In einem bedeutenden Schritt in Richtung umweltfreundlicher Mobilität hat die Regiobus Potsdam-Mittelmark Fördermittel in Höhe von drei Millionen Euro vom Bund erhalten. Diese Fördergelder, die Ende Februar in Berlin offiziell übergeben wurden, sollen den Kauf von 14 neuen E-Bussen innerhalb der nächsten vier Jahre unterstützen. Der Preis für einen einzelnen E-Bus liegt bei etwa 600.000 Euro, was fast 2,5 Mal so viel ist wie der Preis eines herkömmlichen Dieselbusses. Doch die finanziellen Voraussetzungen sind günstig: Die Fördermittel decken 80 Prozent des Differenzbetrags zwischen Elektro- und Dieselbus, was die Umstellung auf elektrische Antriebe erheblich erleichtert.
Der Hintergrund dieser Initiative ist die EU-Richtlinie „Clean Vehicles Directive“ von 2021, die eine verpflichtende Umstellung auf saubere Antriebe bis 2030 vorsieht. Aktuell sind in der Region Potsdam-Mittelmark lediglich zwei E-Busse im Einsatz, was deutlich zeigt, wie viel Potenzial in der Elektrifizierung des öffentlichen Nahverkehrs steckt. Damit die neuen E-Busse auch tatsächlich betrieben werden können, werden jedoch umfassende Umbauten der Betriebshöfe in Stahnsdorf, Bad Belzig und Beelitz notwendig sein, um die erforderliche Ladeinfrastruktur zu schaffen. Die Gesamtkosten für diese Infrastruktur werden auf einen dreistelligen Millionenbetrag geschätzt, wobei derzeit noch keine Fördermittel für deren Errichtung eingeplant sind.
Vorgaben und Ziele der EU-Richtlinie
Die EU-Richtlinie, die das deutsche Gesetz über die Beschaffung sauberer Straßenfahrzeuge umsetzt, legt verbindliche Mindestziele für emissionsarme und -freie Fahrzeuge fest. Diese Vorgaben gelten nicht nur für Busse im öffentlichen Nahverkehr, sondern auch für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge. Seit dem Inkrafttreten der Richtlinie am 2. August 2021 müssen beispielsweise mindestens 45 Prozent der beschafften Busse bis Ende 2025 emissionsarm oder emissionsfrei sein. Bis 2030 erhöht sich dieser Anteil auf 65 Prozent. Außerdem müssen mindestens die Hälfte der neuen Busse emissionsfrei sein.
Die Bundesverwaltung hat sich das Ziel gesetzt, bis 2030 einen klimaneutralen Fuhrpark zu erreichen. Dies ist ein wesentlicher Bestandteil der Strategie, um den Verkehr nachhaltiger zu gestalten und die Klimaziele der EU zu erreichen. Die neue Förderrichtlinie für klimafreundliche Busse, die ab dem kommenden Frühling erwartet wird, soll weitere Anreize schaffen, um diese Ziele zu erreichen.
Die Förderung von E-Bussen in Deutschland
Die Bundesregierung plant zudem eine neue Förderrunde für E-Busse, die unter dem Vorbehalt der Verfügbarkeit von Mitteln steht. Projekt-Skizzen können bis zum 31. August 2025 eingereicht werden. Gefördert werden nicht nur Batteriebusse, sondern auch Brennstoffzellenbusse sowie die Umrüstung konventioneller Busse auf alternative Antriebe. Die Förderquoten sind ähnlich wie zuvor: Bis zu 80 Prozent für neue E-Busse und bis zu 40 Prozent für die notwendige Infrastruktur. Kleine und mittlere Unternehmen können sogar eine Erhöhung der Förderquote um bis zu 20 Prozent erhalten.
Insgesamt wurden bereits etwa 250 Verkehrsunternehmen mit 1,2 Milliarden Euro unterstützt, was zur Bestellung von rund 3.500 Elektrobusse geführt hat. Auch wenn viele dieser Busse noch nicht vollständig ausgeliefert sind, zeigt die Entwicklung, dass die Umstellung auf E-Busse in Deutschland zunehmend an Bedeutung gewinnt. Die Regiobus Potsdam-Mittelmark ist somit auf einem vielversprechenden Weg, um die Mobilität in der Region umweltfreundlicher zu gestalten und einen wichtigen Beitrag zur Reduktion von CO2-Emissionen zu leisten.



