Am Freitag, den 27. Februar 2026, um 18 Uhr, wird Gunnar Decker in der Stadtbibliothek Königs Wusterhausen aus seiner neuen Biographie „Rilke. Der ferne Magier“ lesen. Diese Veranstaltung ist eine Zusammenarbeit zwischen der Kreisvolkshochschule Dahme-Spreewald und der Stadtbibliothek und findet anlässlich des 100. Todestages von Rainer Maria Rilke statt. Die Lesung verspricht, ein tiefgehender Einblick in das Leben und Werk eines der bedeutendsten Dichter der deutschen Literatur zu werden.

Rainer Maria Rilke, bekannt für seine Fähigkeit zur existenziellen Selbstbefragung, wird von Decker als ruheloser Suchender beschrieben, der durch verschiedene europäische Städte wie Prag, München, Worpswede, Moskau, Berlin, Rom, Duino, Venedig und Paris streifte. Seine Dichtung gilt als Antwort auf die Krisen seiner Zeit, mit dem Bestreben, eine intensivere und wahrhaftige Gegenwelt zu erschaffen. Decker interpretiert Rilkes berühmten Satz „Du musst dein Leben ändern“ als zentrales Motiv, das das gesamte Werk des Dichters prägt.

Einblick in Rilkes Leben und Werk

Die Biographie von Gunnar Decker, die 2023 im Siedler Verlag in München veröffentlicht wurde, umfasst 608 Seiten und ist sowohl literarisch als auch informativ. Der Preis für das Buch liegt bei 36,00 EUR und ist unter der ISBN 9783827501035 erhältlich. In seiner Arbeit beleuchtet Decker nicht nur Rilkes schwierige Beziehungen zu seiner Mutter Phia sowie seiner Ehefrau Clara und Tochter Ruth, sondern auch seinen Kampf gegen körperlichen Verfall. Rilkes Entscheidung, nach dem Ersten Weltkrieg keinen deutschen Dichter mehr sein zu wollen, findet in Deckers Analyse ebenfalls eine neue Einordnung.

Die Lesung findet in der Stadtbibliothek Königs Wusterhausen, Scheederstraße 1 c, statt. Karten sind im Vorverkauf und an der Abendkasse erhältlich, der Eintrittspreis beträgt 8 Euro, ermäßigt 6 Euro. Der Vorverkauf erfolgt über die Stadtbibliothek, die auch zahlreiche Werke von Rainer Maria Rilke zur Ausleihe anbietet. Interessierte können sich telefonisch unter 03375 / 25600 oder per E-Mail an info@bibliothek-kw.de melden.

Rezensionen und Rezeption

Die Reaktionen auf Deckers Biographie sind vielschichtig. Richard Kämmerlings von „Die Welt“ beschreibt das Werk als unterhaltsam und informativ, wobei er die Ambivalenz zwischen Rilkes genialischem Werk und seinem egozentrischen Lebensstil thematisiert. Andreas Kilb von der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ übt Kritik an Deckers gelegentlich arroganten Urteilen, lobt jedoch die kurzen Vorstellungen der Frauen in Rilkes Leben. Hilmar Klute von der „Süddeutschen Zeitung“ hebt hervor, dass die Biografie neue Facetten von Rilkes Leben und seiner Abhängigkeit von wohlhabenden Gönnern, insbesondere der Rolle von Lou Andreas-Salomé, aufzeigt.

Gunnar Decker, geboren 1965 in Kühlungsborn, studierte Philosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin und promovierte über Ketzergeschichte. Er lebt als Autor und Journalist in Berlin und hat bereits mehrere Biographien über bedeutende Persönlichkeiten wie Franz Fühmann, Hermann Hesse, Franz von Assisi und Ernst Barlach veröffentlicht. Für seine Arbeiten erhielt er 2016 den Heinrich-Mann-Preis von der Berliner Akademie der Künste.

Die Lesung am 27. Februar 2026 verspricht eine tiefere Auseinandersetzung mit Rilkes Leben und Werk und könnte für viele eine Inspiration zur Selbstbefragung sein. Sie bietet die Gelegenheit, in die Gedankenwelt eines der größten Dichter der deutschen Literatur einzutauchen und sich mit den Herausforderungen der menschlichen Existenz auseinanderzusetzen. Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie in der Originalquelle.