Am 7. März fand in der Integrationskita „Regenbogen“ in Bernau der bundesweite Tag der gesunden Ernährung statt. Kitaleiterin Jillian Sternekieker-Grünberg erläuterte, dass im Rahmen dieses Anlasses eine Themenwoche zur gesunden Ernährung ins Leben gerufen wurde. Ziel dieser Woche war es, den Kindern die Freude am bewussten Genießen und der gemeinsamen Zubereitung von Mahlzeiten zu vermitteln. Gesunde Ernährung ist dabei ein fester Bestandteil des pädagogischen Konzepts der Kita, die vom Kneipp-Bund e.V. anerkannt ist.

In der Kita „Regenbogen“, die rund 150 Kinder betreut und seit 2010 die einzige vom Kneipp-Bund e.V. anerkannte Kindertagesstätte in Bernau ist, nehmen die Kinder an fünf Tagen pro Woche ihre Hauptmahlzeiten ein. Die Erzieherinnen betonen, wie wichtig es ist, bereits im frühen Kindesalter Grundlagen für lebenslange Essgewohnheiten zu legen. In der Festwoche wurden die Gruppenräume in Kochstudios umgewandelt, wo die Kinder selbstgemachten Kartoffelbrei und frischen Gurkensalat zubereiteten. Alle Kinder, auch die Kleinsten in der Krippe, halfen bei der Zubereitung. Die älteren Kinder über drei Jahren verwendeten bereits selbst Sparschäler und zeigten Stolz über das selbst zubereitete Menü, das festlich gedeckt wurde.

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Ernährungsbildung als Schlüsselkompetenz

Die Erzieherinnen vermittelten den Kindern Wissen über regionale Produkte und den Einfluss frischer Nahrung auf das Wohlbefinden. Der pädagogische Ansatz fördert das Entdecken von Lebensmitteln mit allen Sinnen. Laut einer Studie ist Ernährungsbildung ein zentraler Bestandteil des Bildungsauftrags in Kitas. Über zwei Drittel der Kinder unter 6 Jahren in Deutschland besuchen eine Kita und werden dort täglich verpflegt. Die Kita-Mahlzeiten strukturieren den Tag und fördern das soziale Miteinander. Esskultur und Regeln werden durch solche Mahlzeiten vermittelt, was die körperliche, geistige und soziale Entwicklung der Kinder positiv beeinflusst.

Kitas, die Essen in die pädagogische Arbeit einbetten, bieten den Kindern Lerngelegenheiten zur Stärkung von Selbständigkeit und Selbstbewusstsein. Positive Erfahrungen beim Essen fördern ein günstiges Essverhalten, das lebenslang beibehalten werden kann. Die praktische Alltagshandlung der Ernährungsbildung in Kitas ermöglicht es den Kindern, Lebensmittel zu erforschen und aktiv in die Zubereitung kleinerer Mahlzeiten eingebunden zu werden. Frühkindliche Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) zielt darauf ab, Kinder zu verantwortlichem Denken und Handeln zu befähigen.

Die Herausforderung der Ernährungsbildung

In Deutschland existieren jedoch nur in wenigen Bundesländern evaluierte Konzepte für einen ganzheitlichen Ansatz der Ernährungsbildung. Bildung für nachhaltige Entwicklung ist oft nicht ausreichend in den Bildungsplänen der Länder verankert. Träger und Einrichtungen sind für die praktische Verknüpfung von Kitaverpflegung und Ernährungsbildung verantwortlich. Die Fachkräfte benötigen Kenntnisse zu Ernährungsempfehlungen, Essverhaltensentwicklung und Mahlzeitengestaltung, um diese wichtigen Themen effektiv vermitteln zu können.

Zudem sind geeignete Räume, Küchentechnik, qualifiziertes Personal und ein angemessenes Zeitbudget entscheidend für die Verpflegung in Kitas. Bildungs- und Orientierungspläne der Bundesländer bieten Anknüpfungspunkte für die Ernährungsbildung, und Materialien sowie Ideen sind in einer Arbeitshilfendatenbank verfügbar.

Die Aktivitäten in der Kita „Regenbogen“ sind ein Beispiel dafür, wie durch praktische Erläuterung und aktives Mitgestalten von Mahlzeiten eine fundierte Ernährungsbildung in der frühkindlichen Betreuung geleistet werden kann. Dies fördert nicht nur das Wissen über gesunde Ernährung, sondern auch die sozialen Fähigkeiten der Kinder und ihre Verbindung zu regionalen Lebensmitteln. Ein gemeinsames Verständnis zwischen Träger und Kita ist daher von großer Bedeutung für die Umsetzung ernährungsbezogener Bildungsarbeit.