Richtung Gleichstellung und die Förderung von Frauen in der Gesellschaft. Vorschläge zur Verbesserung der Gleichstellung, wie die Reform des Ehegattensplittings und der Ausbau von Kinderbetreuung, stehen im Raum und brauchen eine breite Unterstützung.

In diesem Sinne laden die Brandenburgischen Frauenwochen dazu ein, sich zu vernetzen, zu empowern und Veränderungen aktiv mitzugestalten. Nutzen Sie die Gelegenheit, um Teil dieser wichtigen Bewegung zu werden und Ihre Stimme für Gleichstellung und Gendergerechtigkeit zu erheben. Weitere Informationen finden Sie auf den Seiten des Frauenpolitischen Rats sowie auf der Webseite der Stadt Potsdam.