Der Landkreis Potsdam-Mittelmark hat im Herbst eine digitale Befragung zum Busangebot in der Region Schwielowsee, Michendorf und Nuthetal durchgeführt. Rund 1000 Bürgerinnen und Bürger haben an dieser Umfrage teilgenommen, um ihre Erfahrungen und Meinungen zu teilen. Das erweiterte Busangebot wurde vor zwei Jahren mit finanzieller Unterstützung der Kommunen eingeführt, mit dem Ziel, einen schnellen und attraktiven öffentlichen Nahverkehr zu regionalen Bahnlinien, zum Flughafen BER und nach Potsdam zu bieten.
Die Gemeinden Nuthetal, Schwielowsee und Michendorf haben die Finanzierung des Angebots bis 2026 gesichert. Dabei beteiligt sich Nuthetal im Jahr 2026 mit rund 50.000 Euro an den Linien 611 und 613, während Michendorf und Schwielowsee jeweils 20.000 Euro für die Linie 613 beitragen. Die Linie 611 verkehrt seit März 2024 montags bis freitags stündlich zwischen Bergholz Rehbrücke und dem Bahnhof Saarmund. Die Linie 613 verbindet montags bis freitags im Zwei-Stunden-Takt die Orte Caputh, Michendorf, den Bahnhof Saarmund und Potsdam.
Positive Resonanz und Herausforderungen
Die Rückmeldungen der Bürgerinnen und Bürger sind überwiegend positiv. Besonders geschätzt werden die Pünktlichkeit, die Sauberkeit der Busse sowie die Freundlichkeit der Busfahrer. Zudem wird das Angebot der direkten Verbindungen zwischen den südlichen Orten ohne Umweg über Potsdam gelobt, ebenso wie der verbesserte Schulverkehr nach Potsdam. Doch es gibt auch Kritikpunkte: Viele Befragte bemängeln die fehlende Wochenendbedienung, den 2-Stundentakt auf der Linie 613 sowie die mangelnde Barrierefreiheit. Auch die Beleuchtung und die Abstellmöglichkeiten für Fahrräder am Bahnhof Saarmund wurden als unzureichend bezeichnet.
Ab 2027 sollen mögliche Erweiterungen des Angebots geprüft werden, darunter ein Wochenendbetrieb und ein stündlicher Takt auf der Linie 613. Auch Verknüpfungen der Linie 613 an andere Regionalzüge sowie der Einsatz kleinerer Fahrzeuge und zusätzliche Haltestellen werden in Betracht gezogen. Der Landkreis und die Gemeinden planen, den Nahverkehr durch gezielte Marketingmaßnahmen sichtbarer zu machen und das Angebot für zwei weitere Jahre zu finanzieren. Eine Evaluation des Angebots wird in diesem Zeitraum durchgeführt, gefolgt von Gesprächen über die weitere Finanzierung.
Rahmenbedingungen des Nahverkehrs
Zur nachhaltigen Entwicklung des öffentlichen Nahverkehrs spielt der Nahverkehrsplan (NVP) eine zentrale Rolle. Dieser dokumentiert den Status quo des ÖPNV-Angebots und legt Qualitätsstandards sowie Zielvereinbarungen fest. Der NVP dient als Instrument zur Definition, Planung und Kontrolle des Verkehrsangebots vor Ort und bewertet die Entwicklung der Infrastruktur, etwa hinsichtlich Barrierefreiheit und Umbau von Haltestellen. Wichtige Punkte, die im NVP berücksichtigt werden, sind die Mindestanforderungen für Betriebszeiten, Zugfolgen und Anschlussbeziehungen an zentrale Hubs.
Die Gültigkeitsdauer eines NVP beträgt in der Regel fünf Jahre, mit der Möglichkeit zur Fortschreibung. Geplante Investitionen für den ÖPNV müssen mit voraussichtlichen Kosten und Finanzierungsmodellen dargestellt werden. Diese gesetzlichen Grundlagen, wie der §11 des ÖPNV-Gesetzes, sind entscheidend für die Weiterentwicklung des Nahverkehrs und dessen Verknüpfung mit umweltfreundlichen Verkehrsmitteln.
Für die Bürgerinnen und Bürger der Region Potsdam-Mittelmark ist das Nahverkehrsangebot von großer Bedeutung. Es trägt nicht nur zur Verbesserung der Mobilität bei, sondern auch zur Lebensqualität in der Region. Durch die geplanten Erweiterungen und die fortlaufende Evaluierung des Angebots sind die Weichen für eine positive Entwicklung des öffentlichen Nahverkehrs gestellt. Das zeigt nicht nur das Engagement der Kommunen, sondern auch die Bereitschaft, auf die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger einzugehen.
Für weitere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen im Nahverkehrsbereich und den rechtlichen Rahmenbedingungen, besuchen Sie bitte die entsprechenden Quellen: Potsdam-Mittelmark und Zukunftsnetzwerk ÖPNV.