Heute ist der 18. Februar 2026, und der Landkreis Barnim hat eine wichtige Entscheidung getroffen: Die am 5. Februar 2026 festgelegte Notzeit für Schalenwild wurde aufgehoben. Diese Maßnahme war ursprünglich aufgrund außergewöhnlicher winterlicher Witterungsbedingungen notwendig geworden. Langanhaltende Schnee- und Eislage sowie flächendeckende Verharschungen auf Äckern und in Wäldern hatten den Zugang des Schalenwilds zu natürlichen Nahrungsquellen stark erschwert. Die Befürchtung einer Futternot war in diesem Zusammenhang durchaus berechtigt.

Doch nun hat sich die Lage entspannt. Die gestiegenen Temperaturen haben die Eis- und Verharschungsschichten zurückgebildet, sodass das Schalenwild wieder ausreichend natürliche Nahrungsquellen erreichen kann. Damit liegen die Voraussetzungen für die Festlegung der Notzeit nicht mehr vor. Die Allgemeinverfügung zur Aufhebung ist auf der Internetseite des Landkreises Barnim veröffentlicht und tritt am Tag nach ihrer Bekanntmachung in Kraft. Robert Bachmann, Pressesprecher des Landkreises, bestätigte diese Entwicklungen.

Situation in Mecklenburg-Vorpommern

<pWährend im Landkreis Barnim die Notzeit aufgehoben wird, sieht die Situation in anderen Regionen Deutschlands, wie Mecklenburg-Vorpommern, ganz anders aus. Aufgrund anhaltender Kälte haben mehrere Landkreise dort die Notzeit ausgerufen. Jäger sind aufgefordert, Wildtiere zu füttern, um diese in der Kältezeit zu unterstützen. Diese Maßnahme ist zwar außergewöhnlich, da das Füttern von Wildtieren normalerweise laut Bundesjagdgesetz verboten ist, jedoch werden aufgrund der extremen Witterungsbedingungen Ausnahmen gemacht.

Die Notzeit gilt insbesondere für Schalenwild, das Schwierigkeiten hat, Futter zu finden. In dieser Zeit müssen die Jäger bestimmte Regeln beachten: Im Umkreis von 200 Metern um Futterstellen darf kein Wild erlegt werden, und es ist vorgeschrieben, vorrangig Raufutter wie Heu, Stroh oder Kastanien zu verwenden. Küchenreste sowie Nass- oder Kraftfutter sind hingegen verboten. Der Landkreis Nordwestmecklenburg plant, in dieser Woche über die Ausrufung der Notzeit zu entscheiden, während andere Landkreise ebenfalls ähnliche Maßnahmen erwägen.

Die Herausforderungen für Wildtiere

Die anhaltende Kälteperiode stellt nicht nur Schalenwild vor große Herausforderungen. Auch andere Wildtiere, wie Vögel, haben in der kalten Jahreszeit Schwierigkeiten, Futter zu finden. Es wird empfohlen, auch für Vögel Fütterungsangebote zu schaffen, um ihnen in dieser Zeit zu helfen. In einem kürzlich berichteten Fall wurde ein Mäusebussard mit eingefrorenem Gefieder im Greifswalder Tierpark gefunden, was die dramatischen Bedingungen für Wildtiere in den Wintermonaten verdeutlicht.

Zusätzlich gibt es Hinweise auf einen Rückgang bei Wildschweinen: Im letzten Jahr wurden 59.631 erlegte Tiere gemeldet, was fast 19 Prozent unter dem Zehnjahresmittel liegt. Diese Zahlen zeigen, wie stark das Wetter und die damit verbundenen Fütterungsbedingungen das Wildtiermanagement beeinflussen können.

Insgesamt spiegelt die Situation in Barnim und Mecklenburg-Vorpommern die Herausforderungen wider, mit denen die Wildtierpopulationen in Deutschland konfrontiert sind. Während Barnim nun optimistisch in die Zukunft blickt, kämpfen andere Regionen weiterhin mit den Folgen der Kälte. Weitere Informationen zur Aufhebung der Notzeit im Landkreis Barnim finden Sie auf der offiziellen Webseite hier.

Die Entwicklungen rund um die Notzeiten und die Fütterungsmaßnahmen für Wildtiere sind nicht nur für Jäger von Bedeutung, sondern auch für alle, die sich für die Natur und den Erhalt der Fauna interessieren. Bleiben Sie informiert und achten Sie auf die Bedürfnisse unserer Wildtiere, besonders in den kalten Monaten.