Das Kreisarchiv Dahme-Spreewald hat sein digitales Angebot erweitert, was eine spannende Neuigkeit für alle Geschichtsinteressierten und Forscher darstellt. Im März 2023 wurden rund 7.000 weitere Urkunden in die bereits bestehende Datenbank aufgenommen, sodass nun insgesamt etwa 316.000 historische Geburts-, Ehe- und Sterbeurkunden online abrufbar sind. Diese Urkunden, die aus dem Zeitraum von 1874 bis 1995 stammen, ermöglichen eine bessere Zugänglichkeit zur regionalen Geschichte und sind ein wertvolles Werkzeug für die Forschung sowie für interessierte Bürger. Die Plattform verzeichnet durchschnittlich rund 1.200 Zugriffe pro Monat, was das Interesse an diesen digitalen Ressourcen unterstreicht.
Ein besonders nützliches Feature ist die Kommentarfunktion, die es den Nutzern erlaubt, Fehler in der Transkription zu melden. Diese Erweiterung ist Teil einer langfristigen Digitalisierungsstrategie des Kreisarchivs, wobei der Schwerpunkt auf der Digitalisierung von Personenstandsunterlagen liegt. Dank dieses digitalen Angebots können Recherchen nun ohne einen Ortsbesuch durchgeführt werden. Die durchsuchbare Datenbank ist auf der Webseite des Kreisarchivs verfügbar: www.kreisarchiv-lds.findbuch.net.
Herausforderungen bei der Erforschung von Personenstandsurkunden
Die Suche nach Personenstandsurkunden in Deutschland ist oft mit Herausforderungen verbunden. Eine fehlende Übersicht über die digitalisierten Urkunden in den Landesarchiven erschwert es Forschern, die benötigten Informationen zu finden. Eine Übersicht, erstellt von Indie van Lishout, einem niederländischen Forscher, zeigt die Situation auf der Webseite „Yory – De grootste kennissite voor stamboomonderzoek“. Historisch gesehen wurden Urkunden aus der Zeit von 1798 bis 1815 in besetzten Gebieten als „Zivilstandsregister“ bezeichnet, während ab 1874 in Preußen und ab 1876 im Deutschen Reich einheitliche „Personenstandsregister“ eingeführt wurden.
In verschiedenen Regionen gab es unterschiedliche Bezeichnungen und Regelungen, wie etwa die „Standesbücher“ in Baden zwischen 1810 und 1870 oder die „Familienregister“ in Württemberg ab 1808. Es ist wichtig zu beachten, dass Landesarchive in der Regel nur Zweitschriften der Personenstandsurkunden aufbewahren, während die Erstschriften in örtlichen Archiven lagern. Trotz der Bemühungen, einige Urkunden online zugänglich zu machen, gibt es nach wie vor viele Archive, die noch nicht alle Urkunden digitalisiert haben.
Die Rolle des Bundesarchivs
Das Bundesarchiv spielt ebenfalls eine zentrale Rolle in der Digitalisierung von Archivgut in Deutschland. Es digitalisiert kontinuierlich Schriftgutbestände, Bilder und Filme. Stand Juni 2023 waren über 266.000 Akten und knapp 54 Millionen Images online verfügbar. Dazu gehören über 279.000 digitalisierte Fotos im Digitalen Bildarchiv sowie Filme aus dem Ersten Weltkrieg und der Weimarer Republik, die im Digitalen Lesesaal abgerufen werden können. Die kontinuierlichen Bemühungen des Bundesarchivs, mehr Materialien zu digitalisieren, stehen jedoch rechtlichen Vorschriften gegenüber, die die Online-Präsentation jüngerer personenbezogener Unterlagen einschränken.
Die Rechercheanwendung invenio ermöglicht es, digitalisierte Akten ohne Zugangsbeschränkungen einzusehen, während das Digitale Bildarchiv die Recherche und Bestellung von Bildern und Plakaten erleichtert. Auch in der digitalen Welt gibt es also zahlreiche Möglichkeiten, historische Informationen zu erforschen und zugänglich zu machen. Der Aufruf zur Mithilfe bei Korrekturen oder Ergänzungen zur Liste von Urkunden und Namensregistern bleibt dabei von großer Bedeutung für die Community der Geschichtsinteressierten.



