Das Thema Barrierefreiheit gewinnt in der Museumslandschaft immer mehr an Bedeutung. Am 27. Oktober 2025 wurde hierzu das EU-Projekt AIMused im Meeresmuseum NMFRI Gdynia Aquarium in Polen ins Leben gerufen. Im Rahmen dieses Projektes soll gemeinsam mit Partnern aus verschiedenen europäischen Ländern, darunter Deutschland, Litauen, Dänemark und Schweden, die Zugänglichkeit und inklusive Erlebnisse in Museen gefördert werden. Die Technische Hochschule Wildau spielt hierbei eine entscheidende Rolle, indem sie das Konsortium im Wissensmanagement unterstützt und physische Prototypen herstellt. Das Gesamtbudget des Projekts beläuft sich auf stolze 2.076.967,75 Euro, wovon über 1,6 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung kommen, wie mynewsdesk.com berichtet.
Ein zentrales Ziel von AIMused ist die enge Zusammenarbeit mit Menschen, die besondere Bedürfnisse haben, sei es aufgrund von Aufmerksamkeitsdefiziten,Legasthenie oder Seh- und Hörbeeinträchtigungen. Durch den Einsatz des Universal-Design-Ansatzes sollen Angebote entwickelt werden, die für alle Besucher interaktiv erlebbar sind. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf haptischen Elementen, die für sehbehinderte Personen von Bedeutung sind.
Wege zur Verbesserung der Museen
Um den Anforderungen an Barrierefreiheit gerecht zu werden, ist eine umfassende Datenerhebung zu den Bedürfnissen der Zielgruppen geplant. Zudem sollen technische Lösungen, wie KI-Tools und 3D-Druck, untersuchen werden, um passende Lösungen für Museen zu entwickeln. Diese Technologien könnten auch dazu beitragen, die Barrierefreiheit in anderen Museen zu optimieren und den Wissenstransfer unter den Kooperationspartnern zu fördern.
Die Initiative zielt darauf ab, nicht nur das unmittelbare Museumserlebnis zu verbessern, sondern die erarbeiteten Ergebnisse und Methoden auch für andere Einrichtungen zugänglich zu machen. Die Projektlaufzeit erstreckt sich bis zum 18. August 2028 und hebt sich durch die Einbindung diverser kultureller Institutionen hervor, die mitspielt, um die Barrierefreiheit in der Kunst- und Kulturvermittlung zu fördern.
Best Practices und Beispiele
Ein hervorragendes Beispiel für Barrierefreiheit ist das Naturkundemuseum Karlsruhe. Dieses Museum vereint wissenschaftliche Forschung und Besucherorientierung, lädt zum Forschen und Entdecken ein und bietet gleichzeitig ein umfangreiches Angebot an barrierefreien Maßnahmen. Der Zugang ist durch eine Rollstuhlrampe gewährleistet, und die Ausstellungshallen sind dank Aufzügen mit taktilen Zahlen problemlos erreichbar. Darüber hinaus verfügen die Räumlichkeiten über behindertengerechte Toiletten und bieten spezielle Führungen in einfacher Sprache an.
- Rollstuhlrampe am Haupteingang
- Behindertengerechte Toilette im Erdgeschoss
- Stufenloser Zugang zu allen Ausstellungsbereichen
- Spezielle Führungen für Menschen mit Behinderungen
- Stille Stunden für einen reizreduzierten Besuch
Diese Maßnahmen zeigen, wie wichtig es ist, Museen für alle zugänglich zu machen. Die COVID-19-Pandemie hat die Notwendigkeit zur Teilhabe an kulturellem Leben verstärkt, denn wie die Autorin Doris Rothauer ausführt, ist der Zugang zu Kunst und Kultur ein grundlegendes menschliches Bedürfnis. Museumsbesuche können signifikant zum Wohlbefinden beitragen, und ganz gleich, welche körperlichen oder geistigen Einschränkungen vorliegen – jeder sollte die Möglichkeit haben, am kulturellen Geschehen teilzuhaben, wie auch museumsguide.net betont.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Projekte wie AIMused nicht nur die Museen selbst, sondern auch die gesamte Gesellschaft bereichern, indem sie Inklusion vorantreiben und es jedem ermöglichen, das Wissen, die Geschichte und die Schönheit der Kunst zu erleben.


