In Königs Wusterhausen steigen die Spritpreise unaufhaltsam und belasten nicht nur den Geldbeutel der Autofahrer, sondern auch die lokale Wirtschaft. Am 10. März 2026 lagen die Benzinpreise zwischen 2 und 2,15 Euro, während Diesel sogar über 2 Euro kostete. Diese dramatische Entwicklung hat insbesondere Taxifahrer und ambulante Pflegedienste in eine prekäre Situation gebracht.
Taxifahrer wie Guido Schultheiss schildern die Lage als herausfordernd: „Augen zu und durch“ beschreibt er den Alltag in einem Beruf, der von festen Tarifen geprägt ist und somit keine Möglichkeit zur Preisanpassung bietet. Die gestiegenen Spritpreise führen dazu, dass die Einnahmen schrumpfen und die wirtschaftliche Situation instabil wird. Auch die ambulanten Pflegedienste sind betroffen, wie etwa der Arkon Pflegedienst, dessen Geschäftsführer Justin Schulze betont, dass die Vergütungsvereinbarungen nicht flexibel sind und daher keine weiteren Maßnahmen zur Kostendeckung ergriffen werden können. Die ohnehin festgelegten Preise von Krankenkassen lassen keine Anpassungen zu, was die Lage zusätzlich verschärft.
Die Herausforderung für die ambulante Pflege
Die hohe Spritpreise setzen ambulante Pflegedienste unter Druck und gefährden die Versorgung von Pflegebedürftigen. Viele dieser Dienste können Fahrten zu ihren Patient:innen nicht reduzieren, was zu finanziellen Engpässen führt. Laut einem Bericht von Caritas wird die Versorgung im ländlichen Raum zunehmend gefährdet, da einige Pflegedienste aufgrund der hohen Kosten keine neuen Aufträge annehmen können. Die Situation ist alarmierend, denn die Pflegedienste haben kaum Spielraum bei der wirtschaftlichen Planung.
Ein weiteres Beispiel ist der Pflegedienst Kenbi, der an 30 Standorten aktiv ist. Um den gestiegenen Kosten zu begegnen, wurden Maßnahmen wie die Anschaffung von mehr Poolfahrzeugen und gemeinsame Touren zu mehreren Patient:innen ergriffen. Die Flotte besteht größtenteils aus Hybridfahrzeugen, mit dem Ziel, vollständig auf Elektrofahrzeuge umzusteigen. Dennoch ist der Umstieg aufgrund von Lieferengpässen verzögert. Die Vorteile von Elektroautos sind offensichtlich: Sie bieten Unabhängigkeit von Spritpreisen und verursachen geringere Betriebs- und Wartungskosten. Dennoch bleibt die Ladeinfrastruktur im ländlichen Raum unzureichend, was die Umsetzung erschwert.
Die politische Dimension und Ausblick
Die steigenden Spritpreise haben nicht nur Auswirkungen auf die individuelle Mobilität, sondern auch auf die gesamte Branche der ambulanten Pflege. Der Bundesverband Ambulante Dienste und Stationäre Einrichtungen (bad e. V.) fordert dringend Entlastungen zur Sicherung der Versorgung von Pflegebedürftigen. Die aktuelle Situation wird durch den Iran-Konflikt, der die Preise weiter in die Höhe treibt, zusätzlich erschwert. Der ADAC berichtet von den höchsten Preisen für Super E10 und Diesel seit fast zwei Jahren.
Die Forderungen nach einer zeitlich befristeten Senkung der Energiesteuer auf Diesel und Benzin werden laut. Diese Maßnahme zielt darauf ab, die Kosten für Pflegedienste zu senken und sofortige Entlastungen an der Zapfsäule zu schaffen. Andrea Kapp, die Bundesgeschäftsführerin des bad e. V., warnt jedoch, dass Mehrkosten letztlich die Pflegebedürftigen treffen könnten. Der Druck auf die ambulanten Pflegedienste wächst, und die Unsicherheit über die wirtschaftliche Zukunft bleibt bestehen.
Die aktuellen Entwicklungen verdeutlichen die Dringlichkeit, sowohl kurzfristige Entlastungen als auch langfristige politische Lösungen zu finden. Gespräche mit Entscheidungsträgern sind bereits in Planung, um die Herausforderungen auf der politischen Agenda zu platzieren. Nur durch gezielte Maßnahmen kann die Versorgung der Pflegebedürftigen in der Region langfristig gesichert werden.
Weitere Informationen zu den Herausforderungen der ambulanten Pflege finden Sie in den ausführlichen Berichten von Moz.de, Caretrialog.de und Regionalupdate.de.



