Am 17. Februar 2026 besuchte Ralph Bührig, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Potsdam, den Bootsbauermeister Norman Julien Melke in Teltow. Der Betriebsbesuch stand ganz im Zeichen des Wachstums von Handwerksbetrieben, die trotz Herausforderungen bei Finanzierung und Förderlogik für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) florieren. Melke, der 2017 ein Kleingewerbe im Bereich Bootsservice anmeldete, gab Einblicke in seinen Werdegang und die aktuellen Anforderungen an Gründer in kapitalintensiven Gewerken. Der Austausch drehte sich auch um die Praxis von Fördermitteln, die für viele Handwerksbetriebe von entscheidender Bedeutung sind.
Norman Julien Melke absolvierte seine Ausbildung zum Bootsbauer 2015 und erlangte 2018 den Meistertitel. Mit einem Existenzgründerkredit der ILB kaufte er eine ausrangierte VW LT 40 4×4 Feuerwehr, die er in einen Werkstattwagen umbaute. Dieser umgebaute Feuerwehr-Wagen dient als rollende Werkstatt und ist bis heute im Einsatz. Der Betrieb, den Melke am Stadthafen Teltow führt, hat sich von einer Ein-Mann-Gründung auf 17 Beschäftigte entwickelt und bietet eine Vielzahl von Dienstleistungen im Bereich Bootsbau an, von Holzarbeiten über Antriebswartung bis hin zu Reparaturen.
Innovationsförderungen für Handwerksbetriebe
Ein wesentlicher Erfolgsfaktor für Melkes Betrieb ist die Ausbildung. Aktuell werden fünf Lehrlinge im Betrieb ausgebildet, auf die insgesamt 90 Bewerbungen auf ausgeschriebene Lehrstellen entfallen. Melke engagiert sich zudem als Botschafter des Bootsbauerhandwerks im Zentralverband des Deutschen Handwerks. In diesem Zusammenhang ist es erwähnenswert, dass das Förderprogramm KMU-innovativ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) Handwerksbetriebe unterstützt. Ziel ist die Förderung innovativer Forschungs- und Entwicklungsvorhaben, um die Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft der KMU zu stärken. Bis zu 60% der Projektkosten können gefördert werden, und die Laufzeit beträgt in der Regel 2–3 Jahre.
Zusätzlich zum KMU-innovativ-Programm können Handwerksbetriebe auch von ERP-Förderkrediten der KfW profitieren, die speziell für Investitionen in KMU gedacht sind. Das BAFA bietet zudem Förderungen für Unternehmensberatungen in den Bereichen Existenzgründung, Fortführung und Unternehmensfinanzierung an. Diese Programme sind gerade für Gründer und bestehende Betriebe von großer Bedeutung, um die notwendigen finanziellen Mittel für Investitionen und Weiterentwicklungen zu sichern.
Die Rolle der Handwerksförderung
Die Handwerksförderung der Bundesregierung spielt eine entscheidende Rolle bei der Unterstützung von Investitionen in Neugründungen, Umstrukturierungen und Erweiterungen von Handwerksbetrieben. Ein umfangreiches Beratungsnetzwerk fördert die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe, und es gibt bis zu 620 Beratungsstellen bundesweit, die kostenfreie und neutrale Beratung anbieten. Die Module der Förderung umfassen Beratungsangebote in Unternehmensführung, strategischer Weiterentwicklung sowie Innovationsförderung und Digitalisierung.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Verbindung von handwerklicher Tradition und innovativen Fördermöglichkeiten entscheidend für die Zukunft des Handwerks ist. Norman Julien Melke ist mit seinem Betrieb ein Paradebeispiel für die erfolgreiche Integration dieser Elemente. Seine Geschichte zeigt, wie wichtig es ist, die richtigen Schritte zu gehen und die verfügbaren Fördermittel optimal zu nutzen. Weitere Informationen zu den verschiedenen Fördermöglichkeiten können auf den entsprechenden Webseiten der Handwerkskammer und der Bundesregierung gefunden werden, wie beispielsweise unter diesem Link sowie hier und unter diesem Link.



