Schafhaltung neu entdecken: Mehrwert für Natur und Region sichern!
Am 12. November 2025 fand an der Hochschule Eberswalde die Tagung „Mähwert trifft Mährwert“ zur Schafhaltung statt, mit über 70 Teilnehmenden.

Schafhaltung neu entdecken: Mehrwert für Natur und Region sichern!
Am 12. November 2025 fand an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) die erste Tagung zur Kommunikation der Mehrwerte naturnaher Schafhaltung unter dem Titel „Mähwert trifft Mährwert“ statt. Rund 70 Teilnehmende, darunter sowohl professionelle Schafhalter*innen als auch Hobbybetriebe, trafen sich, um über die Chancen und Herausforderungen der Schafhaltung zu diskutieren. Veranstaltet wurde die Tagung in Zusammenarbeit mit dem Fachverband für ökologische Landwirtschaft (FÖL) und dem Projekt reffiSchaf, das den Austausch zwischen verschiedenen Akteuren fördern möchte.
Ein Grußwort von Brandenburgs ehemaligem Landwirtschaftsminister Axel Vogel setzte den Auftakt der Veranstaltung, wobei er auf die Wiederaufnahme der Mutterschafprämie hinwies. Auch interessante Fachbeiträge aus der Konsumforschung, unter anderem von der Universität Göttingen, sorgten für aufmerksame Zuhörer. Im Vordergrund standen Themen wie die Vermarktung von Schaffleisch und Schafwolle sowie die Wahrnehmung der Schafhaltung durch Konsumenten.
Workshop und Praxisbeispiele
Besonders spannend war das anschließende Fachprogramm, das verschiedene Praxisimpulse beinhaltete. Die Teilnehmer*innen erhielten Einblicke in erfolgreiche Vermarktungsstrategien, unter anderem durch das Beispiel „Weidewonne“. Diana Bachmann vom Biohof Bärwolf und Luca Kloss von der Kleinen Schäferei Biesenbrow berichteten über effektive Methoden zur Schaffleischvermarktung, während Patricia Sachau von der Lykke Sheepfarm und Ute Luft von vauno & elbwolle die Möglichkeiten der Schafwollvermarktung beleuchteten.
Die Workshops an diesem Nachmittag boten Raum für kollegiale Beratung, die Entwicklung von Social-Media-Strategien und eine Bestandsaufnahme der aktuellen Schafhaltungssituation. Viele Anwesende äußerten den Wunsch, dieses Veranstaltungsformat im kommenden Jahr erneut zu etablieren, um den Austausch und die Vernetzung weiter voranzutreiben. Ein zentrales Ergebnis der Tagung war die Notwendigkeit, lokale Netzwerke aufzubauen und kreative Kommunikationslösungen zu finden.
Nachhaltige Schafhaltung im Fokus
Die Schafhaltung spielt nicht nur eine bedeutende Rolle in der Lebensmittelproduktion, sondern ist auch ein wichtiger Bestandteil nachhaltiger Landwirtschaft. Schafe agieren als natürliche Landschaftspfleger, die zur Erhaltung von Grünflächen und zur Förderung der Biodiversität beitragen. Zudem verbessern sie durch ihren Dung die Bodenqualität und unterstützen die Artenvielfalt durch selektives Fressen. Dies ist besonders wichtig in Zeiten, in denen landwirtschaftliche Flächen immer knapper werden.
Auch die umweltpolitischen Aspekte der Schafhaltung wurden während der Tagung angesprochen. Schafweiden tragen durch extensive Beweidung und die Erhaltung charakteristischer Biotope zur Klimabilanz bei. Innovative Ansätze wie Precision Livestock Farming setzen auf moderne Technologien, um die Pflege der Tiere zu optimieren und die Methanemissionen zu reduzieren. So wird die Schafhaltung zu einem nachhaltigen Betriebselement, das ökologische und ökonomische Vorteile vereint.
Mit einem klaren Appell zum Abschluss – der Forderung nach einer Imagekampagne für das Schaf – endete die Tagung. Ein kulinarisches Highlight wie die Schafsbratwurst kann dabei helfen, die Wertschätzung für Schafhaltung in der Gesellschaft zu stärken und die positiven Aspekte der naturnahen Landwirtschaft zu kommunizieren. Barnim Aktuell berichtet, dass alle Präsentationen und Materialien der Tagung auf der Webseite des Projekts zur Verfügung stehen, so dass auch Interessierte, die nicht anwesend sein konnten, die wertvollen Inhalte nachlesen können.
Die Zukunft der Schafhaltung scheint vielversprechend, aber sie erfordert die Zusammenarbeit aller Beteiligten, um sowohl die ökologischen als auch die wirtschaftlichen Mehrwerte zu erkennen und zu nutzen. Wie die Tagung gezeigt hat, liegt hier eine große Chance für die Landwirtschaft und die Gesellschaft.