In Spremberg brodelt es, und das nicht nur wegen der dichten Nebel, die sich über die Stadt legen. Die Bürgermeisterin, Christine Herntier, die heute Abend mit dem Zivilcourage-Preis für ihren Einsatz gegen Rechtsextremismus ausgezeichnet wird, lässt sich nicht unterkriegen. Ein Brandbrief an die Bürger hat sie zu Beginn des Sommers dazu bewegt, ein starkes Zeichen gegen die Verbreitung rechtsradikaler Parolen zu setzen, die in der Stadt um sich griffen. ZDF Heute berichtet, dass die Bürgermeisterin sich entschlossen hat, die Bürger aktiv zu mobilisieren und selbst Maßnahmen zu ergreifen, um die Verbreitung von Hassparolen zu stoppen.

Bisher hat die Stadt nicht tatenlos zugesehen. Herntier führte eine Kampagne zur Entfernung von verfassungsfeindlichen Aufklebern durch, unterstützt von Bürgern, die bereit waren, selbst aktiv zu werden. Nicht nur die Bürgermeisterin zeigt Zivilcourage, auch die Bürger zeigen, dass ihnen ihr Heimatort am Herzen liegt. Ein Händler äußerte sich besorgt darüber, dass die Schmierereien und Plakate den schlechten Ruf von Spremberg gefährden könnten – nicht die Bürgermeisterin, die sich um das Wohl der Stadt bemüht.

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Preisverleihung in Berlin

Die Auszeichnung für Herntier wird heute Abend im renommierten Hotel Adlon in Berlin während eines Charity-Dinners verliehen. Der Zivilcourage-Preis, der mit 2.000 Euro dotiert ist, wird nicht nur der Bürgermeisterin, sondern auch zwei weiteren Initiativen zuteil, die sich für die Zivilgesellschaft engagieren. Unter den Gästen befinden sich unter anderem die Bundessozialministerin Bärbel Bas (SPD) sowie die Journalistin Anne Will. Wie Zeit berichtet, wird der Preis vom Förderkreis für das Denkmal für die ermordeten Juden Europas verliehen, dessen Vorsitzende, die Publizistin Lea Rosh, selbst ein Gesicht der Zivilcourage ist.

Christine Herntier merkt an, dass die Debatte über Rechtsextremismus in Spremberg dringend notwendig ist. Die zunehmenden rechtsextremen Gedankengüter, die ihr in den letzten Monaten zu Ohren gekommen sind, verlangen nach klaren Worten und entschlossenem Handeln. Die Bürgermeisterin hat eine friedliche Koexistenz und das gemeinsame Leben in Vielfalt als Grundpfeiler ihrer Arbeit erklärt.

Aktuelle Lage in Spremberg

Die Stadt hat in jüngster Zeit mit einer wachsenden Bedrohung durch Rechtsextremismus zu kämpfen, wie die offiziellen Zahlen zeigen. Laut dem Verfassungsschutz gibt es in Deutschland derzeit rund 50.250 gewaltorientierte Rechtsextremisten. Im Jahr 2024 wurden über 37.000 rechtsextremistische Straftaten registriert, ein alarmierender Anstieg von 47,4 % im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahlen sprechen für sich und zeigen den Ernst der Lage. An Schulen wird daher besonders hart an der Prävention gearbeitet. Es wurde eine neue Schulbank-förmige Trennlinie mit Handy-Verbot und neutraler Kleidung eingeführt.

An der berufsorientierenden Schule in Spremberg hat die Diskussion über die Aktivitäten des III. Weg, einer rechtsextremen Kleinpartei, bereits begonnen. Schüler berichteten der Bürgermeisterin von den Belästigungen und machten somit auf das Problem aufmerksam. Herntier hat die Stadt auch mit dem klaren Ziel konfrontiert, eine zusätzliche Sozialarbeiterstelle zu bewilligen, um Schüler und Lehrer im Kampf gegen Rechtsextremismus zu unterstützen. Es ist ein stetiger Kampf, doch die Entschlossenheit der Stadt und ihrer Bürger, für ein respektvolles Miteinander einzutreten, bleibt ungebrochen.

Die Bürgermeisterin selbst betont, dass ihr Engagement für die Stadt nicht leicht ist. Es ist nie einfach, eine Verantwortung zu übernehmen und den Herausforderungen, die der Rechtsextremismus mit sich bringt, standzuhalten. Doch mit einer klaren Stimme und einer starken Gemeinschaft ist sie bereit, weiter für eine offenere und tolerantere Gesellschaft zu kämpfen.