In Kleinmachnow tut sich etwas im Bereich der Mobilität und Infrastruktur. Die Gemeinde hat einen Ideenwettbewerb für das Umfeld des Regionalbahnhofs Berlin-Düppel organisiert. Dieses Vorhaben steht im Kontext des geplanten Wiederaufbaus der Potsdamer Stammbahnlinie, die nach über 80 Jahren Stillstand endlich wieder in Betrieb genommen werden soll. Laut Informationen von maz-online.de wird ein fachkundiges Büro den Wettbewerb vorbereiten und durchführen, an dem sowohl Gemeindevertreter als auch interessierte Bürger teilnehmen können.

Das maximale Budget für den Wettbewerb beträgt 20.000 Euro. In der Januar-Sitzung der Gemeindevertreter wurde der Beschluss mit zwei Gegenstimmen und zwei Enthaltungen gefasst. Die Verwaltung wird die Öffentlichkeit regelmäßig über den Stand des Verfahrens informieren, während Kritiker der Linken-Fraktion Bedenken äußern, ob der Bahnhof Düppel tatsächlich realisiert wird. Diese Bedenken sind besonders relevant, da die historischen Reste der Station gegenüber dem Adam-Kuckhoff-Platz zu finden sind und die genaue Trassenführung noch nicht festgelegt wurde. Die Deutsche Bahn plant, den ersten Zug im Jahr 2038 auf dieser Strecke fahren zu lassen.

Wettbewerb und Planung

Das Ziel des Ideenwettbewerbs ist es, alle Angelegenheiten zu Planung, Gestaltung und Wiederaufbau frühzeitig zu klären. Besonders wichtig ist hierbei die Berücksichtigung von Aspekten wie Lärmschutz, die ebenfalls im Rahmen des Wettbewerbs geprüft werden sollen. Die Kleinmachnower Verwaltung wird zusammen mit dem Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf und der Deutschen Bahn eine Aufgabenstellung formulieren und die Ausschreibung vorbereiten. Ein Modell für die Station von der Technischen Universität Berlin dient dabei als Orientierung.

Die Pläne für die S-Bahnstrecke nach Kleinmachnow beinhalten zudem eine zusätzliche S-Bahnlinie zwischen Zehlendorf und Kleinmachnow, die im 10-Minuten-Takt verkehren soll. Dies könnte zu einem engen Haltestellenabstand zwischen Europark Dreilinden und Zehlendorf führen, was die Fahrzeiten verlängert. Der Vorschlag sieht den Bau von vier neuen Unterführungen vor, wobei drei von ihnen beim Wiederaufbau der Stammbahn errichtet werden sollen. Eine vierte Unterführung ist ausschließlich für Fußgänger und Radfahrer gedacht.

Ausbau und Infrastruktur

Entlang der Strecke wird die S-Bahn vollständig zweigleisig neben der Stammbahn eingerichtet. Die S-Bahnhöfe Idsteiner Straße und Kleinmachnow werden mit Mittelbahnsteigen ausgestattet, die mit Treppen und Aufzügen zugänglich sind. Ein zusätzlicher Zugang zum Gelände der Freien Universität wird am S-Bahnhof Idsteiner Straße geschaffen, während am S-Bahnhof Zehlendorf das S-Bahngleis Richtung Oranienburg auf das Gütergleis der Wannseebahn verlegt und abgesenkt wird. Diese umfassenden Ausbaumaßnahmen sind notwendig, um die Mobilität in der Region zu verbessern und den Bedürfnissen der Bevölkerung gerecht zu werden.

Die geplanten Änderungen und der Rückbau eines alten Stellwerkgebäudes machen deutlich, dass mit dem Wiederaufbau der Stammbahn und der S-Bahn-Linie eine bedeutende Modernisierung der Verkehrsinfrastruktur einhergeht. Auch die Buslinie 115 wird umgelegt, um die Anbindung an die neuen Bahnhöfe zu optimieren. Die Entwicklungen in Kleinmachnow sind nicht nur für die Gemeinde von Bedeutung, sondern auch für das gesamte Umland, da sie die Erreichbarkeit und Lebensqualität der Region nachhaltig beeinflussen werden.

In diesem Kontext ist es wichtig, die Pläne zur Reaktivierung der Stammbahn und die damit verbundenen infrastrukturellen Maßnahmen als Chance für eine zukunftsfähige Mobilität zu begreifen. Die Vorbereitungen und der Wettbewerb sind Schritte in die richtige Richtung, um das Mobilitätskonzept der Region weiterzuentwickeln und den Bürgern eine umweltfreundliche und effiziente Verkehrsanbindung zu ermöglichen. Weitere Informationen zu den Plänen finden Sie auch auf linieplus.de.