In Schönefeld, der reichsten Gemeinde Brandenburgs, brodelt es weiter. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass die Anwohner des neuen Flughafens BER gemischte Gefühle haben. Mit 7,7 % geben viele an, stark unter dem Fluglärm zu leiden. Wie die MAZ berichtet, haben 400 Anwohner ihre Meinung abgegeben, und die durchschnittliche Bewertung der Lebensqualität wird mit 6,8 von 10 Punkten angegeben. Doch das ist nicht das einzige Thema, das die Region beschäftigt.
Seit dem 4. November haben Bürger die Möglichkeit verpasst, Anträge auf Schallschutz am BER zu stellen. Viele der Ansprüche werden bis Jahresende verfallen. Dies hat zu Besorgnis unter den Anwohnern geführt, die bereits unter erhöhten Lärmpegeln leiden, besonders nachts. In diesem Zusammenhang haben mehrere Gemeinden, einschließlich Eichwalde und Zeuthen, eine Petition gegen die sogenannten Kurzstarts initiiert – ein Verfahren, das ihrer Ansicht nach unnötigen Fluglärm verursacht.
Fluglärm und Anwohnerproteste
In Zusammenhang mit dem Fluglärm äußern sich auch lokale Bürgermeister klar. Jörg Jenoch aus Eichwalde und Philipp Martens aus Zeuthen kritisieren die Kurzstarts, die nicht nur laut sind, sondern auch die Hoffmannkurve nicht einhalten. Diese Verfahren, die die Deutsche Flugsicherung (DFS) als Mittel zur pünktlichen Abfertigung der Flüge verteidigt, würden aus Sicht der Anwohner zu einer spürbaren Gesundheitsgefährdung führen. Laut DFS kann das Verfahren jedoch nicht verboten werden, da es im Luftfahrthandbuch als Standard festgelegt ist.
Eine Zeichnungsaktion zur Petition läuft, bei der innerhalb von nur zwei Wochen über 1.000 Unterschriften gesammelt wurden. Die Schutzgemeinschaft Umlandgemeinden Flughafen Schönefeld sieht diesen Schritt als notwendig an, um den Druck auf die Behörden zu erhöhen. Der Einsatz für weniger Lärmbelästigung könnte bald auch spürbare Auswirkungen auf die Lebensqualität der Anwohner haben.
Neues Wohngebiet und lokale Erfolge
In Schönefeld wird jedoch auch an positiven Entwicklungen gearbeitet. Im neuen Wohngebiet „Zeuthener Winkel“ sind die ersten Häuser fertiggestellt, und eine neue Grundschule sowie eine Photovoltaikanlage sind in Planung. Unterdessen wurden bereits ein Drittel der Grundstücke verkauft, was für die Region einen Aufschwung verspricht. Die vollständige Erschließung des Gebiets soll bis 2027 abgeschlossen sein.
Trotz der Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Flughafen gibt es auch erfreuliche Nachrichten. Die Familie Scholz aus Schulzendorf hat ein verwaistes Igelbaby gerettet und eine provisorische Igelstation eingerichtet. Familie Scholz beobachtet das Tier, das im Winter schlafen wird.
Sportlich betrachtet läuft es für die SG Schulzendorf gut in der Fußball-Landesklasse Ost. Die Mannschaft hat das Derby gegen Eintracht Königs Wusterhausen mit einem klaren 3:0 gewonnen. Trainer Jeffrey Schuffenhauer hat den Aufstieg in die Landesliga im Visier und die bevorstehenden Schlüsselspiele könnten entscheidend sein.
Inmitten all dieser Entwicklungen bleibt die Frage, wie sich die Gemeinde und die Anwohner weiter organisieren und welche Lösungen gegen die Lärmbelastungen gefunden werden können. Die Zeit wird zeigen, ob die Petition Gehör findet und ob die Lebensqualität in der Region nachhaltig verbessert werden kann.
Für weitere Informationen zu den Themen Fluglärm und Wohnentwicklung in der Region, klicken Sie bitte auf die entsprechenden Links: MAZ und RBB24.