In Schönefeld rumort es – und das nicht nur, weil der Bürgermeister Christian Hentschel im kommenden Monat nach China fliegt. Die Kommune plant, ein innovatives, schienenfreies Straßenbahnsystem auszuprobieren, das mit Batterieantrieb arbeitet. Laut maz-online.de besuchte Hentschel bereits eine Präsentation dieses Systems im Rathaus von Schönefeld, und die Vertreter des chinesischen Herstellers CRRC Locomotiv zeigten sich sehr interessiert an einer Zusammenarbeit.

Die Schönefelder Hans-Grade-Allee wurde als Teststrecke für das neuartige Verkehrsmittel ausgewählt. Das Pilotprojekt sieht vor, dass die Chinesen zwei Züge bereitstellen – sie denken sogar darüber nach, einen Wartungsstützpunkt in Schönefeld zu errichten. Dies könnte der Stadt nicht nur neue Perspektiven im öffentlichen Nahverkehr, sondern gleichfalls einen Schub in der wirtschaftlichen Entwicklung geben.

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Einblick in das Pilotprojekt

Der Besuch des Werkes in Zhuzhou und die Gespräche mit den Firmenvertretern stehen für Hentschel ganz oben auf der Agenda. Ein Highlight wird die Fahrt mit der Straßenbahn im Linienverkehr der Innenstadt sein, um zu zeigen, was das innovative Transportmittel draufhat. Am 1. Dezember geht es für den Bürgermeister zunächst nach Peking, bevor er am 2. Dezember weiter nach Changsha fliegt. Der Rückflug ist für den 4. Dezember geplant, und die Reise wird die Kommune knapp 900 Euro kosten – eine Investition, die sich auszahlen könnte.

Mit der neuen Straßenbahn soll der öffentliche Nahverkehr im Einzugsgebiet des Flughafens Berlin-Brandenburg (BER) deutlich verbessert werden. Dabei wird auch über einen Halbstundentakt zwischen Schönefeld, Wildau und Königs Wusterhausen nachgedacht. Selbstverständlich müssen noch Klärungen zur Finanzierung und den rechtlichen Aspekten des Betriebs getroffen werden. Hentschel setzt dabei auf Unterstützung vonseiten des Landes Brandenburg.

Neue Mobilitätsansätze im Fokus

Im Rahmen eines neuen Mobilitätskonzepts, das am 25. September im Rathaus Schönefeld vorgestellt wurde, sind in diesem Zusammenhang auch das Rail Rapid Transit-System (RRT) und dessen erfolgreiche Anwendung in mehreren chinesischen Städten erwähnenswert. Wie dialogforum-ber.de berichtet, nahm eine große Anzahl von über 60 Gästen aus Verwaltung, Politik und Wirtschaft an der Präsentation teil. Bürgermeister Hentschel stellte die Notwendigkeit neuer Mobilitätsansätze für die Flughafenregion heraus – ganz nach dem Motto: Ein leistungsfähiges ÖPNV-Rückgrat ist entscheidend für die wirtschaftliche und ökologische Entwicklung der Region.

Die geschätzten Kostenersparnisse von etwa 80 Prozent im Vergleich zu herkömmlichen Straßenbahnsystemen sind im Gespräch ein weiterer Pluspunkt. Ein Pilotbetrieb als „Real-Labor“ ist für die Hans-Grade-Allee in Schönefeld geplant, um das System in der Praxis zu erproben.

Ein Blick in die Zukunft

Letztendlich sind auch interkommunale Anbindungen und der mögliche Einsatz des RRT auf der Mobilitätsachse der NEOCITY Dahmestadt wichtige Themen, die derzeit diskutiert werden. Finanzierungsoptionen und Genehmigungsfragen werden intensiv erörtert, um diese Zukunftsvision Wirklichkeit werden zu lassen. Die Botschaft scheint klar: Schönefeld bringt frischen Wind in die Verkehrsentwicklung und setzt auf innovative Lösungen, um die Region optimal anzubinden. Weitere Informationen zu den aktuellen Normungsaufgaben im Bereich intelligenter Verkehrssysteme finden Interessierte auf der Website des DKE.