Mit tiefer Trauer nehmen wir Abschied von Peter Jaeckel, der am 7. November im Alter von 86 Jahren verstorben ist. Jaeckel war nicht nur der langjährige Vorsitzende des Heimatvereins Teltow e.V., sondern auch ein unermüdlicher Hüter der Geschichte der Region. Geboren am 16. Dezember 1938 in Berlin, verbrachte er seine frühen Jahre während des Krieges in Lofer, Österreich. Erst gegen Ende 1944 kehrte die Familie nach Teltow-Seehof zurück.
Seine schulische Laufbahn schloss Jaeckel an der Weinbergschule Kleinmachnow ab, bevor er eine Berufsausbildung zum Chirurgie-Mechaniker und ein Ingenieurstudium in Leipzig und Jena absolvierte. 1962 begann er seine Karriere im Institut für Halbleitertechnik Teltow, wo er nicht nur beruflich, sondern auch privat Glück fand. Dort lernte er seine Frau Bärbel kennen, die ihn über die Jahre im Vereinsalltag tatkräftig unterstützte. 1965 heirateten sie und lebten in Teltow-Seehof.
Würdigung seiner Lebensarbeit
Von 1966 bis zu seiner Pensionierung 2002 arbeitete Jaeckel im Institut für Faserstoffforschung, wo er für die technische Ausrüstung von Forschungsprojekten und Tagungen zuständig war. Doch sein Herz schlug vor allem für die Geschichte seiner Heimat. 1990 gründete er den Heimatverein Teltow e.V. und war von 1997 bis 2019 dessen Vorsitzender. Unter seiner Leitung entstanden wichtige Sammlungen von Dokumenten und Erzählungen, die die Geschichte der Teltowerinnen und Teltower bewahren.
Besonders hervorzuheben ist sein Engagement für die Restaurierung von bedeutenden Objekten, wie dem historischen Turmuhrwerk der Andreaskirche. Dieses Uhrwerk von Richard Meyer aus Magdeburg, das 1954 gefertigt wurde, wurde im Rahmen einer umfassenden Instandsetzung in den letzten Jahren seiner Tätigkeit geborgen und restauriert. Jaeckel war maßgeblich an der Wiederinbetriebnahme im Mai 2010 beteiligt, nachdem das Werk nach Zerstörung im II. Weltkrieg und umfangreichen Restaurierungsarbeiten wieder seinen Platz im Ausstellungsgebäude an der Ritterstraße 14 fand. Diese Initiative zeigt eindrucksvoll, wie Jaeckels Herzblut für die Geschichte lebendig bleibt, auch nach seinem Rückzug aus dem aktiven Vereinsleben.
Das Heimatmuseum und seine Erinnerungen
Das Heimatmuseum in Teltow, das im historischen „Ältesten Haus“ untergebracht ist, spiegelt seine Leidenschaft wider. Das Museum bietet auf rund 100 m² Einblicke in die Geschichte des bürgerlichen Wohnens, der Landwirtschaft und des Handwerks. Jaeckel war maßgeblich daran beteiligt, das Museum aufzubauen und zahlreiche Sonderausstellungen zu organisieren. Die Exponate, einschließlich des Stadtmodells aus dem Jahr 1890 und seiner Geschichten, sind untrennbar mit seinem Wirken verbunden.
Es ist bedauerlich, dass Jaeckel aufgrund gesundheitlicher Schwierigkeiten in den letzten Jahren nicht mehr am gesellschaftlichen Leben teilnehmen konnte. Dennoch bleibt er in der Erinnerung vieler Teltower lebendig, die seinen unermüdlichen Einsatz für die Geschichte ihrer Stadt und seine persönliche Menschlichkeit nie vergessen werden. Peter Jaeckel, ein Mensch, der mit großer Liebe und Hingabe das Kulturerbe seiner Heimat bewahrt hat.
Weitere Informationen über Jaeckels Lebenswerk und den Heimatverein finden Sie auf den Seiten des Heimatvereins Teltow und des Brandenburg Museum Digital.
Sein Erbe wird in den Herzen der Menschen weiterleben, die seine Leidenschaft für Teltow und seine Geschichte teilten.