Im Landkreis Dahme-Spreewald wird ein neues Programm zur Unterstützung von Tierschutzvereinen ins Leben gerufen, um der Herausforderung unkontrollierter Katzenpopulationen entgegenzuwirken. Die Problematik, die viele Tierschutzorganisationen betrifft, zeigt sich in der wachsenden Anzahl freilebender Katzen, die oft unter schlechten Bedingungen leben. Um diesen Umstand zu verbessern, wurde der Fördertopf für Kastrationsmaßnahmen erheblich aufgestockt – von ursprünglich 100.000 Euro auf nunmehr 185.000 Euro. Diese Erhöhung um 85.000 Euro ist eine direkte Reaktion auf die hohe Inanspruchnahme der Fördermittel, die seit 1992 zur Verfügung stehen, um Tierschutzvereine bei der Kastration freilebender Katzen zu unterstützen.

Die überarbeitete Richtlinie zur Förderung von Tierschutzmaßnahmen bleibt bis zum 31. Dezember 2027 gültig und die Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) übernimmt die Rolle der neuen Bewilligungsbehörde. Ziel dieser Initiative ist die Reduzierung der Katzenpopulation und die damit verbundene Verringerung von Tierleid. Die Fördersätze sind klar geregelt: 150 Euro für die Kastration einer weiblichen Katze und 70 Euro für einen männlichen Kater. Antragsberechtigt sind gemeinnützige Tierschutzorganisationen in Brandenburg, die nicht in staatlicher Trägerschaft sind.

Tierschutzvereine und ihre Herausforderungen

Katzenvereine setzen sich intensiv für die Hilfe von Katzen in Not ein, stehen jedoch oft vor großen Herausforderungen. Die Unterstützung seitens der Stadtverwaltung ist häufig unzureichend. So gibt es keine Verantwortung oder Kostenübernahme für herrenlose Katzen, was die Arbeit der Ehrenamtlichen zusätzlich erschwert. Diese Tierschützer:innen arbeiten im Zwei-Schicht-Betrieb und betreuen in der Regel über 200 Tiere. Trotz ihrer hohen Einsatzbereitschaft bleibt die Finanzierung von weiterem Personal eine große Hürde, da viele Arbeitslose gerne im Verein arbeiten würden, jedoch keine Unterstützung vom Jobcenter erhalten.

In diesem Kontext ist die neue Förderung besonders wichtig, da sie eine finanzielle Grundlage bietet, um der unkontrollierten Vermehrung freilebender Tiere entgegenzuwirken. Die Möglichkeit eines vorzeitigen Maßnahmenbeginns auf eigenes Risiko könnte den Tierschutzvereinen zusätzliche Flexibilität bieten, muss aber von der Bewilligungsbehörde bestätigt werden. Anträge können ab sofort gestellt werden, und weitere Informationen sind auf der Webseite der ILB verfügbar.

Ein Blick auf die Datenlage

Die Problematik der Katzenpopulationen wird auch im „großen Katzenschutzreport“ des Deutschen Tierschutzbundes deutlich, der 2023 auf den Daten von 566 Tierschutzvereinen basiert, die Kontakt zu Straßenkatzen haben. Diese umfassende Erhebung zeigt, dass 495 Tierschutzvereine aus ländlichen und kleinstädtischen Gebieten sowie 109 aus städtischen Gebieten befragt wurden. Die Ergebnisse verdeutlichen die Notwendigkeit von Kastrationspflichten in bestimmten Regionen, um die Situation der Straßenkatzen nachhaltig zu verbessern.

Ein weiterer Aspekt, der aus dem Report hervorgeht, ist, dass 216 Tierschutzvereine Daten erfassen und Futterstellen für die Katzen betreuen. Diese umfassenden Maßnahmen sind notwendig, um den Tierschutz zu stärken und das Leid der Tiere zu mindern. Die finanziellen Mittel, die nun durch das neue Förderprogramm bereitgestellt werden, können dazu beitragen, die Situation der Katzen im Landkreis Dahme-Spreewald signifikant zu verbessern.

Insgesamt zeigt sich, dass die Kooperation zwischen Tierschutzvereinen und der Landesregierung entscheidend ist, um die Herausforderungen im Tierschutz zu bewältigen. Das Engagement der Ehrenamtlichen und die neuen Fördermaßnahmen sind ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, um den Tierschutz in Brandenburg weiter voranzubringen.

Für weitere Informationen zu den Fördermöglichkeiten besuchen Sie bitte die Webseite der ILB: hier.