In den Städten Hoyerswerda, Weißwasser und Spremberg wird derzeit ein bedeutender Schritt in Richtung einer nachhaltigen Wärmeversorgung unternommen. Bis zum Jahr 2045 planen die drei Kommunen, ihre Wärmeversorgung vollständig auf fossile Energieträger zu verzichten. Dieser ambitionierte Plan wurde durch den Abschluss eines Vertrags mit dem Ingenieurbüro Fichtner aus Stuttgart untermauert. Fichtner wird innerhalb von zwölf Wochen erste entscheidungsreife Vorlagen zur Netzoptimierung erstellen, die bis Ende 2023 genehmigungsreif sein sollen. Für die Umsetzung wird auch die Expertise von Fraunhofer und lokalen Ingenieurbüros in Anspruch genommen, um die Herausforderungen einer Umrüstung im laufenden Betrieb zu meistern. Ein vollständiges Abschalten des Netzes ist nicht möglich, was die Planung zusätzlich erschwert.
Besonders in Spremberg wurde der Fernwärmevertrag mit der Leag bis 2037 verlängert, was einen wertvollen Zeitpuffer schafft. Im Gegensatz dazu steht Weißwasser, wo der Fernwärmevertrag mit Leag bereits Ende April ausläuft. Um diesen Engpass zu überbrücken, setzen die Stadtwerke Weißwasser auf zwei 7-Megawatt-Gaskessel als Übergangslösung zur grünen Wärmeversorgung. Die geplanten erneuerbaren Energien für Weißwasser umfassen Solarthermie, Photovoltaik mit Großflächenspeichern sowie Luft-Wärme-Pumpen. In Hoyerswerda wird das Heizwerk in Zeißig auf Grundlast umgestellt, da der Fernwärmevertrag mit Leag dort 2027 endet. Aktuell laufen Gespräche über eine mögliche Verlängerung dieses Vertrags. Die Gesamtkosten für die grüne Wärmewende in den drei Städten werden auf rund 180 Millionen Euro geschätzt, eine Investition, die sich durchaus lohnen könnte, um die Klimaziele zu erreichen (Quelle).
Kommunale Wärmeplanung und ihre Bedeutung
Die Wärmewende ist nicht nur ein Ziel für Hoyerswerda, Weißwasser und Spremberg, sondern stellt auch eine zentrale Aufgabe für viele Kommunen in Deutschland dar. Kommunale Wärmeplanung (KWP) gilt als strategisches Planungsinstrument zur Umstellung der Wärmeversorgung auf erneuerbare Energien und unvermeidbare Abwärme. Durch regelmäßige Aktualisierungen der Wärmepläne können Kommunen flexibel auf Veränderungen reagieren und ihre Versorgung effizienter gestalten. Die Bundesregierung unterstützt diese Bemühungen durch verschiedene regulatorische Instrumente und Förderprogramme, um die Dekarbonisierung im Wärmebereich voranzutreiben. Dazu gehören das Gebäudeenergiegesetz (GEG) sowie zahlreiche Förderprogramme wie das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEW) und das Marktanreizprogramm (MAP) (Quelle).
Ein weiterer Aspekt, der die Bedeutung der Wärmewende unterstreicht, ist die Notwendigkeit, Treibhausgasemissionen zu reduzieren. In Bayern beispielsweise entstehen erhebliche Treibhausgasemissionen durch die Bereitstellung von Wärme für Raumheizung, Wassererhitzung und industrielle Prozesswärme. Um die Klimaziele zu erreichen, ist eine grundlegende Umgestaltung der Wärmebereitstellung unabdingbar. Dazu gehört das Einsparen von Verbrauch, die Steigerung der Energieeffizienz und die Nutzung erneuerbarer Energien. Die Landesagentur für Energie und Klimaschutz (LENK) in Bayern spielt eine wichtige Rolle bei der Begleitung dieser Veränderungen und unterstützt Kommunen mit Informationen und Vorlagen. Ab Januar 2024 tritt zudem das Wärmeplanungsgesetz in Kraft, das jede Kommune dazu verpflichtet, einen individuellen Umsetzungsplan für nachhaltige Wärmeversorgung zu entwickeln (Quelle).
Insgesamt zeigt sich, dass die Wärmewende in Hoyerswerda, Weißwasser und Spremberg Teil eines größeren Trends in Deutschland ist, der sich durch innovative Ansätze und engagierte kommunale Planungen auszeichnet. Die kommenden Jahre werden entscheidend sein, um die gesetzten Klimaziele zu erreichen und die Wärmeversorgung nachhaltig umzugestalten.

