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In Schönefeld bleibt das Restaurant Albergo vorerst geschlossen. Die einstige Kulinarik-Adresse ist nicht nur ohne Mittagstisch, sondern bietet auch sonst keine Speisen an. Der Eindruck, der sich dem Betrachter bietet, ist bedrückend: Die Räumlichkeiten wirken ungepflegt und scheinen dem Verfall preisgegeben. Merkwürdig ist, dass die Tische noch gedeckt sind und das Licht brennt, als ob der Betrieb bald wieder aufgenommen werden könnte. Die Außenanlagen, die das Restaurant mit dem Hotel Albergo verbinden, sind zwar notdürftig gepflegt, doch insgesamt herrscht Stillstand an der Waltersdorfer Chaussee.

Das Hotel selbst wurde während der Coronajahre geschlossen und seither nicht wieder eröffnet. Die Gemeinde Schönefeld hat das Hotel und Restaurant Albergo für stolze 6,75 Millionen Euro erworben. Das erklärte Ziel des Kaufs war die städtebauliche Entwicklung und die Sicherung des Geländes. Die geplante Verpachtung des Gastronomiebetriebes sollte eine kulinarische Unterversorgung beheben, während das Hotelgebäude künftig als Wohnraum für Auszubildende genutzt werden sollte. Doch seit dem Kauf gibt es keine Fortschritte und die Situation bleibt angespannt.

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Stillstand und Ungewissheit

Peter Harnisch, Mitglied der CDU-Gemeindevertreter-Fraktion, äußert Bedenken über den Zustand der Gebäude. Bürgermeister Christian Hentschel betont die Notwendigkeit einer städtebaulichen Idee zur Neuordnung des Areals. Die ursprünglichen Pläne zur Verpachtung des Gastronomiebetriebes wurden bislang nicht realisiert. Zwar fanden Gespräche mit potenziellen Pächtern statt, doch überzeugten die Konzepte nicht. Der Bürgermeister hofft, dass ein neuer Pächter gefunden wird, der bereit ist, die Sanierungskosten zu übernehmen. Aktuell trägt die Gemeinde die Unterhaltungskosten, ohne Einnahmen zu generieren, und es bleibt unklar, wie hoch die Kosten für Strom, Gas, Wasser, Winterdienst, Straßenreinigung und Grünpflege sind.

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Am 19. Oktober 2022 hat die Gemeinde Schönefeld einen Selbstbindungsbeschluss gefasst. Dieser Beschluss zielt auf die Weiterentwicklung des städtebaulichen Konzepts des Siegerentwurfs aus dem Wettbewerb „städtebaulich-freiraumplanerischen Wettbewerb Schönefeld Nord“. Das Büro RHA ist an der Masterplanung beteiligt, während die DSK Deutschen Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH den Gesamtprozess steuert. Im Rahmen des Qualifizierungsprozesses werden die Planungsbedingungen mit der Gemeinde erörtert, um vertiefende Konzepte und Gutachten zu erstellen.

Engagement der Bürger

Die erarbeiteten Rahmensetzungen sollen als Grundlage für die städtebauliche Rahmenplanung dienen. Anwohnende und interessierte Bürger*innen sind eingeladen, sich aktiv am Planungsprozess zu beteiligen. Regelmäßige Veranstaltungen und Online-Beteiligungen sind geplant, um die Bürgerbeteiligung zu fördern. Die Gemeinde verfolgt damit nicht nur die Entwicklung des Albergo-Areals, sondern auch eine umfassende städtebauliche Neuausrichtung.

In einem breiteren Kontext ist die Situation in Schönefeld Teil eines größeren Trends, den der Regierungsbericht über ländliche Räume aufzeigt. Seit einem Jahrzehnt zieht es immer mehr Menschen von den Städten aufs Land, unterstützt durch die Wirtschaftskraft kleiner und mittlerer Unternehmen, die eine bedeutende Rolle in der deutschen Wirtschaft spielen. Diese Unternehmen sind nicht nur für ihre Resilienz bekannt, sondern tragen auch zur Schaffung von Arbeitsplätzen bei. Ländliche Regionen, wie Schönefeld, stehen jedoch vor Herausforderungen wie Fachkräftemangel, demografischem Wandel und Gesundheitsversorgung.

Die Bundesregierung hat das Ziel, ländliche Räume attraktiv, ökologisch und zukunftsfest zu gestalten. Dazu ist eine gute digitale Infrastruktur unerlässlich, um gleichwertige Lebensverhältnisse und soziale Teilhabe zu gewährleisten. Auch die Daseinsvorsorge, einschließlich Gesundheitsversorgung und Mobilität, spielt eine entscheidende Rolle für die Lebensqualität in ländlichen Gebieten. Der Bericht thematisiert, wie wichtig eine aktive politische Berücksichtigung ländlicher Räume ist, um diesen Herausforderungen effektiv zu begegnen und die Lebensqualität der Bewohner zu sichern. Mehr dazu hier.

Insgesamt bleibt abzuwarten, wie sich die Situation rund um das Restaurant und Hotel Albergo entwickeln wird und welche städtebaulichen Impulse die Gemeinde Schönefeld in den kommenden Jahren setzen kann.