In der Silvesternacht von Königs Wusterhausen sorgten Glatteis und Alkohol für einen regelrechten Ansturm auf die Notaufnahme des hiesigen Krankenhauses. Die beiden Pflegekräfte Frederik März und Josephine Pahl erlebten einen besonders stressigen Nachtdienst, der von zahlreichen Verletzungen geprägt war. Von Brüchen über Platzwunden bis hin zu Atemproblemen, die Patienten kamen in Scharen, nachdem das Feuerwerk zu einem hektischen Jahreswechsel führte. Genauere Details liefert Moz.de.

Um Mitternacht gönnte sich das Team einen kurzen Moment der Entspannung mit alkoholfreiem Sekt und Snacks, doch die Erholungsphase währte nur kurz. Ab 23 Uhr begann der Ansturm: Ein Mann mit Halsschmerzen und eine Frau mit Atemproblemen waren nur der Anfang. Bald folgten zahlreiche weitere Patienten, darunter ein 69-Jähriger mit starken Schmerzen im Unterbauch und eine Frau, die nach einem Sturz mit einem gebrochenen Fuß nicht abgeholt werden konnte und im Ruheraum bleiben musste.

Glätte und extrem hohe Einsatzzahlen

Trotz der lokalen Ereignisse in Königs Wusterhausen spiegeln sich die Schwierigkeiten auch in den überlasteten Notaufnahmen anderer Kliniken in der Region wider. Laut Tagesspiegel, machten Glatteis und die damit verbundenen Stürze das komplette Rettungswesen zum Brennpunkt. Kliniken im Raum Berlin verzeichneten Hunderte Einsätze, und die Situation in der Charité war besonders angespannt, wo über 200 Fälle von glättebedingten Verletzungen überwältigend waren.

Die Berliner Feuerwehr musste von Samstagmorgen bis -nachmittag rund 470 Einsätze bewältigen. Auch das Unfallkrankenhaus Berlin war bereits am Samstag durch Sturzverletzungen stark beansprucht: mehr als 30 Behandlungen wurden dort gezählt. Temperaturen zwischen -1 und -4 Grad vervollständigten das Risiko für Fußgänger auf den glatten Straßen.

Verletzungen und Überlastung der Kliniken

Die häufigsten Diagnosen in den betroffenen Krankenhäusern waren Knochenbrüche durch Stürze. Überfüllte Notaufnahmen und belehrte Begleitpersonen bemängeln, dass Patienten mit weniger akuten Beschwerden angehalten werden sollten, ihre Hausärzte oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst aufzusuchen, um die Lage zu entschärfen, wie T-Online berichtet. Die Overload-Situation auf OP-Sälen und Intensivstationen ist alarmierend.

Um den Herausforderungen in der Notaufnahme in Königs Wusterhausen zu begegnen, äußerte Josephine Pahl den Wunsch nach mehr Platz und einer besseren Trennung des Warteraums vom medizinischen Bereich. Die Arbeitsbedingungen seien eng und stressig, was die Patientenversorgung nicht gerade erleichtere. Obendrein wird für dieses Jahr ein Neubau erwartet, der die Situation verbessern könnte.

Die Nachtschicht von März und Pahl endete um 6 Uhr früh, mit der Überzeugung, dass die Kollegen am folgenden Tag ebenfalls einen langen Arbeitstag vor sich haben würden. Bis dahin bleibt zu hoffen, dass sich die Wetterbedingungen verbessern und die glatte Herausforderung auf den Straßen gemeistert wird.