In Zeiten, in denen Krisen wie Cyberangriffe oder langanhaltende Notlagen immer häufiger die öffentliche Ordnung herausfordern, ist die Resilienz von Kommunen und Verwaltungen von entscheidender Bedeutung. Das Forschungsprojekt RESKON, das an der Technischen Hochschule Wildau koordiniert wird, hat sich genau diesem Thema angenommen. Ziel des Projekts ist es, die Handlungsfähigkeit und Widerstandsfähigkeit von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) zu stärken, um sie in Krisensituationen besser aufzustellen.
RESKON, das für „Nachhaltige fähigkeitsbasierte messbare Resilienzerhöhung von Staat und Verwaltung durch kontinuierliche Verbesserung“ steht, entwickelt Instrumente zur fortlaufenden Verbesserung der kommunalen Resilienz. In einem Werkzeugkoffer, der aus sechs Modulen besteht, werden unter anderem ein Resilienzfähigkeitsmodell zur Bestimmung der relevanten Fähigkeiten in Behörden sowie ein Methodenkatalog zur Übersicht resilienzsteigernder Maßnahmen angeboten. Weitere Module konzentrieren sich auf die Stärkung der Kommunikation zwischen den Behörden und die Optimierung interner Prozesse.
Herausforderungen und Chancen
Die Herausforderungen für Kommunalverwaltungen, insbesondere in Krisenlagen, wurden auch im Difu Policy Paper thematisiert, das auf zwei Forschungsvorhaben zur Bewältigung der COVID-19-Pandemie basiert. Die Pandemie hat bestehende Strukturen auf die Probe gestellt und gezeigt, dass kurzfristige Katastrophenschutzinstrumente häufig nicht ausreichen. Innovative Maßnahmen, die während dieser Zeit erprobt wurden, könnten in zukünftige Krisenmanagementstrategien integriert werden, um die Handlungs- und Durchhaltefähigkeit der Verwaltungen zu steigern. Das Policy Paper bietet einen Ausblick auf solche Anpassungen im Verwaltungshandeln und ermutigt zu einem Umdenken in der kommunalen Verwaltung.
Ein zentraler Aspekt der Resilienzsteigerung ist die Analyse und Dokumentation von Mängeln, die in Krisensituationen sichtbar werden. Im Rahmen des Difu-Papers wird betont, dass Kommunikationswege überprüft und neue, effizientere Kommunikationsmittel gefunden werden müssen, um die Handlungsfähigkeit zu sichern. Die Abhängigkeit von Papierakten und Standrechnern stellt ein weiteres Hindernis dar, das es zu überwinden gilt, um eine gesteigerte Flexibilität und Reaktionsgeschwindigkeit zu erreichen.
Zukunftsperspektiven
Die Erkenntnisse aus dem RESKON-Projekt und den Difu-Publikationen könnten bedeutende Impulse für die künftige Gestaltung der kommunalen Krisenresilienz geben. Eine nachhaltige Kooperation mit zivilgesellschaftlichen Initiativen und die Stärkung interner Kompetenzen innerhalb der Verwaltungen sind weitere Schritte, die zur Krisensicherung beitragen können. Der Austausch zwischen Experten, wie etwa in einem Podcast zwischen Jan Seitz und Bürgermeister Frank Nerlich, zeigt, dass es wichtig ist, Resilienzstrategien praktisch umzusetzen und eine Kultur des Wandels zu fördern.
Für die Zukunft ist es entscheidend, dass Kommunen und Verwaltungen nicht nur reaktiv auf Krisen reagieren, sondern proaktiv ihre Resilienz steigern. Das bedeutet, dass die Erkenntnisse aus den laufenden Projekten und Forschungsvorhaben in die Praxis umgesetzt werden müssen, um für die Herausforderungen von morgen gewappnet zu sein.