Ein Großbrand hat am 21. Januar 2026 das historische Areal am Bogensee in Wandlitz, Brandenburg, heimgesucht. Das Feuer brach in einem Gebäude der ehemaligen Hochschule der Freien Deutschen Jugend (FDJ) aus, das seit dem Jahr 2000 ungenutzt und dem Verfall preisgegeben ist. Der Brand wurde auf die Seitenflügel des Hauptgebäudes begrenzt, doch das Hauptgebäude selbst wurde schwer beschädigt, die Decke stürzte auf einer Fläche von etwa 800 Quadratmetern ein, und der darunter liegende Hörsaal mit 600 Sitzen wurde ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen. Die Feuerwehr kämpfte bis Donnerstagmittag mit den Flammen, welche im Dachstuhl ihren Ursprung fanden und sich rasch auf das Hauptgebäude ausbreiteten.

Die Polizei hat umgehend Ermittlungen zur Brandursache eingeleitet. Dabei wird geprüft, ob ein technischer Fehler oder Brandstiftung vorliegt. Aufgrund der frostigen Bedingungen konnten kriminaltechnische Untersuchungen bisher nicht durchgeführt werden. Die Temperaturen lagen bei minus fünf Grad Celsius, was den Einsatz der Feuerwehr zusätzlich erschwerte: Hydranten waren eingefroren, und ein Pendelverkehr mit Tankwagen musste eingerichtet werden, um die Löschmaßnahmen zu unterstützen. Feuerwehrleute aus Wandlitz und Bernau waren im Großeinsatz, während Landrat Daniel Kurth den ehrenamtlichen Kräften für ihren Einsatz dankte.

Ermittlungskommission und Zeugenaufruf

Die Polizei hat eine spezielle Ermittlungskommission mit dem Namen „Bogensee“ gegründet und sucht nach Zeugen, die möglicherweise sachdienliche Hinweise geben können. Bisher sind jedoch keine entscheidenden Informationen von Zeugen eingegangen. Interessanterweise meldeten zunächst mehrere Personen eine Rauchentwicklung am Mittwochabend, was zu einem schnellen Handeln der Feuerwehr führte. Trotz der dramatischen Situation wurden bis jetzt keine Verletzten gemeldet.

Das Gelände am Bogensee, einst im Besitz von Joseph Goebbels, der FDJ und der SED, ist in den letzten Jahren zu einem „Lost Place“ geworden. Die Debatte über eine mögliche zukünftige Nutzung des 16 Hektar großen Areals, das dem Land Berlin gehört, läuft bereits seit längerem. Der Berliner Senat hat das Gelände bis Ende 2027 der Gemeinde Wandlitz zur unentgeltlichen Nutzung überlassen, wobei angedacht ist, Führungen, Besichtigungen und Veranstaltungen dort zu ermöglichen.

Statistische Einordnung und Brandschutz

Im Kontext dieser Ereignisse ist es auch interessant, einen Blick auf die vfdb-Brandschadenstatistik zu werfen, die der Risikobewertung von Gebäudebränden in Deutschland dient. Diese Statistik, die Daten von verschiedenen Institutionen vereint, zeigt, dass Küchen mit 27 % der häufigsten Brandursachen eine zentrale Rolle spielen. Auch wenn Brände in höheren Geschossen seltener auftreten, sind sie oft mit größeren Schäden verbunden. In diesem speziellen Fall könnte die historische Substanz des Bogensee-Areals eine besondere Herausforderung darstellen, wenn es darum geht, zukünftige Brandrisiken zu minimieren.

Die aktuelle Situation am Bogensee wirft nicht nur Fragen zur Sicherheit und zum Brandschutz auf, sondern auch zur künftigen Nutzung eines geschichtsträchtigen Ortes, der in den letzten Jahrzehnten zunehmend in Vergessenheit geraten ist. Die Polizei und die Gemeinde sind bestrebt, die Hintergründe des Brandes aufzuklären, während die Feuerwehr weiterhin die Folgen des Großbrandes bewältigt.