Die Mietpreise der städtischen Wohnungsgesellschaft Königs Wusterhausen (WoBauGe) haben sich im letzten Jahr erhöht und es sieht so aus, als ob die Mieterinnen und Mieter sich auf weitere Steigerungen einstellen müssen. Wie moz.de berichtet, werden die künftigen Entwicklungen durch das neue Gebäudeenergiegesetz (GEG) maßgeblich beeinflusst.
Das GEG soll die Energieeffizienz von Gebäuden deutlich verbessern und hat das Ziel, die Klimaneutralität bis zum Jahr 2050 zu erreichen. Viele der Bestandsgebäude der WoBauGe liegen aktuell auf den Effizienzklassen E und F, was nicht nur schlecht für die Umwelt, sondern auch für die Geldbörse der Mieter ist. Bis 2033 müssen diese Gebäude auf die Effizienzklasse D aufgepeppt werden, und die entsprechenden Sanierungen sind bereits in Planung.
Kosten für Mieter und bevorstehende Sanierungen
Von den 69 Plattenbauten, die die WoBauGe verwaltet, sollen 65 bis 2030 renoviert werden. Doch das hat seinen Preis: Ein Teil der Kosten wird auf die Mieter umgelegt. Die Kaltmieten könnten durch die Modernisierungsumlage auf bis zu 10 Euro pro Quadratmeter steigen. Aktuell liegen die Kaltmieten für die Altbestände zwischen 7,50 Euro und 9 Euro pro Quadratmeter. Neubauten bringen sogar zwischen 13 und 14 Euro pro Quadratmeter auf die Waage.
Besonders betroffen könnten Mieter mit Bürgergeld sein, da die steigenden Preise sie vor große Herausforderungen stellen könnten. Auch die Jobcenter sind gefordert, denn sie übernehmen Mieten bis zu 14,62 Euro pro Quadratmeter für Wohnungen, die mehr als 50 Quadratmeter groß sind. Für viele Bürgergeldempfänger gestaltet sich ein Umzug jedoch schwierig, da oft die Rücklagen fehlen und die Genehmigung des Jobcenters erforderlich ist.
Rechtliche Grundlagen für Mietsteigerungen
Die gesetzlichen Bestimmungen zu Mietsteigerungen nach Modernisierungen sind klar geregelt. Vermieter dürfen unter bestimmten Voraussetzungen die Miete erhöhen, wie juraforum.de darstellt. Grundlage ist § 559 BGB, und die genannten Modernisierungen müssen energetische Verbesserungen beinhalten, um die Betriebskosten nachhaltig zu senken.
Aber Achtung: Nicht jede Instandhaltungsmaßnahme zählt zur Modernisierung. Der Austausch defekter Fenster gehört nicht dazu, sondern echte energetische Verbesserungen wie der Einbau von Isolierglasfenstern oder die Dämmung sind nötig, um die Miete erhöhen zu dürfen. Auch die Kappungsgrenzen für Mieterhöhungen – maximal 8 Prozent der ansetzbaren Kosten in einem bestimmten Zeitrahmen – müssen beachtet werden.
Energieeffizienz als zukunftsweisendes Ziel
Die energieeffiziente Gestaltung von Gebäuden ist nicht nur ein Lokalproblem, sondern betrifft ganz Deutschland und die gesamte EU. Laut bfee-online.de werden in Deutschland fast 35 Prozent der gesamten Endenergie für Gebäude verwendet. Angesichts dessen wird der Gebäudebereich als Schlüssel für die Erreichung der deutschen und europäischen Klimaziele angesehen. Umso wichtiger sind die anstehenden Renovierungen in Königs Wusterhausen.
Die Neufassung der europäischen Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden wird 2024 in Kraft treten und verpflichtet alle Mitgliedstaaten, die Energieeffizienz konstant zu überwachen und zu verbessern. Wer jetzt noch zögert, wird es also zu spüren bekommen – sowohl finanziell als auch ökologisch. Die Mieter in Königs Wusterhausen sind also gut beraten, die Entwicklungen im Auge zu behalten und aktiv in die Diskussion um die Sanierung ihrer Wohngebäude einzutreten.


