Am 19. Februar 2026 fand im Bürgersaal des Neuen Rathauses in Bernau eine spannende Veranstaltung zur Wasserstoffnutzung statt. Diese Wasserstofftour, die Teil einer etablierten Reihe von Veranstaltungen in Brandenburg ist, zielte darauf ab, die Sichtbarkeit von Wasserstofftechnologien im Alltag zu erhöhen und den Strukturwandel in der Region zu fördern. Unter den Teilnehmern waren prominente Persönlichkeiten wie Brandenburgs Wirtschaftsminister Daniel Keller, Landrat Daniel Kurth und Bürgermeister André Stahl. Nina Pfeifer, Projektmanagerin der Regionalen Planungsgemeinschaft, eröffnete die Veranstaltung und setzte damit den Fokus auf die Innovationskraft der Region.
Dr. Stephan Reiß vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Energie des Landes Brandenburg (MWAEK) informierte über den aktuellen Stand der Wasserstoffnutzung im Land, während Steffen Schlegl einen Ausblick auf künftige Entwicklungen gab und die Veröffentlichung einer neuen Strategie noch in diesem Jahr ankündigte. Landrat Kurth hob die Verantwortung der Region und die praktische Umsetzung von Wasserstofftechnologien hervor. Bürgermeister Stahl stellte die naturnahen Bereiche der Stadt Bernau vor, was die Verknüpfung von ökologischen und technologischen Aspekten unterstreicht. Ein Beispiel für den praktischen Einsatz von Wasserstofftechnologien ist die Umstellung der Heidekrautbahn auf wasserstoffbetriebene Brennstoffzellen-Triebzüge, während die Niederbarnimer Eisenbahn bereits seit über einem Jahr Wasserstoffzüge betreibt.
Die Zukunft der Wasserstoffwirtschaft in Brandenburg
Die Wasserstofftour setzte sich fort mit weiteren Vorträgen, unter anderem von Andreas Hiehl von der Swift Innovations GmbH und Christian Mehnert von den Kreiswerken Barnim. Diese Veranstaltungen sind nicht nur eine Plattform für den Austausch über Wasserstoffprojekte, sondern auch eine Gelegenheit für regionale Unternehmen, ihre Aktivitäten vorzustellen. Ein weiteres Highlight wird die Veranstaltung am 26. Februar 2024 in Cottbus sein, wo Teilnehmende das Wasserstoff-Forschungszentrum an der BTU Cottbus-Senftenberg besichtigen können. Dort erwarten sie spannende Einblicke in die Wasserstoffverbrennung sowie innovative Forschungsansätze.
Die Begrüßung in Cottbus erfolgt durch Landrat Harald Altekrüger und Wirtschaftsminister Jörg Steinbach. Unternehmen wie die Wankel Supertec GmbH und die Hy2gen Deutschland GmbH werden ihre Wasserstoffaktivitäten vorstellen. Der Abschluss der Veranstaltung wird sich mit den Entwicklungen der Wasserstoffwirtschaft in Brandenburg befassen, wobei Steffen Schlegl und Dr. Stefan Reiß von MWAE den aktuellen Stand und die nächsten Schritte präsentieren werden.
Brandenburg als Vorreiter der Wasserstofftechnologie
Brandenburg hat sich als Vorreiterregion für Wasserstoffwirtschaft positioniert. Minister Steinbach betont, dass die Power-to-X-Technologien, die klimaneutralen Wasserstoff aus erneuerbaren Energien erzeugen, eine zentrale Rolle bei der Kopplung der Sektoren Strom, Wärme, Verkehr und Industrie spielen. Diese Technologien bieten nicht nur industriepolitische Chancen, sondern können auch zur regionalen Wertschöpfung und Beschäftigung beitragen. So wurde bereits 2011 das erste Hybridkraftwerk weltweit in Prenzlau in Betrieb genommen, gefolgt von einer Power-to-Gas-Pilotanlage in Falkenhagen.
Eine Wasserstoffindustrie-Potenzialstudie, die 2019 veröffentlicht wurde, definiert wesentliche Handlungsfelder für die Wasserstoffstrategie Brandenburgs. Das Ziel ist eine angestrebte Wasserstofferzeugung von bis zu 136.320 Tonnen und ein geplanter Wasserstoffverbrauch von bis zu 180.500 Tonnen im Jahr 2030. Dies erfordert den Aufbau neuer Wirtschafts- und Wertschöpfungsketten, um die Dekarbonisierung der energieintensiven Industrie voranzutreiben.
Um die Wasserstoffproduktion nachhaltig zu gestalten, ist die Wasserverfügbarkeit entscheidend. Eine aktuelle Studie untersucht den Wasserverbrauch im Kontext der Wasserstoffproduktion und prognostiziert, dass der zusätzliche Wasserbedarf für die Wasserstoffproduktion lediglich etwa 1 % der heutigen Wassergewinnung in Brandenburg entsprechen würde. Die Ergebnisse dieser Studie werden wichtige Erkenntnisse für die weitere Entwicklung der Wasserstoffwirtschaft in der Region liefern.
Die Wasserstofftour und die damit verbundenen Veranstaltungen sind somit ein bedeutender Schritt in Richtung einer nachhaltigen und innovativen Zukunft für Brandenburg. Für weitere Informationen zu diesen Entwicklungen besuchen Sie bitte die Wasserstofftour Bernau 2026 und die Cluster Stories zur Wasserstofftour. Darüber hinaus gibt es umfassende Informationen zur Wasserstoffstrategie auf der MWAEK-Website.