Sidebar Werbung
Sidebar Werbung

In der beschaulichen Stadt Eberswalde, genauer gesagt in Britz, steht eine Ära vor dem Ende. Die traditionsreiche Wurstfabrik, die seit 1976 besteht, wird zum 28. Februar 2026 schließen. In den kommenden Monaten werden rund 500 Menschen ihre Arbeitsplätze verlieren, was nicht nur für die betroffenen Beschäftigten, sondern auch für die gesamte Region ein herber Verlust ist. Die Fabrik war einst die größte ihrer Art in Europa und hat über die Jahre eine bedeutende Rolle in der Lebensmittelproduktion gespielt.

Der Film von Andreas Jacob und Fred Pilarski, der die letzten Tage im Werk dokumentiert, bietet interessante Einblicke in die Produktion und das beeindruckende 65 Hektar große Gelände. Die Erstausstrahlung des Films ist für den 24. Februar 2026 geplant und verspricht, die Gründe für die Schließung und die Perspektiven für die Beschäftigten sowie das Gelände näher zu beleuchten. Dies geschieht in Form von Gesprächen mit Beschäftigten, Management, Gewerkschaft und Kundschaft, die alle von der bevorstehenden Schließung betroffen sind. Mehr Informationen über die Fabrik und den Film können Sie hier finden.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Proteste gegen die Schließung

Die geplante Schließung hat bereits zu Protesten geführt. Mehrere hundert Menschen versammelten sich, um gegen diese Entscheidung zu demonstrieren. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) organisierte eine „Trauerfeier“ für die EWN Wurstspezialitäten, bei der Transparente mit Slogans wie „Kapitalismus pur. Profite um jeden Preis“ und „War immer richtig gut, die Wurst“ getragen wurden. NGG-Gewerkschaftssekretär Veit Groß äußerte scharfe Kritik an den Entlassungen und forderte höhere Abfindungen für die betroffenen Mitarbeiter.

Unter den Protestierenden waren auch wichtige politische Vertreter, darunter Brandenburgs Landwirtschaftsministerin Hanka Mittelstädt und Wirtschaftsminister Daniel Keller. Ministerin Mittelstädt kündigte an, Neuansiedlungen in der Region zu fördern, um die wirtschaftlichen Folgen der Schließung abzumildern. Trotz der Bemühungen der Landesregierung fanden Gespräche mit den Eigentümern über mögliche Unterstützung keinen Erfolg. Zukünftig soll die Marke „Eberswalder“ in Chemnitz, Suhl und Zerbst weiter produziert werden, was das Ende einer langen Tradition in Eberswalde besiegelt. Hier können Sie mehr über die Proteste erfahren.

Ein Blick in die Vergangenheit und die Zukunft

Die Wurstproduktion in Eberswalde hat eine lange Geschichte. In den 80er Jahren war die Fabrik zeitweise die größte Fleisch- und Wurstfabrik in Europa und stellte einen bedeutenden Teil der Nahrungsmittelversorgung der Region sicher. Nach der Wende erlebte das Werk jedoch einen Rückgang der Beschäftigtenzahl, als es verkauft wurde und schließlich im Jahr 2023 Teil der Zur-Mühlen-Gruppe wurde, die zur Tönnies-Gruppe gehört. Diese Veränderungen haben die wirtschaftliche Perspektive der Fabrik stark beeinflusst, was nun in der endgültigen Schließung mündet.

Die Schließung der Eberswalder Wurstwerke ist nicht nur ein Verlust für die Beschäftigten, sondern wirft auch Fragen zur künftigen Nutzung des Geländes auf. Die letzten Tage im Werk werden durch den Dokumentarfilm von Jacob und Pilarski festgehalten, der den Zuschauern wertvolle Einblicke in die Herausforderungen und Veränderungen in der Fleischindustrie bietet. Mehr dazu erfahren Sie hier.